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Grübel will die UBS-Schrottpapiere doch wieder zurückhaben

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 29.09.2009

Der UBS-Chef will die letzte Staatskrücke loswerden. Das steht im Widerspruch zum Willen der Aufsichtsbehörden – denn Finma-Chef Eugen Haltiner hat sich bereits dagegen ausgesprochen.

«Wir müssen für diese Anlagen ein Angebot machen»: UBS-Chef Oswald Grübel will die toxischen Papiere zurück.

«Wir müssen für diese Anlagen ein Angebot machen»: UBS-Chef Oswald Grübel will die toxischen Papiere zurück.
Bild: Keystone

Nun also doch. In den letzten Wochen hat die UBS stets dementiert, dass sie die bei der Zweckgesellschaft «Stabfund» parkierten toxischen Anlagen wieder zurückkaufen wolle. Dem britischen Finanzblatt «Financial Times» hat Grübel nun genau das Gegenteil gesagt: «Wir müssen für den Rückkauf der Anlagen ein Angebot unterbreiten». Grübel begründet das mit den Kosten für die aktuelle Lösung: «Sie ist sehr teuer», sagte er.

Die Aussage erstaunt, denn in Wahrheit verursacht der «Stabfund» der UBS überhaupt keine laufenden Kosten. Finanziert wurde die Zweckgesellschaft zu 90 Prozent mit einem Darlehen von der Nationalbank um die Schrottpapiere aus der UBS-Bilanz auszukaufen. Dessen Wert belief sich Ende Juni (bei der letzten Zahlenpräsentation der SNB) auf 23,5 Milliarden Dollar. Selbst den Zins für dieses Darlehen muss nicht die UBS an die Nationalbank berappen, sondern der «Stabfund» selbst. Der Zinssatz berechnet sich aus einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf dem 1-Monats-Libor in Dollar. Aktuell sind das insgesamt 2,74 Prozent. Abschreiben musste die UBS allerdings die 3,87 Milliarden Dollar Eigenkapital, die die Grossbank in das Sondergebilde einschiessen musste.

Der «Stabfund» schadet dem Image der UBS

Allerdings hat die UBS indirekte Kosten für die Unterstützung durch die Nationalbank zu tragen. Denn sie schadet der Reputation der Grossbank. Eine angeschlagene Reputation verursacht vor allem im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft Kosten in Form entgangener Gewinne. Reiche Kunden zögern, einer Bank ihr Vermögen zu überlassen, die weiterhin auf die Stützung durch eine staatliche Institution baut. Beobachter und die Bank selbst gehen denn auch von einem anhaltenden Abfluss an verwalteten Vermögen aus.

Kommt hinzu, dass die Schrottpapiere möglicherweise keine Schrottpapiere mehr sind. Von US-Banken wird bereits berichtet, die Aufwertung solcher Anlagen in den Bilanzen könnte das Ergebnis des dritten Quartals deutlich verbessern. Der Markit- ABX-Index hat allein in den letzten drei Monaten um über 30 Prozent zugelegt. Der Index zeigt die Wertveränderung von «Subprime»-Anlagen, auf denen viele Schrottpapiere basieren. Bis Ende Juni hatten die Anlagen im «Stabfund» nicht rentiert. Im Gegenteil musste der Fund einen Verlust von 4,5 Milliarden Dollar vermelden.

Finma-Chef Haltiner: «Rückkauf kommt nicht infrage»

Brisanz hat die Aussage von Grübel auch deshalb, weil Finma-Chef Eugen Haltiner noch Mitte Monat in der Sendung «Eco» des Schweizer Fernsehens erklärt hat, ein Rückkauf der Schrottanlagen komme im Moment «nicht infrage». Begründet hat Haltiner seine Haltung mit dem nach wie vor labilen Zustand der Grossbank. Nach dem massiven Erschütterungen auf den Märkten könne er sich «gut vorstellen», dass auch noch ein Nachbeben eintrete. Ein solcher Schritt sei erst zu verantworten, wenn die UBS wieder «Grund unter den Füssen habe». Bei der Finma war für eine Stellungnahme zum Artikel des britischen Finanzblattes niemand zu erreichen.

Auch bei der UBS wollte man den Artikel der «Financial Times» nicht erläutern. Aus anderen Quellen war zu erfahren, Grübel habe die Aussagen gegenüber dem Finanzblatt schon vor jenen des Finma-Chefs gemacht. Immerhin rechnet selbst der UBS-Chef gemäss dem Artikel nicht mit einem baldigen Rückkauf der Anlagen. Ein solcher könnte frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 erfolgen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.09.2009, 14:14 Uhr

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