Grossbank-Aktien finden keinen Boden
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 20.06.2011 44 Kommentare
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Die Kurse der hiesigen Grossbanken im Schweizer Börsenindex SMI bleiben unter Druck. Während in Brüssel fieberhaft um eine Notlösung für Griechenland gerungen wird, lässt das Schweizer Grossbanken-Titel zwar noch weitgehend unberührt. Doch zum Frühstück von heute Montag sind Banken-Titel wie jene von Crédit Suisse oder der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) wieder negativ gestartet. «Die Schwankungen bewegen sich im üblichen Bereich», beruhigt einstweilen noch ZKB-Bankenanalyst Andreas Venditti.
Über einige Monate betrachtet sieht das schon anders aus. So wie der gesamte Markt haben sich auch die Grossbanken wie UBS und Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) an der SIX alles andere als blendend entwickelt. In den vergangenen vier Wochen hat der SMI um rund 5 Prozent nachgegeben. Die Aktientitel der Schweizer Grossbanken liegen mit sechs bis acht sogar darunter, und damit leicht schlechter als der Börsenindex. «Die schlechte Stimmung hält an», sagt Venditti, «Bankentitel werden tendenziell gemieden». Und das, obwohl Credit Suisse oder UBS von der Griechenland-Krise nicht einmal unmittelbar betroffen sind. Besonders deutlich wird das anhand des Marktwerts der beiden Banken, der aktuell nur geringfügig über dem Buchwert liegt. «Das zeigt, wie verunsichert der Markt ist», so Venditti.
Für das Jahresergebnis heisst das nichts Gutes: Im Jahr 2010 lag der Gewinn der UBS bei 7,2 Milliarden Franken, jener der Crédit Suisse bei 5,1 Milliarden Franken. Für dieses Jahr wird ein Gewinnrückgang bei der UBS von sieben Prozent, bei der Crédit Suisse sogar von acht Prozent prognostiziert. Und obwohl das erste Halbjahr der Banken gewohnt fester schliesst, fallen schon jetzt die Prognosen der Analysten für das zweite Quartal 2011 im Vergleich zu 2010 deutlich schlechter aus.
Frankreich-Problem
Die Gründe dafür: Zum einen die schiefe Finanzlage Griechenlands, die die Märkte zunehmend unberechenbar macht. Das gesamte Brutto-Exposure der Crédit Suisse gegenüber dem griechischen Staat liegt bei rund 100 Millionen Franken, das ist laut Experten kein Problem und überschaubar. Auch die UBS hat keine nennenswerten Aushaftungen gegenüber Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien. Ungemach könnte von den verbundenen Finanzinstituten wie etwa dem Crédit Agricole drohen, der sich von den Schweizer Banken Geld geliehen hat. Muss der Crédit Agricole, der in Griechenland bedeutend mehr investiert hat, im grösseren Stil abschreiben, schlägt das auch auf die örtlichen Banken durch. Und zwar dann, wenn der französische Staat den Crédit Agricole mit seiner griechischen Tochter Emporiki Bank am Ende pleite gehen lassen würde.
Zum anderen, weil der starke Franken in der Vermögensverwaltung nicht gerade hilft. Ein gutes Drittel der privaten Kundengelder wird in den Basiswährungen Euro oder US-Dollar geparkt. Die laufenden Kosten für die Verwaltung fallen aber in Franken an. Und die Erträge wiederum werden in Euro oder Dollar lukriert. Nach dem derzeitigen Zusammenspiel zwischen Wechselkurs zum Franken, relativ hohen Verwaltungsgebühren und wenig attraktiven Zinsen kein gutes Geschäft für die Anleger.
All zu weit dürften sich die Bankenwerte vom SMI aber nicht mehr wegbewegen - und damit marktkonform bleiben. Ende Juni weiss man mehr, dann legt das Gros der Banken seine Zahlen zum zweiten Quartal und damit zum Halbjahr offen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.06.2011, 15:05 Uhr
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44 Kommentare
Die Grossbanken-Titel sind auch unbeliebt, weil diese Firmen zu reinen Selbstbedienungsläden ihrer Mitarbeiter verkommen sind. Im Investmentbanking wird der Gewinn fast gänzlich als Boni weitergegeben.
Verluste hingegen gehen zu Lasten der Aktionäre. Man muss wirklich ziemlich dumm sein, wenn man bereit ist, diesen bandenmässig organisierten Diebstahl mitzufinanzieren.
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Was sagte Bill Gates vor einer Ewigkeit schon: 'Banking is essential, Banks are not.'
Ich habe nie begriffen, warum die Banken in den letzten 10 Jahren noch einmal so einen Aufschwung erlebten und uns alle abzocken konnten. In einer fortgeschrittenen Medien-Gesellschaft braucht es sie eigentlich nicht. Wir werden das noch erleben.
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