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Grossbank Dexia auf der Kippe

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 04.10.2011 33 Kommentare

Die franko-belgische Grossbank braucht dringend Geld vom Staat. Bekommt sie es nicht, droht einem weiteren Institut der Eurozone das Aus.

Die franko-belgische Grossbank Dexia könnte erneut vom Staat gerettet werden müssen: Verkehrsampel vor dem Sitz der Dexia in Brüssel.

Die franko-belgische Grossbank Dexia könnte erneut vom Staat gerettet werden müssen: Verkehrsampel vor dem Sitz der Dexia in Brüssel.
Bild: Keystone

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Die Liquiditätskrise im Euroraum spitzt sich zu. Das jüngste Opfer der Kapitalmärkte ist die franko-belgische Bank Dexia. Die Aktie der Bank wurde heute Dienstag um bis zu 35 Prozent nach unten geprügelt. Zu viele Zweifel hegen die Anleger über die Kapazitäten der Bank, sich vor drohenden Abschreibern griechischer Staatspapiere oder einem Liquiditätsengpass in Europa zu schützen. Zwischen 2008 und Juni 2011 ist die Bankbilanz von 651 Milliarden Euro auf 518 Milliarden geschrumpft. Die Bank stellt das in einer Pressemeldung als strategische Neuausrichtung dar.

Für die Anleger ist das nur ein kleiner Trost. Mit Dexia-Papieren haben diese innert eines Jahres rund 60 Prozent verloren. Anleger, die indirekt über Fonds der Traditionshäuser UBS (UBSN 11.15 -0.89%) oder Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) (CS) in Dexia investiert sind, müssen sich keine Sorgen um ihr Kapital machen: UBS Fund Management und Credit Suisse Asset Management sind zusammen mit kaum mehr als rund einer Million Euro in Dexia investiert, drei Viertel davon entfallen auf die CS. Die Schweizer Privatbank Pictet hat Kundengelder in der Höhe von 276.000 Euro investiert und die Schweizer Kantonalbanken hängen mit dem Anlagefonds Swisscanto mit etwas weniger als 200.000 Euro drin.

Milliardenhilfe in Aussicht

Direkt wirkt sich die strauchelnde Dexia auf nahezu alle Bankentitel in Europa aus. Der europäische Bankenindex der 50 grössten Banken ist in den vergangenen fünf Tagen infolge der Negativmeldungen über Dexia im Schnitt um mehr als zehn Prozent abgesackt. «Die Bank belastet immer mehr kurzfristige Verbindlichkeiten», sagt Julius Bär-Aktienanalyst Roger Degen.

Besonders belastet die Gruppe durch ihr Engagement in der Finanzierung öffentlicher Institutionen. Die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» schreibt sogar von waghalsigen Zockereien in der Finanzierung öffentlicher Körperschaften. Das könnte die Bank ihre Sparte der Gemeindefinanzierung kosten, spekulieren französische Medien bereits. Die Abspaltung sei Bedingung für eine Kapitalspritze von sechs Milliarden Euro sowie Garantien von bis zu 150 Milliarden Euro der Staaten Frankreich und Belgien.

Frankreich und Belgien halten 212 Millionen Euro an Dexia

Immerhin: Mit je 106 Millionen Euro sind die beiden Staaten an Dexia unmittelbar beteiligt. Hinter den Kulissen wird bereits an einer Auffanglösung für das Finanzinstitut gefeilt. Dass die Bank die Schuldenkrise heil übersteht, glaubt auch die Ratingagentur Moody's nicht mehr. Die Analysten sind kurz davor, die Bank herabzustufen, was die Refinanzierung zusätzlich erschweren wird.

Greifen die Regierungen Frankreichs und Belgiens dem Geldhaus nicht unter die Arme, könnte das der Bank das Genick brechen. Denn: «Das Institut finanziert sich primär über den Kapitalmarkt und weniger über Spareinlagen», so Degen. Nimmt Dexia die Hürde nicht, ist das die erste Grossbank infolge der Eurokrise, die das Handtuch werfen muss. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.10.2011, 14:58 Uhr

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33 Kommentare

Ursula Badertscher

04.10.2011, 16:03 Uhr
Melden 22 Empfehlung

NICHT die Regierungen Frankreichs und Belgiens werden dem fehlspekulanten Geldinstitut unter die Arme greifen, sondern die BÜRGER dieser Länder. Darum nennt man uns Untertanen ja so! Und wir Idioten sind auch noch stolz auf unser Bürgerrecht - das Recht für die Fehler von Spekulanten zu bürgen. Und bald wählen wir wieder die Bürger-lichen, die von unseren Bürgschaftsdiensten profitieren... Antworten


samuel wehrli

04.10.2011, 15:06 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Aha, jetzt fängst so richtig an. Die Spirale gegen unten ist weit offen. Zuerst Schuldenaufbauen, dann müssen die EUR-Staaten einander helfen, wenn es darum geht die Wirtschaft anzukurbeln und jetzt müssen die gleichen Staaten noch bei Banken einschiessen und machen wieder Schulden. Ich würde sagen, guet Nacht am Sächsi!!! Die Grossmutter würde sagen, ab mit dem Geld unters Kissen. Antworten



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