Googles Millionenkampagne sorgt für Aufsehen

Das grösste Internetunternehmen der Welt geht mit Werbespots und Plakatkampagnen in die Werbeoffensive. Was steckt dahinter?


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1/5 Die Superbowl-Werbung von Google
Fünf Millionen Franken dürfte das Unternehmen die Ausstrahlung gekostet haben.
Foto: Youtube.com

«Parisian Love» heisst der vielversprechende Werbespot, den am Wochenende Millionen von Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt zu Gesicht bekamen. Das Besondere daran ist weniger der Inhalt – ein Amerikaner informiert sich via Internet über Sitten und Gewohnheiten im fernen Frankreich –, sondern der Auftraggbeber: Google.

Der IT-Riese macht Fernsehwerbung – eine totale Abkehr vom Marketingkonzept des Suchmaschinengiganten, welches bislang fast ausschliesslich auf virale Verbreitung (Mundpropaganda) setzte. Das grösste Internetunternehmen weltweit liess sich die Ausstrahlung des bereits 2009 gefertigten Clips Branchenexperten zufolge umgerechnet fünf Millionen Franken kosten.

Hauptsache, man ist im Gespräch

«Das zeigt ziemlich genau, dass Google den Druck durch Microsofts Bing spürt. Das Unternehmen hat nie zuvor ernsthaft für sein Kerngeschäft in dieser Weise geworben», sagt Danny Sullivan von Searchengineland.com gegenüber der Agentur Pressetext.

Hat Google in der Vergangenheit also etwas verpasst? Im Gegenteil, sagt Pascal Schaub. «Gerade dieses Schweigen hat immer wieder zu reden gegeben - und Google sympathisch und erinnerbar anders gemacht», so der Chief Strategic Officer bei der Werbeagentur Saatchi & Saatchi in Zürich und Genf. «Früher hat Google auf Werbung verzichtet – darüber haben die Leute geredet. Heute schaltet das Unternehmen einen klugen Spot – und wieder reden die Leute darüber.»

Was für Google entscheidend ist

Virale Werbestrategien seien auch heute noch essentiell, sagt Schaub. «Ohne geht heute gar nicht mehr, aber viral allein nützt auch nichts, wenn diese Strategie nicht verlinkt ist mit den restlichen Kommunikationsmassnahmen.» Entscheidend für Google sei, dass Google für Gesprächsstoff sorge, den man sich gerne weitererzähle, anstatt wortlose Selbstverständlichkeit als tägliche Benutzeroberfläche zu bleiben.

Die beste Google-Werbung ist für Werber Schaub nach wie vor die Animation auf der Google-Startseite zu saisonalen Anlässen und Tagen wie Weihnachten, Valentinstag und Halloween. «Das ist witzig, überraschend, konsistent.»

Apple interessiert

Das heisst nicht, dass Google es nicht besser machen könnte – gerade wenn man die Aktionen der Konkurrenz betrachtet. Apple etwa sei «eine der ganz wenigen Marken weltweit», die nicht nur interessant ist - sondern auch interessiert. «Diese beiden herausragenden Eigenschaften spürt man in jeder Werbung von Apple. Vom weissen Stöpsel im Hip-Hop-Ohr bis zum charmanten Vergleich mit Microsoft.»

Google wirbt nicht nur für seine Suchmaschine, sondern auch für den firmeneigenen Browser. Seit rund zwei Monaten wird auf Onlineplattformen mit Inseraten auf Chrome aufmerksam gemacht. Auch Plakate hat das Unternehmen für sich entdeckt (siehe Bildstrecke). Über die Hintergründe dieser Aktion war weder von der Schweizer noch von der deutschen Niederlassung Näheres in Erfahrung zu bringen – Google liess mehrere Mails vonBernerzeitung.ch/Newsnetz unbeantwortet. Für das Internetportal Magnus.de steht die Kampagne offenbar im Zusammenhang mit der Übereinkunft zwischen Microsoft und der EU-Kommission, wonach Windows-Nutzern ein Auswahlbildschirm angeboten wird, mit dessen Hilfe man zwischen verschiedenen Browsern wählen kann. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 09.02.2010, 12:40 Uhr

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1 KOMMENTAR

Nina Weymann

09.02.2010, 17:16 Uhr

Ich verstehe nicht was an dieser Werbung für Aufsehen sorgen soll. Es ist doch klar, dass Mensch und Maschine immer mehr zusammenwachsen. Google; Dein Begleiter durchs Leben. Du kannst ihn alles Fragen und er weiss alles über Dich.






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