Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Gewerkschaften bezeichnen BKW-Entlassungen als pietätlos

Aktualisiert am 08.12.2011 24 Kommentare

Der Berner Energiekonzern BKW will mit der Massenentlassung von 200 Arbeitnehmenden 15 Prozent seiner beeinflussbaren Kosten senken. Die Gewerkschaften Unia und VPOD bezeichnen diese Einsparungen als pietätlos.

Der BKW-Hauptsitz in Bern.
Bild: Walter Pfäffli

(Video: Telebärn)

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Diese Kostensenkung um etwa 95 Millionen Franken sei nötig, um in einem veränderten Marktumfeld die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Das schreibt die BKW in einer Mitteilung vom Mittwoch. Damit meint die BKW laut ihrem Sprecher Antonio Sommavilla anspruchsvolle energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen als Folge tieferer Energiepreise, eines immer schärferen regulatorischen Umfelds, der rückläufigen Entwicklung an den Aktienmärkten und des tiefen Euro-Kurses. Einfluss darauf hätten auch Fukushima und der Entscheid des Atomausstieges gehabt.

Den Stellenabbau soll durch Nichtbesetzen von Vakanzen, über natürliche Fluktuation, aber auch über Entlassungen bewerkstelligen. Wie viele Entlassungen nötig seien, werde erst Ende Januar feststehen, sagte Sommavilla auf Anfrage. Derzeit sei erst der Massnahmenplan beschlossen, der nun konkretisiert werden müsse. Die BKW beschäftigt - Tochtergesellschaften inklusive - derzeit etwa 2800 Personen. Etwa 250 Stellen werden nun abgebaut.

Mühleberg nicht betroffen - Personal einbezogen

Dieser Stellenabbau betrifft alle Bereiche der BKW, auch die Tochtergesellschaften, nicht aber das Personal des Kernkraftwerks Mühleberg. Die Massnahmen werden ab Februar 2012 und grösstenteils im kommenden Jahr umgesetzt.

Die Personalkommission der BKW hat laut Sommavilla bei der Erarbeitung des Massnahmenpakets mitgearbeitet. Dieses sei vergleichbar mit einem Sozialplan und enthalte Massnahmen zur Unterstützung der betroffenen Mitarbeiter. «Der Abbau wird sozialverträglich gestaltet». Die Gewerkschaften würden informiert.

Penibles Weihnachtsgeschenk

Die Gewerkschaft Unia und VPOD fordern den Verzicht auf Entlassungen. Die BKW wolle damit 95 Millionen Franken einsparen. Die Ankündigung dieses Sparprogramms auf Kosten der Angestellten kurz vor Weihnachten sei pietätlos, schreibt die Unia in einer Mitteilung. Umso mehr, weil die BKW bei den letzten Gesprächen mit den Gewerkschaften am 1. Dezember die bevorstehenden Entlassungen mit keinem Wort erwähnt habe. Die Unia vermutet darin ein Signal an die Aktionäre, der Börsenkurs des Unternehmens entwickelte sich in letzter Zeit negativ.

Die Gewerkschaften lehnen diese Massenentlassung bei der BKW ab. Sie fordern das Management auf, alles zu tun, um diese zu verhindern und den Berner Arbeitsmarkt nicht zu belasten. Auch soll mit der Unterstützung der Sozialpartner und das Beco ein Projekt für Kurzarbeit und Qualifizierungsmassnahmen auf die Beine gestellt werden.

Während dem Konsultationsverfahren wollen die Gewerkschaften mit der Belegschaft Vorschläge ausarbeiten, wie diese Forderungen schnell erreicht werden können. Von der BKW erwarten sie, dass diese geprüft und umgesetzt werden.

Sparprogramm folgt auf ernüchterndes Halbjahresresultat

Schon Mitte September hatte die BKW das Sparprogramm mit dem Ziel, die Kosten mittelfristig um 15 Prozent zu senken, angekündigt. Nun ist das Sparprogramm konkretisiert worden. Es enthält auch Massnahmen zur Erhöhung der Kosteneffizienz und zur Steigerung der Produktivität.

Das Sparprogramm gab die BKW bei der Präsentation des Resultats fürs erste Halbjahr 2011 bekannt. Der Reingewinn war im ersten Semester 2011 im Vergleich zur Vorjahresperiode um mehr als 30 Prozent auf noch 90,5 Millionen Franken abgesackt. Das Resultat des zweiten Halbjahrs werde nicht besser, kündigte die BKW damals an.

Zur Senkung der Kosten will die BKW auch die Beschaffung von Drittmitteln und die Schnittstellen zu den Tochtergesellschaften optimieren. Auch diese Massnahmen müssten noch genauer definiert werden, sagt Sommavilla.

Auch andere bauen ab

Auch andere Schweizer Stromkonzerne haben Sparmassnahmen und damit einen Stellenabbau bekanntgegeben. Alpiq will 450 Arbeitsplätze streichen, Axpo gab Mitte September einen Massnahmenplan bekannt - noch ohne die Anzahl zu streichender Stellen zu beziffern. (cls/mau/sda)

Erstellt: 08.12.2011, 08:17 Uhr

24

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

24 Kommentare

walter bossert

07.12.2011, 15:39 Uhr
Melden 20 Empfehlung

10`000 neue Arbeitsplätze wurden uns von den grünen versprochen, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen! Herr Leuenberger und Co. jetzt könnt ihr in Aktion treten. Wo seid ihr! Antworten


Martin Waeber

07.12.2011, 16:28 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Die gleichen Kreise die eine Energiewende fordern sind genau die gleichen Kreise welche dann die Auswirkungen kritisieren. Willkommen in der Realität. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.