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Gegen Bezahlung macht der Briefträger auch Hausbesuche

Von David Vonplon. Aktualisiert am 24.05.2011 7 Kommentare

Die Post testet eine neue Dienstleistung für betagte und handicapierte Menschen: Im Auftrag der Angehörigen kommt der Bote persönlich vorbei – und erstattet Bericht über das Wohlergehen.

«Persönliche Zustellung»: Ein Briefträger beim Besuch einer betagten Dame.

«Persönliche Zustellung»: Ein Briefträger beim Besuch einer betagten Dame.
Bild: Keystone

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Nicht wenige ältere und einsame Menschen warten jeden Morgen sehnlich auf die Post: Die Ankunft des Briefträgers bietet eine willkommene Gelegenheit für einen Schwatz, gleichzeitig strukturiert sie den Tag. Die Post kennt den Wert dieses Service public – baut ihn nun aus und will daraus gar ein Geschäft machen. «Persönliche Zustellung» heisst die neue Dienstleistung, die der Logistikkonzern seit Anfang April im Rahmen eines Pilotprojekts in Uster und Solothurn anbietet.

Zur Zielgruppe gehören betagte und behinderte Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Für sie kommt der Postbote künftig persönlich zum Hausbesuch vorbei und überbringt die Post. Sprecher Mariano Masserini bestätigt entsprechende Informationen, die dem «Tages-Anzeiger» vorliegen. Doch auch wenn der Briefträger hin und wieder mal keine Post dabei hat, erscheint er persönlich beim Kunden. Schliesslich hat er eine andere, wichtigere Mission: Im Auftrag der Angehörigen erkundigt er sich über das Wohlergehen des Kunden und füllt eine entsprechende Checkliste mit Fragen aus. Nach dem Besuch dann erstattet er den Angehörigen Bericht. Die Dienstleistung der Post hat durchaus ihren Preis: 4.90 Franken kostet sie pro Tag. «Erworben werden kann sie je nach Bedarf während der ganzen Woche oder nur für einzelne Tage», sagt dazu Masserini.

Pöstlern geht die Arbeit aus

Nicht nur ältere und behinderte Menschen dürften sich über die neue Dienstleistung freuen. Auch für das Zustellpersonal selbst ist das neue Tätigkeitsfeld ein willkommenes Geschenk. Ihm nämlich geht im Stammgeschäft nach und nach die Arbeit aus: Wegen der starken elektronischen Konkurrenz durch E?Mails ist die Briefpost seit mehreren Jahren rückläufig.

Zudem: Neue Sortiermaschinen sollen den Pöstlern künftig einen beträchtlichen Teil der Arbeit abnehmen. «Wenn immer mehr Zustellpersonal Teilzeit arbeiten muss, sollte sich die Post darüber Gedanken machen, ihre Angestellten in anderen Feldern einzusetzen», sagt Heinz Suter von der Gewerkschaft Medien und Kommunikation. Um möglichst vielen Mitarbeitern Vollzeitstellen zu gewährleisten, seien innovative Lösungen gefragt: Der persönliche Zustellungsservice könnte eine solche sein. Die Post will nach Beendigung des Pilotversuchs Ende Juni prüfen, ob eine flächendeckende Einführung der «persönlichen Zustellung» in der Schweiz Sinn macht. Dazu will sie ihre Erfahrungen aus den Tests auswerten. Laut Post-Sprecher Mariano Masserini sollen dabei nicht bloss die Rückmeldungen von Kunden und des Zustellpersonals berücksichtigt werden, sondern auch die betriebliche Machbarkeit.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.05.2011, 22:46 Uhr

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7 Kommentare

Peter Müller

24.05.2011, 08:11 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Finde ich eine wunderbare Idee, gibt es doch immer mehr alleinstehende Leute, die auch ein bisschen Kontakt brauchen. Hoffentlich hat es genug Interessenten. Antworten


Astrid Meier

24.05.2011, 08:08 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Gute Idee! Der selbe Effekt liesse sich auch mit einem Brief oder einer Postkarte an die betagten Angehörigen erreichen, für nur -.85 Rappen. Antworten



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