Wirtschaft

Ferinject soll Wachstumstreiber 2010 für Galenica sein

Die im Gesundheitswesen tätige Berner Galenica Gruppe hat mit einem zweistelligen Gewinnwachstum 2009 erstmals die 200 Millionen-Grenze übertroffen. Nach einer Einkaufstour ruhen die Wachstumshoffnungen nun auf dem Eisenpräparat Ferinject.

Das Jahresergebnis 2009 von Galenica ist alles andere als verregnet.

Tomas Wüthrich

Galenica blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der konsolidierte Reingewinn erhöhte sich um 11,2 Prozent auf 210,4 Millionen Franken. Zum vierzehnten Mal in Folge stieg der Gewinn zweistellig.

Keinem anderen in der Schweiz kotierten Unternehmen sei dies jemals gelungen, sagte Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod am Dienstag vor den Medien. Mit dem Ergebnis seien die Ziele erreicht und sogar leicht übertroffen worden.

Der konsolidierte Umsatz stieg wie bereits früher bekannt gegeben um 7,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Franken. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) ging allerdings im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 Prozent auf 401,1 Millionen Fr. zurück. Dies führt Galenica hauptsächlich auf die intensivierte Forschung und Entwicklung sowie auf die verstärkte Vermarktung des Eisenpräparats Ferinject zurück.

Fortschreitende Internationalisierung

Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich leicht um 1,1 Prozent auf 266,1 Millionen Franken. Rund zwei Drittel des EBIT werde ausserhalb der Schweiz erwirtschaftet, sagte Jornod. Die Transformation vom Schweizer Pharma-Grosshändler zu einer international tätigen Gruppe im Gesundheitswesen sei damit innert 14 Jahren gelungen.

Die Herausforderung für die nächsten Jahre sei klar, sagte Jornod. Damit die Gruppe weiter wachsen könne, müsse der Umsatz des «potenziellen Blockbusters Ferinject» deutlich steigen. Dies sei möglich, da allein in Europa heute nur 5 Prozent der Patienten mit Eisenmangelanämie medikamentös behandelt würden. Galenica sei derzeit mit ihrem intravenös verabreichbaren Präparat alleine auf dem Markt.

Das für 2010 budgetierte Gewinnwachstum von rund 20 Prozent (rund 50 Millionen Franken) soll daher in klinische Studien und in die Vermarktung von Ferinject investiert werden. «Es wäre falsch, wenn wir den Gewinn kurzfristig maximieren würden», sagte Jornod. Allenfalls werde man im Jahr 2011 gleich vorgehen.

Ziel ist es, den Umsatz mit Ferinject insbesondere in den Ländern zu steigern, in denen das Präparat bereits eingeführt wurde. Dies ist derzeit in dreizehn Ländern, darunter Deutschland, Grossbritannien oder Schweiz, der Fall. Weitere Markteinführungen werden vorbereitet.

Wichtige Übernahmen

2010 soll im Gegensatz zum Vorjahr auf Akquisitionen ganz verzichtet werden. 2009 hatte Galenica unter anderem die Apothekenkette Sun Store und das Genfer Pharmaunternehmen OM Pharma übernommen. Der Marktanteil von Galenica bei den Apotheken liegt inzwischen bei 28 Prozent.

Sun Store zeichne sich durch eine gute Rentabilität, Verkaufspunkte an bester Lage und vor allem durch die gute Zusammensetzung der Umsätze aus, sagte Jornod. Rund 60 Prozent der Verkäufe werden mit nicht-kassenpflichtigen Gesundheits- und Schönheitsprodukten erzielt.

Umsatzmässig ist der traditionelle Bereich Logistik mit über 2 Milliarden Franken am stärksten. Ertragsmässig der wichtigste Geschäftsbereich ist aber Pharma. Mit einem Umsatzanteil von rund 15 Prozent erwirtschaftet er über drei Viertel des Betriebsergebnisses der Gruppe, wie Finanzchef und Vize-CEO Fritz Hirsbrunner erklärte. Durch die Übernahme von Sun Store ist der Anteil von Retail am Betriebsergebnis auf 14 Prozent gestiegen.

Auf die Generalversammlung im Mai 2011 will sich Jornod, wie bereits vor einem Jahr angekündigt, nach 15 Jahren von der operativen Leitung der Gruppe zurückziehen. Der neue Konzernchef soll Anfang 2011 präsentiert werden. Jornod will sich dann auf die Rolle «eines exekutiven Verwaltungsratspräsidenten» konzentrieren. (met/sda/)

Erstellt: 16.03.2010, 17:04 Uhr

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