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GM behält Opel – und hofft auf deutsches Geld

Aktualisiert am 04.11.2009 9 Kommentare

Kaum geht es dem amerikanischen Autokonzern besser, hat er nun offiziell entschieden, die deutsche Tochter zu behalten. Dabei hofft man in Detroit auf Steuergelder aus Berlin.

General Motors hat es sich anders überlegt: Hauptsitz des Konzerns in Detroit.

General Motors hat es sich anders überlegt: Hauptsitz des Konzerns in Detroit.
Bild: Keystone

Der Verwaltungsrat des amerikanischen Autokonzerns General Motors entschied am Dienstag in Detroit, das deutsche Tochterunternehmen doch nicht an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna zu verkaufen. Bereits letzte Woche waren zum wiederholten Male Gerüchte laut geworden, GM wolle Opel behalten – unter anderem, weil die deutsche Regierung versichert hat, Staatsgelder würden an jeden Käufer fliessen.

Als Gründe für die überraschende Kehrtwende nannte der teilverstaatlichte US-Konzern in einer Erklärung das sich seit Monaten «verbessernde Geschäftsumfeld» für GM und die Bedeutung der beiden europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall für die «globale Strategie» des Unternehmens.

GM hofft auf Staathilfen

General Motors will das Europa-Geschäft rund um Opel nun selbst sanieren. Die Kosten der Restrukturierung bezifferte GM-Chef Fritz Henderson auf drei Milliarden Euro. Dabei baut der US-Autokonzern auf Staatshilfen aus Europa. «GM wird seinen Restrukturierungsplan bald Deutschland und anderen Regierungen vorlegen und hofft dabei auf eine wohlwollende Prüfung», kündigte Henderson an.

Im September hatte der GM-Verwaltungsrat noch den Verkauf von 55 Prozent der Opel-Anteile an Magna und dessen russischen Partner Sberbank empfohlen. Das Gremium galt jedoch als gespalten, zumal die Europäische Kommission Bedenken gegen die versprochenen Finanzhilfen der deutschen Regierung für Magna geäussert hatte.

Einige Mitglieder des GM-Verwaltungsrat wollten Opel behalten, weil beide Hersteller aufeinander angewiesen seien: Opel allein sei zu klein zum Überleben, und GM brauche Opel wegen der modernen Technologie der Deutschen und deren Zugang zum europäischen Markt.

Magna-Chef zeigt Verständnis

Die Bundesregierung reagierte mit Bedauern auf die Verlautbarungen aus Detroit. «Mit dieser Entscheidung ist ein Investorenprozess abgebrochen worden, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten von allen Beteiligten - einschliesslich GM - intensiv geführt wurde», erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zumm Mittwoch.

Siegfried Wolf, Chef der bisherigen Käuferin Magna hingegen hat die Kehrtwende von GM im Tauziehen um Opel als nachvollziehbar bezeichnet. Es sei verständlich, dass der GM-Verwaltungsrat zu dem Schluss gekommen sei, Opel im besten Interesse des Unternehmens zu behalten, erklärte Wolf. Die deutsche Tochter spiele eine wichtige Rolle in der weltweiten Organisation des Konzerns.

Betriebsrat: «Werke akut gefährdet»

Der Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, sieht die Werke in Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen von der Schliessung bedroht. Nun sei «der alte GM Plan wieder auf dem Tisch», sagte Franz. Das bedeute, dass die drei Werke «akut gefährdet sind». Die Arbeitnehmer würden nun alle Zusagen über Einsparungen zurückziehen und zunächst über das weitere Vorgehen beraten, so Franz weiter.

Der Betriebsratschef erwartet, dass die von der Bundesregierung im Fall des Opel-Verkaufs zugesagten Finanzhilfen nicht gezahlt werden. Es sei auch unwahrscheinlich, «dass GM aus anderen Ländern Geld bekommt, da diese die Zusage nur auf Basis des industriellen Konzeptes von Magna getroffen» hätten.

Niederlage für Angela Merkel

Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt die Kehrtwende von GM einer Niederlage gleich. Sie hatte sich persönlich für den Investor Magna stark gemacht.

Der überraschende Entscheid von GM kam kurz nachdem die Kanzlerin die seltene Ehre erfahren hatte, vor beiden Häusern des US- Kongresses zu reden. Auch mit US-Präsident Barack Obama hatte sie gesprochen.

GM war nur durch Staatshilfen gerettet worden, die US-Regierung verfügt bei dem Konzern über entscheidenden Einfluss. Sie erklärte jedoch, beim Entscheid nicht beteiligt gewesen zu sei. (bru/ap/sda)

Erstellt: 04.11.2009, 15:36 Uhr

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9 Kommentare

reto huber

04.11.2009, 09:24 Uhr
Melden

Opel verdient eben wieder Geld mit den neuen Modellen. Gewinne werden dann schnell und logischerweise wieder zum Privateigentum der Unternehmen erklärt. Es sind die Verluste die man verstaatlichen muss. Das passiert wenn der Staat soweit beeinflusst werden kann dass er derartige Spielchen mitmacht. UBS und Konsorten lassen grüssen Antworten


Tommy Rasmussen

04.11.2009, 10:45 Uhr
Melden

Das Chaos beginnt, wenn heute Abend die FED überraschenderweise eine Erhöhung des Leitzinses bekannt gibt. Antworten



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