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Foodwatch-Chef: Ackermann bricht sein Versprechen

Aktualisiert am 31.01.2012 23 Kommentare

Josef Ackermann hatte zugesagt, das Geschäft mit Agrarrohstoffen zu überprüfen. Grund: Der Bericht «Die Hungermacher». Nun wirft ihm Foodwatch vor, sein Versprechen zu brechen. Der Bank-Chef reagiert genervt.

1/6 Die Deutsche Bank lässt sich nicht unter Druck setzen: Josef Ackermann an einer Veranstaltung des World Economic Forum in Davos. (28. Januar 2012)
Bild: Reuters

   

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Der Leiter der Nichtregierungsorganisation (NGO) Foodwatch Thilo Bode ist enttäuscht von Josef Ackermann. Bode hoffte, sein Anliegen könnte beim Chef von Deutschlands grösster Bank auf fruchtbaren Boden fallen. Foodwatch legte den Bericht «Die Hungermacher» zum Handel mit Nahrungsmitteln vor. Die Analyse soll eine Mitverantwortung der globalen Rohstoffbörsen an Hungersnöten belegen. Ackermann hatte zugesagt, sich bis Ende Januar zu äussern. Dabei geht es für die Bank vor allem um ihr Geschäft mit Rohstofffonds. Vor ein paar Monaten schrieb der Deutsche-Bank-Chef in diesem Zusammenhang, kein Geschäft sei es wert, «den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen».

«Ich war positiv überrascht, dass er so schnell auf unseren Report reagiert hat», sagt Bode gegenüber dem «Spiegel online».

Doch nun wurde die Entscheidung verschoben. Die Verantwortliche für den Bereich Nachhaltigkeit innerhalb der Deutschen Bank, Sabine Miltner, schrieb im Auftrag Ackermanns: «Wir wollen diese Aktivitäten als Reaktion auf Ihre Studie gründlich unter die Lupe nehmen.» Man wolle «in den kommenden Monaten eine umfassende Studie» erarbeiten und die Ergebnisse breit mit Wissenschaftern und NGOs diskutieren.

Händler kanzelt Aktivist ab

Der Foodwatch-Chef wirft nun Ackermann vor, er breche sein Versprechen. Bode befürchtet, die Deutsche Bank (DBN 29.06 -1.07%) werde keine Konsequenzen ziehen: Es hat sich «als Illusion erwiesen, zu glauben, dass ein Konzernchef eine ethische Entscheidung treffen könnte». Zu dieser Einschätzung hat ein Treffen Bodes mit Managern der Deutschen Bank in London beigetragen. Ein leitender Rohstoffhändler hat kurz vor Weihnachten laut Bode die Argumente von Foodwatch als «komplett töricht» abgetan, ohne den Bericht gelesen zu haben.

Die Deutsche Bank wehrt sich gegen die Vorwürfe. Man nehme sich mehr Zeit, weil man das Thema als sehr wichtig ansehe. Das Drängen des Foodwatch-Chefs nervt Ackermann allem Anschein nach. Er liess Bode mitteilen, dass er schon zweimal versichert habe, er nehme das Thema sehr erst. Die Bank lasse sich nicht unter Druck setzen, Bode solle von weiteren Schreiben absehen. (rub)

Erstellt: 31.01.2012, 10:53 Uhr

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23 Kommentare

Dominiq Büttiker

31.01.2012, 11:39 Uhr
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Die Ethik hört bei den Banken dort auf, wo der Bonus tangiert wird!Der Kauf von Rohstoff-Futures durch Investoren generiert eine künstliche zusätzliche Nachfrage und wirkt preis- + volatilitätssteigernd. Dshalb keine Grundnahrungsmittel in Rohstoff-Fonds! Es gibt genügend andere Rohstoffe,wo der Kauf durch Investoren (z.b. Kaffee) sogar eine einkommenssteigernde Wirkung bei den Bauern haben kann. Antworten


Marina Müller

31.01.2012, 11:42 Uhr
Melden 48 Empfehlung

Wenn Herr Ackermann genervt reagiert, zeigt er, dass der Vorwurf von Thilo Bode berechtigt ist. Es war ja auch nichts anderes zu erwarten. Dass Banken sich ethisch verhalten, darauf können wir wohl noch lange warten. Dass die DB eine Studie erstellen will, macht die Sache nicht besser. Und nun wird Herr Ackermann ja dann in die Schweiz zurückkehren... Zum Glück nicht zur Nationalbank! Antworten



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