Flucht in den Süden – outdoor und indoor
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 27.07.2011 7 Kommentare
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Eine Umfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnet bei Anbietern von Badeferien zeigt einen eindeutigen Trend. Viele Schweizerinnen und Schweizer reisen angesichts des kühlen Juli-Wetters kurz entschlossen in den Süden. ITS Coop Travel mit Sitz in Volketswil ZH zum Beispiel verzeichnete im Zeitraum vom 15. bis 25. Juli bei den Buchungen einen Zuwachs von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr – mit einem Teilnehmer-Plus von 21,5 Prozent.
Diese Zahlen zeigen laut Pressesprecher Andi Restle, dass überproportional viele Familien kurzfristig gebucht haben. Bei den Reisezielen sind derzeit offenbar vor allem Ziele im Süden von Europa beliebt – zum Beispiel die Insel Mallorca, wo das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten beschaffen konnte.
Nachfrage teils grösser als das Angebot
Andere Unternehmen geben keine konkreten Zahlen heraus, bestätigen aber den Trend zur spontanen Flucht in den Süden. Die Kuoni (KUNN 293 1.21%) Reisen AG, die unter anderem die Marke Helvetic Tours anbietet, verzeichnet gegenüber dem Sommer 2010 «ein deutliches Plus», wie Simon Marquard mitteilt. «Eine Wetterflucht ist schon spürbar», so der Pressesprecher, «im Juli ist vieles schon ausgebucht. Manche Interessenten mussten bereits vertröstet werden oder Alternativangebote annehmen.»
Zu den beliebten Destinationen der Spontan-Urlauber zählt der Kuoni-Sprecher die Türkei und Griechenland – ähnlich wie die Medienstelle von Hotelplan, die von einer erhöhten Nachfrage nach den «Top 5» spricht. Dazu zählen laut Prisca Huguenin-dit-Lenoir die Kanaren, die Balearen, die griechischen Inseln sowie die Türkei und Zypern. Für diese Regionen nennt sie keine konkreten Zahlen, beziffert das Plus gegenüber dem Vorjahr aber auf einen «zweistelligen Prozentbereich».
Kurzferien in Erlebnis- und Thermalbädern
Neben den Touristik-Konzernen profitieren auch die Wellness- und Erlebnisbäder vom Sonnenhunger der Bevölkerung. Das Alpamare in Pfäffikon SZ verzeichnet nach eigenen Angaben «zwischen 30 und 50 Prozent mehr Besucher als bei sommerlich-heissen Temperaturen». Handkehrum hatte das Erlebnisbad im heissen Juli des vergangenen Jahres bis zur Hälfte weniger zahlende Gäste.
Dieses Bild zeigt sich auch andernorts. Einen stärkeren Besucherandrang bestätigt die Therme in Vals GR – auch wenn konkrete Zahlen nicht verfügbar sind. Das Engadin Bad Scuol beziffert das Plus gegenüber dem Sommer 2010 auf etwa sieben Prozent. Die Tamina-Therme in Bad Ragaz verzeichnet einen noch grösseren Zuwachs, und der Säntispark in St. Gallen freut sich an Spitzentagen über rund zwei Drittel Besucher mehr als im vergangenen Juli.
SBB: Starkes Plus bei überdachten Ausflugszielen
Die SBB registrieren ebenfalls eine deutliche Reaktion ihre Kundinnen und Kunden auf die Wetterlage. Zwar betrug die Steigerung in den ersten drei Juliwochen, über sämtliche Angebote des Tochterunternehmens Railaway betrachtet, lediglich zwei Prozent gebenüber dem Juli 2010. Doch bei den «trockenen» Zielen wurden im selben Zeitraum extreme Zuwachsraten registriert.
Laut Sprecher Daniel Bach strömten 70 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr mit einem SBB-Ausflugsangebot in das Verkehrshaus Luzern, 60 Prozent mehr in den Zürcher Zoo und 80 Prozent mehr ins Technorama in Winterthur. Ingesamt resultierte bei den Reiseofferten mit Ausstellungen ein Plus von rund 30 Prozent, während bei den Outdoor-Angeboten zugleich ein deutliches Minus zu verzeichnen war.
Tiere streicheln als Alternativprogramm für Kinder
Überhaupt, so scheint es, hemmen die Regenwolken den Unternehmungsgeist der Schweizerinnen und Schweizer nicht. In Rapperswil verzeichnet Knies Kinderzoo einen ungeahnten Besucherandrang. Wie ein Anwohner gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtet, pilgern Horden von Familien, mit und ohne Kinderwagen, vom Bahnhof in den Zoo. Genauere Auskünfte konnte Direktor Benjamin Sinniger nicht erteilen, da er an der Kasse arbeiten musste. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.07.2011, 15:33 Uhr
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7 Kommentare
Vor was flüchten denn diese Leute??Sind denn Sonnenbrand und Strandgeschrei, vermischt mit Alkohol so erstrebenswert? Zuerst wird Angst und Schrecken verbreitet das sich die Sahelzone bald bis Mitteleuropa ausbreite, um gleich anschliessend jeden Regentropfen zu bejammern. die Menschen sind einfach nie zufrieden. Antworten
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