Finanzmakler MLP darbt – Swiss Life ergreift die Flucht
Sinkende Provisionserlöse in der Altersvorsorge haben den Gewinn des Finanz- und Versicherungsmaklers MLP zu Jahresbeginn einbrechen lassen.
Anfeindungen Richtung Swiss Life
Im ersten Quartal fielen zudem hohe Beratungskosten für den Abwehrkampf gegen den ungeliebten Grossaktionär Swiss Life, so dass MLP eigenen Angaben vom Mittwoch zufolge nur knapp einem Verlust entkam.
Der Gewinn nach Steuern belief sich per Ende März auf rund 300'000 Euro und schrumpfte damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 97 Prozent. Allerdings schlug sich das Unternehmen etwas besser als von Analysten erwartet, die einen kleinen Verlust prognostiziert hatten.
773'000 Kunden
MLP vermittelt seinen rund 773'000 Kunden Finanzprodukte sowie Versicherungen und kassiert dafür von den Anbietern Provisionen. Diese Provisionserlöse sanken in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 20 Prozent auf 111,6 Millionen Euro. «Die Zurückhaltung der Kunden beim Abschluss lang laufender Verträge hat sich im ersten Quartal fortgesetzt», räumte MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg ein.
Eine konkrete Geschäftsprognose für das laufende Jahr blieb MLP wegen «der schwierigen Rahmenbedingungen» weiter schuldig. MLP wolle sich besser als der Markt entwickeln, stellte der vor allem in Deutschland aktive Makler weiterhin in Aussicht. Das im Februar angekündigte Sparprogramm, dass die Kosten in diesem und im nächsten Jahr um insgesamt 34 Millionen Euro senken soll, verlaufe planmässig.
Swiss Life will unter 10 Prozent
Swiss Life ist mit der Übernahme von MLP gescheitert. Der Lebensversicherungs-Konzern ist im Zuge der Übernahme von AWD an ein 24-Prozent-Paket von MLP gekommen. Mit Hilfe von MLP hätte Swiss Life zum weltweit grössten Finanzberater expandieren wollen, doch die Deutschen sah damals keinen «keinen Anlass zum Dialog». Inzwischen hat sich der Versicherer Talanx an Swiss Life beteiligt und einen Teil der MLP-Aktien übernommen, die Swiss Life gehörten. Swiss Life will den MLP-Anteil nun noch weiter bis unter 10 Prozent reduzieren. (cpm/sda)
Erstellt: 13.05.2009, 10:48 Uhr
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang



