Wirtschaft
Fiat droht: «Dann müssen wir woanders hingehen»
Aktualisiert am 28.07.2010 6 Kommentare
Artikel zum Thema
Sergio Marchionne verlangte am Mittwoch von Gewerkschaften und Regierung Garantien für rentable Fabriken in der Heimat.
Zur Debatte stünden nicht nur Investitionen von 20 Milliarden Euro, sondern auch die Präsenz von Fiat in Italien, sagte Marchionne laut Redetext bei dem Treffen mit Gewerkschaftern und Regierungsvertretern. «Wenn sich Fiat in Italien nicht auf Zusagen verlassen kann, dann müssen wir woanders hingehen.» Italien sei weltweit der einzige Markt, auf dem der Konzern Verluste mache.
Produktionsverlagerung mehrerer Modelle nach Serbien bereits geplant
Das demonstrative Motorengeheul des Traditionskonzerns und grössten Autoproduzenten des Landes folgt auf einen Kavalierstart, mit dem Marchionne das für sein strenges Arbeitsrecht bekannte Italien auf Produktivität trimmen wollte.
Erst rang er Arbeitern in einer Fabrik bei Neapel weitreichende Veränderungen ihrer Verträge ab, dann kündigte er in der vergangenen Woche völlig überraschend die Produktionsverlagerung mehrerer neuer Modelle vom Stammsitz in Turin nach Serbien an.
Selbst Berlusconi appelliert an Fiat
Dafür schallt ihm Kritik von vielen Seiten entgegen: Nicht nur Arbeitsplätze könnten auf der Strecke bleiben, auch die Rolle Italiens als wichtiger Produktionsstandort sei gefährdet, schimpften Regierungsmitglieder.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi meldete sich persönlich zu Wort und appellierte an die Verantwortung des Autokonzerns. Auch in einer freien Marktwirtschaft zähle er darauf, dass die Verlagerung ins Ausland keine Jobs in Italien gefährde, erklärte er. (mt/sda/)
Erstellt: 28.07.2010, 14:30 Uhr
WRITE A COMMENT
6 Kommentare
@ Niklaus Zumthür. FIAT baut seit einigen Jahren sehr gute Autos, die auch nicht Italiener kaufen! Natürlich muss der Preis stimmen, da hat Marchionne recht. Die Gewerkschaften in Italien sind ein grosses Problem. Sie verursachen nicht nur der Wirtschaft sondern auch den eigenen Mitglieder grossen Schaden zu! Sie vernichtenen Arbeitsplätze unter dem Vorwand diese retten zu wollen. (z.B. Alitalia) Antworten
Tja, irgendwie kann ich das sogar verstehen. In Italien im Stil zu produzieren ist wirklich alles andere als lustig. Nachdem die Italiener sich zu Berlusconi, zum Furbismo, Schattenwirtschaft und Korruption bekennen und offenbar auch nicht in der Lage sind das organisierte Verbrechen endlich zurückzudrängen, hätte ich dem Land schon lange den Rücken gekehrt. Es gibt bessere Produktionsstandorte... Antworten
es zeigt sich wieder einmal mehr, dass man die volkswirtschaft nicht dem kapital überlassen kann. die wollen immer nur noch mehr profit und glauben, dass die bäume in den himmel wachsen --- daraus erfolgt unweigerlich der kollaps --- und otto normalverbraucher muss dafür büssen. einsparungen beim lohn, pension usw. und teurung der lebenhaltungskosten -- sparen ja, aber nicht beim management Antworten
Marchionne mag ja ein Spitzenmanager sein. Aber wichtiger als der Wegzug aus Italien aus Kostengründen wäre doch, dass FIAT Automobile – wo auch immer - herstellt, die man auch als Nicht-Italiener kaufen möchte. Und zu Berlusconi wäre zu sagen, dass, wenn einer Jobs in Italien gefährdet, dann ist er es selber. Antworten
Wirtschaft
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.







Bernhard Nater
Italien ist fast in der selben Lage wie z.B. Griechenland: Es gibt eine immense Schattenwirtschaft (Mafia), Korruption (Mafia), keine Rechtssicherheit (Mafia); unzeitgemässe Arbeitsbedingungen; ein aufgeblähter Staatsapparat (Berlusconi). Da ist es nur naheliegend, wenn man laut darüber nachdenkt den Betriebsstandort zu wechseln. Ob allerdings Serbien dann besser funktioniert ist mehr als fraglich Antworten