Fastweb macht vor Gericht einen neuen Vorschlag
Von René Lenzin, Mailand. Aktualisiert am 05.03.2010 1 Kommentar
Einer der Hauptverdächtigen: Fastweb-Gründer Silvio Scaglia. (Bild: Keystone)
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Der Römer Untersuchungsrichter Aldo Morgigni hat noch nicht entschieden, ob die Telecomfirmen Fastweb und Sparkle unter Zwangsverwaltung gestellt werden. Sie stehen im Verdacht, Teil einer Steuerbetrugs- und Geldwäschereiorganisation zu sein. Die Fastweb-Anwälte hatten Morgigni gestern ihren Alternativvorschlag zur Zwangsverwaltung eingereicht: Während neun Monaten wollen sie einen externen Sonderkommissar für jene Bereiche des Unternehmens einsetzen, die an den mutmasslich kriminellen Machenschaften beteiligt gewesen sein sollen. Daraufhin verlangte die Staatsanwaltschaft eine Vertagung des Entscheids, um den Vorschlag zu prüfen.
Vorläufig kein Thema sind für Fastweb und ihre Muttergesellschaft Swisscom personelle Konsequenzen an der Spitze der Firma. Jedenfalls will Swisscom-Chef Carsten Schloter nichts von einer Suspendierung oder gar Absetzung von Fastweb-CEO Stefano Parisi wissen. «Aufgrund dessen, was wir aus der unabhängigen Auswertung des Ganzen wissen, gibt es keinen Anlass, dem heutigen CEO das Vertrauen zu entziehen», sagte Schloter in einem Interview mit der NZZ.
Fastweb-Gründer ein Hauptverdächtiger
Nicht angesprochen wurde im Interview ein allfälliger Rücktritt von Fastweb-Gründer Silvio Scaglia, der seinen Anteil 2007 an die Swisscom verkauft hatte, aber immer noch im Verwaltungsrat des Unternehmens sitzt. Für die Staatsanwälte ist Scaglia einer der Hauptverdächtigen, weil er ihrer Ansicht nach von den fiktiven Rechnungen und vom Mehrwertsteuerbetrug gewusst haben muss. Ihr Antrag auf Zwangsverwaltung beruht denn auch auf der Hypothese, dass Mitwisser oder gar Mittäter von damals noch immer führend im Unternehmen tätig seien.
Anders sieht die Situation bei Sparkle aus, der ebenfalls betroffenen Tochter von Telecom Italia. Bei ihr sind keine Topmanager aus der damaligen Zeit mehr im Amt. Allerdings ist die Situation für Sparkle insofern ungemütlicher, als von den mutmasslich betrügerischen Rechnungen ein wesentlich grösserer Teil über ihre Konten lief. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Staat um Mehrwertsteuereinnahmen von 365 Millionen Euro betrogen. 70 davon betreffen Fastweb, wie Schloter erklärt. Ursprünglich hatte Swisscom von 38 Millionen Euro gesprochen. Falls ein Gericht zum Schluss komme, die Führung des Unternehmens hätte vom Betrug wissen müssen, werde Fastweb diesen Betrag wohl abschreiben und mit einer Busse rechnen müssen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.03.2010, 04:00 Uhr
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1 Kommentar
Stimmt es, dass Swisscom für den Fastweb Euro 6 Milliarden bezahlt habe und dies bereits während der Untersuchung, die gegen den Fastweb schon vor 2 Jahren lief? Eine undurchsichtige Geschichte. Wobei, denke ich, dass Swisscom Chef, der den Deal abwickelte nur das Beste für Swisscom wollte. Nehme ich an. Antworten
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