Facebook-Aktien gehen für 38 Dollar an die Börse
So berichten wir über den Facebook-Börsengang
Um 15.30 Uhr (MESZ) eröffnen die US-Märkte. Eineinhalb Stunden danach, also um 17 Uhr MESZ startet der Handel mit Facebook-Aktien. Schon Stunden vorher steigt in New York die Spannung. Kommt Mark Zuckerberg ins grosse Finanzzentrum, um für seinen IPO zu werben? Steigt der Kurs nach Börseneröffnung deutlich an, oder stürzt er ab? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem Facebook-Ticker ab 12 Uhr. Wir schalten zum Korrespondenten nach New York, sprechen mit Experten und Analysten. Nach Börsenschluss in den USA um 22 Uhr blicken wir auf den ersten Tag zurück und fassen die Geschehnisse zusammen.
Höchstpreis für die Aktien: Facebook wird ab heute an der Börse gehandelt. (Video: Reuters)
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Facebook (FB 25.06 -0.39%) hat den grössten Börsengang eines Internet-Unternehmens aller Zeiten gestemmt. Das soziale Netzwerk konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis losschlagen. Facebook und seine Alteigentümer nahmen insgesamt 16 Milliarden Dollar ein. Pro Stück gingen die Anteilsscheine für 38 Dollar an die Investoren, teilte Facebook am späten Donnerstag mit. Das lag am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar.
Am Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Damit liegt die Gesamtbewertung des Internetunternehmens bei rund 104 Milliarden Dollar.
Bereits auf Plattform gehandelt
Facebook will das Maximum aus seinem Börsengang herausholen. Wegen der starken Nachfrage bietet das weltgrösste soziale Netzwerk ein Viertel mehr Aktien an als bislang geplant. Damit könnte die Erstemission der Superlative am Freitag in die Top Ten der grössten Börsengänge vorstossen. An die Anleger gebracht werden sollen nun rund 421 Millionen Aktien, wie Facebook in einer Mitteilung erklärte. Das sind 84 Millionen Titel mehr als bisher angestrebt.
Zuvor schon hat der Branchenprimus die Preisspanne für seine Aktien auf von 28 bis 35 Dollar je Papier auf 34 bis 38 Dollar angehoben. Bereits vor der Bekanntgabe des Ausgabepreises waren auf der Plattform von ETX Capital die Aktien handelbar, teilte das Brokerhaus mit. Zu dem Zeitpunkt kursierte das Facebook-Papier in einer Spanne von 37,39 bis 40,39 Dollar.
Publikumsöffnung der Superlative
Unter den Technologieunternehmen steht Facebook für den mit Abstand grössten Börsengang aller Zeiten. Der US-Internetgigant Google etwa erzielte 2004 nur knapp 2 Milliarden Dollar. Die Nummer eins ist derzeit noch der deutsche Chipkonzern Infineon mit einem Erlös von 5,9 Milliarden Dollar.
Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang von Facebook sogar auf bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen.
Damit würde Facebook an die beiden grössten Börsengänge der US-Geschichte anschliessen: Den Rekord hält der Autokonzern General Motors, der nach seinem Neustart im Jahr 2010 beim weltgrössten Börsengang aller Zeiten 23,1 Milliarden Dollar einbrachte. Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen.
Mehr wert als HP und Dell
Von den Einnahmen des Börsengangs fliessen Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Onlinetreffpunkts früh erkannt haben. Auch mit dem angepeilten Börsenwert deklassiert Facebook die anderen Technologiegrössen. Mit 93 bis 104 Milliarden Dollar wäre das Onlineportal mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.
Der 28-jährige Facebook-Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg bleibt auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von 57,5 Prozent Mehrheitseigner.
Der Rummel um Facebook sorgt unter Finanzmarktexperten für Staunen und Befremden zugleich. «Das ist mehr ein Spektakel, ein Medienereignis und ein kulturhistorischer Augenblick, als es ein Börsengang ist», sagte Analyst Max Wolff von GreenCrest Capital. Geschäftsmodelle und -daten spielten mittlerweile kaum eine Rolle mehr. Wolff erwartet, dass die Facebook-Aktie beim Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq um etwa zehn Prozent zulegt.
Skepsis über Geschäftsmodell
Skeptische Investoren fragen sich, wie Facebook längerfristig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Ihrer Einschätzung zufolge hat das Unternehmen bisher keine Strategie aufgezeigt, wie es aus der wachsenden Zahl an Nutzern Kapital schlagen kann, die über mobile Geräte auf Facebook zugreifen.
Ausserdem hat sich das Umsatzwachstum aus dem zentralen Geschäft mit Online-Anzeigen in den vergangenen Monaten verlangsamt. Wasser in den Wein goss - ausgerechnet kurz vor dem Börsengang - nun auch GM. Der US-Autobauer kündigte an, künftig keine Werbung mehr über Facebook zu schalten.
Die Opel-Mutter hält offenbar die Erfolgsaussichten der Werbung bei Facebook für zu gering. «Das wird die Nachfrage nach dem Börsengang wahrscheinlich nicht wesentlich beeinträchtigen», sagte Analyst Brian Wieser von Pivotal Research Group. Das Vorgehen von GM müsse nicht repräsentativ für die Mehrheit der Anzeigenkunden sein. (kpn/AFP)
Erstellt: 18.05.2012, 07:16 Uhr
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