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«Er hat ganz viel Nerven gekostet»

Interview: Norbert Raabe. Aktualisiert am 01.06.2011 19 Kommentare

Ab Ende 2014 wird der Cisalpino Pendolino nicht mehr auf Schweizer Schienen fahren – spätestens. SBB-CEO Andreas Meyer sprach mit Bernerzeitung.ch/Newsnet über die anstrengenden Erfahrungen.

1/5 Der jüngste Zwischenfall: Rauchschwaden am 17. Mai nahe Airolo...
Bild: Keystone

Brand in Cisalpino ETR-470

   

«Wenn wir Alternativen hätten, würden wir sie heute bereits nutzen»: SBB-CEO Andreas Meyer (Bild: Keystone )

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Herr Meyer, ab 2014 fahren die pannenträchtigen Pendolinos nicht mehr auf dem Schweizer Netz. Sind Sie mit dieser Lösung nun zufrieden?
Ich bin nicht zufrieden mit der Qualität, die wir unseren Kundinnen und Kunden geboten haben. Ich finde es schade, dass wir diese Züge trotz aller Anstrengungen nicht auf ein besseres Niveau kriegen. Aber lieber jetzt ein Schrecken mit einem Ende – und dann auf zu einem Qualitätslevel, das den SBB entspricht.

Die SEV-Personalverbände der Lokführer und des Zugpersonals hatten vor wenigen Tagen vehement eine Stilllegung gefordert – und der Kundenverband Pro Bahn verlangt das schon seit Jahren. Haben Sie denn nun die schnellstmögliche Ausstiegsvariante gewählt?
Wenn wir Alternativen hätten, würden wir sie heute bereits nutzen. Wenn die Italiener ihre Züge von der Gotthardachse abziehen, werden wir versuchen, Züge mit Loks einzusetzen, die flexibler und robuster sind. Darüber laufen Verhandlungen mit den italienischen Kollegen. Und wenn wir früher als Ende 2014 können, dann werden wir.

Neben der Sicherheit war auch die Unpünktlichkeit der Pendolinos immer ein Kritikpunkt. Wird das in den verbleibenden Jahren nun besser?
Zuerst darf man auch mal sagen: Im Gesamtschweizer Netz sind wir im Moment auf einem All-Time-High. Aber die Achillesferse ist sicher die Nord-Süd-Achse. Mit den Lok-Zügen, die wir in Planung haben, und weiteren Massnahmen können wir die Pünktlichkeit aber noch erheblich steigern. Aber wir kommen nie ganz an das Niveau heran, das wir im hochbelasteten Schweizer Netz haben wollen.

Der Cisalpino ist seit 1993 unterwegs. Haben Sie mal eine Bilanz gezogen, was er den SBB gebracht hat und sie gekostet hat?
Er hat ganz viel Nerven gekostet und Ärger gemacht. Aber eine kommerzielle Bilanzrechnung habe ich bisher noch nicht machen lassen.

Der Cisalpino ist auch eine schweizerisch-italienische Geschichte, die nun mit einer Beerdigung auf Raten endet. Hat er das Verhältnis zwischen den beiden Bahnunternehmen ernsthaft getrübt?
Beide Partner haben keine Freude an dem Servicelevel, den wir haben. Von den italienischen ETR-470ern ist im Moment gerade noch einer im Einsatz. Alle anderen sind in Reparatur; das spricht ja auch Bände...

Aufgrund der rechtlichen Lage in Europa können die SBB nicht in Eigenregie auf die internationalen Netze. Wären die Erfahrungen mit dem Cisalpino nicht ein guter Grund, bei der Integration schnell voranzuschreiten?
Kooperationen in andere Himmelsrichtungen und mit anderem Rollmaterial funktionieren doch heute schon hervorragend. Nehmen Sie die Verbindungen in Richtung Frankreich: Da setzen wir jetzt neue Züge ein und fahren noch mal eine halbe Stunde schneller von Basel nach Paris. An der Kooperation mit der SNCF haben wir ganz viel Freude, die uns ein bisschen über die Verhältnisse auf der Nord-Süd-Achse hinwegtröstet.

Und in Richtung Norden?
Auch mit den deutschen Kollegen sind wir auf einem guten Weg. Im Eisenbahnverkehr ist Zusammenarbeit wirklich das A und O. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.06.2011, 08:14 Uhr

19

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19 Kommentare

Ronald Lack

31.05.2011, 19:11 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Herr Meyer man sollte Sie verpflichten mal 14 Tage lang mit dem Pendolino von Luzern nach Mailand zu fahren und zurück. Jedenfalls haben Sie als oberster Chef der SBB versagt man sollte Ihnen wegen diesen Pannen den Lohn kürzen. In jedem privaten Betrieb wären Sie schon längst auf einen anderen Posten versetzt worden oder man hätte Sie entlassen. Antworten


giovanni bernasconi

31.05.2011, 18:32 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Herr Meyer und die Pendolini sollten von der SBB subito verschwinden. 2014 ist sehr weit und die vor Allem sind es dieTessiner Kunden die, wie immer, Geprellten (die Tarife ist die Gleiche trozt des katastrophalen Angebot).
Die Lok-Zuege werden sicher aus "Museum-Wagen" zusammengebastelt, wie ueblich auf dem Gotthard.
Gerne moechte ich endlich echte Fakten hoeren und nicht Quatsch!
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