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Emirat rettet Dubai World

Aktualisiert am 25.03.2010

Die Regierung stützt den Investmentfonds mit 9,5 Milliarden Dollar. Davon profitieren vor allem die Gläubiger des Bauriesen Nakheel.

Brachte Nakheel in Bedrängnis: Die künstliche Insel Palm Jumeirah.

Brachte Nakheel in Bedrängnis: Die künstliche Insel Palm Jumeirah.
Bild: Reuters

Das einstige Boom-Emirat Dubai steht überraschend für die kompletten Milliarden-Schulden seines Baukonzerns Nakheel gerade. Die Regierung werde die Anleihen binnen acht Jahren vollständig zurückzahlen, teilte der Golfstaat am Donnerstag mit. Das Emirat stützt den Mutterkonzern Dubai World mit 9,5 Milliarden Dollar. 8 Milliarden sollen in Nakheel gepumpt werden, der Rest in Dubai World.

Schulden von Dubai World beim Staat von 8,9 Milliarden Dollar und Nakheel-Verbindlichkeiten von 1,2 Milliarden Dollar sollen in Anteile umgewandelt werden. Damit übernimmt das Emirat bei Nakheel praktisch vollständig die Kontrolle und tritt an die Stelle der Holding Dubai World. Der Aktienmarkt in Dubai schloss 4,3 Prozent höher und fuhr damit den höchsten Tages-Gewinn seit elf Jahren ein.

Gigantismus

Dubai hatte die Finanzwelt im vergangenen Herbst in helle Aufregung versetzt. Die Regierung gestand damals ein, dass Dubai World und seine Tochter Nakheel, die durch die künstliche Insel in Palmenform bekannt geworden war, einen Schuldenberg von zusammen 59 Milliarden Dollar angehäuft hatten.

Ohne Verbindlichkeiten des Dubai Financial Support Funds belief sich der Schuldenstand bei Dubai World Ende Dezember den Angaben zufolge auf 14,2 Milliarden Dollar. Die Gläubiger dieser Gelder sollen durch neue Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von fünf bis acht Jahren voll ausbezahlt werden.

Gläubiger müssen verzichten

Die Dienstleistungsunternehmen und Baufirmen, die noch darauf warten, dass Nakheel ihre Rechnungen begleicht, sollen nun einen Teil des Risikos mittragen. Sie sollen nur jeweils 40 Prozent der Rechnungssumme ausbezahlt bekommen. Für die restlichen 60 Prozent bietet ihnen das Unternehmen handelbare Papiere an, die eine Beteiligung an künftigen Einnahmen garantieren.

Überraschend hiess es zudem, das Nachbar-Emirat Abu Dhabi schiesse keine neuen Finanzmittel zu. Von den 9,5 Milliarden Dollar Hilfen stammen aber 5,7 Milliarden noch aus bisherigen Kreditlinien Abu Dhabis.

Imageschaden

Der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, hatte nach Bekanntwerden der Finanzprobleme von Dubai World zunächst erklärt, die Regierung werde nicht für alle Schulden geradestehen. Als dann spürbar wurde, dass diese Haltung einen langfristigen Imageschaden für das Emirat verursachen würde, ruderte er zurück.

Dass die Führung des Emirats jetzt durchgreifen will, zeigen auch erste Prozesse gegen korrupte Manager und Funktionäre. Nach einem Bericht der Zeitung «Gulf News» sitzt inzwischen auch der ehemalige Chef des Internationalen Finanzzentrums Dubai (DIFC), Omar bin Suleiman, in Untersuchungshaft. Er soll sich einen jährlichen Bonus von 50 Millionen Dirham (rund 14,5 Millionen Franken) genehmigt haben. (oku/sda)

Erstellt: 25.03.2010, 16:57 Uhr

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