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Eine Schönheitsklinik mit Schönheitsfehlern

Aktualisiert am 31.10.2009

Eben erst eröffnet, schon droht der Klinik des Schönheitschirurgen Werner Mang (seine Spezialität ist die «Mang-Nase») die Zwangsversteigerung.

Nicht alles Gold, was glänzt: Schönheitschirurg Werner Mang in seiner Klinik am See.

Nicht alles Gold, was glänzt: Schönheitschirurg Werner Mang in seiner Klinik am See.
Bild: Keystone

Eine Firma, die am Bau der Klinik am See beteiligt war, geht vor Gericht, um vom Prominentenarzt gut 100'000 Franken zu bekommen. Das Kreisgericht Rorschach in St. Gallen befasst sich am kommenden Mittwoch mit dem Fall. Die ETAVIS Grossenbacher AG beantragt die definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts im Grundbuch. Stimmt das Gericht diesem Antrag zu, wird die Mang-Klinik Swiss versteigert - es sei denn, der Professor zahlt die Elektro-Installationen vorher.

Die Schönheitsklinik im Villen-Stil befindet sich an schönster Lage mit Seeanstoss. Viel Luxus, alles perfekt - könnte man meinen. Doch der Schein trügt: Mang, dessen Spezialität Nasenkorrekturen sind («Mang-Nase»), hinterlässt eine ganze Reihe unzufriedener Handwerker. Sie mussten zum Teil viel Geld ans Bein streichen.

Generalunternehmer in Konkurs

Die Handwerker hatten ihre Aufträge allerdings nicht direkt von Mang erhalten, dessen Vorliebe schnelle Autos und zwei Yachten (namens «Botox» und «Facelift») sind, sondern von einem Generalunternehmer aus dem süddeutschen Wangen. Dieser musste Insolvenz anmelden und ging mit einer seiner Firmen in Konkurs.

«Nicht zuletzt, weil mir Mang 170'000 Euro nicht bezahlt hat», sagte der süddeutsche Unternehmer am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Am Anfang habe Mang die Rechnungen bezahlt. Doch Arbeiten und Leistungen, die über das Vereinbarte hinausgingen, habe er am Schluss nicht mehr begleichen wollen.

Der konkursite deutsche Generalunternehmer sagte weiter, er hätte für Mang auch dessen Villa in Rorschacherberg am See renovieren können. Er habe jedoch, im Nachhinhein richtigerweise, verzichtet.

Mang wehrt sich

Mang streitet ab, dem Generalunternehmer nicht alles bezahlt zu haben. «Das Gegenteil ist der Fall; ich habe viel zu viel bezahlt», sagte der prominente Mediziner. «Der Klinik-Bau in Rorschacherberg kam mich teuer zu stehen, weil ich den Generalunternehmer und die Handwerker bezahlen musste». Im Insolvenzverfahren über den deutschen Generalunternehmer ist Werner Mang einer der Gläubiger.

Und die Rechnung der ETAVIS Grossenbacher AG? Diese sei überzogen, sagt Mang. Ein Gutachter habe das festgestellt. Die Klinik komme sicher nicht unter den Hammer. Das Gericht solle feststellen, wie hoch die Rechnung korrekterweise ausfallen dürfe, dann werde er sie umgehend begleichen. Er, Werner Mang, zahle alle seine Rechnungen.

Abschläge hingenommen

Die ETAVIS Grossenbacher AG streitet um ihr Geld. «Wir wollen das, was uns zusteht», sagt Geschäftsführer Rolf Dutler. Mang habe ihnen einen Vergleich unterbreitet, der für ETAVIS nicht akzeptabel sei. Aus diesem Grund habe die Elektroinstallationsfirma das Bauhandwerkerpfandrecht schon einmal provisorisch eintragen lassen.

Soweit waren andere Handwerker auch gegangen; sie liessen sich aber mit dem bekanntesten deutschen Schönheitschirurgen auf einen Vergleich ein. Gleich drei Handwerker aus der Region Rorschach sagten gegenüber der SDA, sie hätten zum Teil über 10'000 Franken ans Bein streichen müssen. Der Ärger über den Professor ist gross.

Da habe einer so viel Geld, fahre teure Sportwagen - und bezahle Handwerkern die Rechnungen nicht. Das löst bei Betroffenen Kopfschütteln aus. (rsa/sda)

Erstellt: 31.10.2009, 17:44 Uhr

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