«Eine Kultur wechselt man nicht wie ein Hemd»

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 18.11.2009

Die UBS-Spitze um Oswald Grübel verbreitet derzeit viel Optimismus. Doch bislang ist keine Aufbruchstimmung an der Basis angekommen. Unten herrscht Frust und Angst.

«Die Stimmung bleibt gedrückt»: Banker am Zürcher Paradeplatz.

«Die Stimmung bleibt gedrückt»: Banker am Zürcher Paradeplatz. (Bild: Keystone)

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Gestern hat Oswald Grübel eine «neue UBS» verkündet. Spätestens in fünf Jahren soll die Bank wieder so stark und profitabel sein wie einst. Für die nähere Zukunft versprach der Konzernchef allerdings nicht viel Erfreuliches: «Wir werden kurzfristig keine befriedigende Lösung finden», sagte er. Die «fundamentale Transformation» der Bank werde nicht einfach, sondern «schmerzlich» werden. Die Bankspitze verbreitete am Investorentag eine Aufbruchstimmung. Es schien, als sei ein Ruck durch die ganze UBS gegangen, als würden die Schwierigkeiten der Vergangenheit und der nahen Zukunft zu einem «jetzt erst recht» führen.

Am Rand der Veranstaltung erklärten UBS-Vertreter denn auch, der Kulturwandel in der Bank sei bereits spürbar. Doch wie viel ist davon bei den Bankern an der Basis zu spüren? Bisher wenig - zu diesem Urteil führt eine Nachfrage bei den Personalverbänden.

«Die Stimmung bleibt gedrückt»

«Die Stimmung bleibt gedrückt», sagt Denise Chervet, Zentralsekretärin des Bankpersonalverbands, «noch dominieren die Sorgen». Belastend wirke vor allem die Unsicherheit über weitere mögliche Restrukturierungen und damit auch Entlassungen. Chervet stellt dennoch eine «grosse Loyalität» der UBS-Beschäftigten zu ihrer Bank fest.

Noch keine Aufbruchstimmung

Eine Aufbruchstimmung an der Basis der UBS beobachtet auch Barbara Gisi nicht, sie ist Leiterin Angestelltenpolitik beim Schweizerischen Kaufmännischen Verband SKV. Auch sie berichtet von einer anhaltenden Unsicherheit bei den UBS-Bankern und einer «gedrückten Stimmung». Gisi führt das ebenfalls auf Ängste zu weiteren Umstrukturierungen zurück. Es gebe zwar jene, die an die glänzende Zukunft glauben, doch bei anderen mache sich zunehmend eine Resignation breit. Immerhin sei das Bemühen der Bankspitze, die Kultur zu wandeln, deutlich spürbar, sagt die Vertreterin des SKV. Doch eine Kultur könne man nun mal nicht wechseln wie ein Hemd, ergänzte sie. Bisher habe die Bank erst hehre Grundsätze verkündet. Jetzt müssten erst einmal Taten folgen, um auch das Vertrauen der eigenen Leute wiederzugewinnen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.11.2009, 14:29 Uhr

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