«Ein schnellerer Ausstieg aus dem US-Geschäft wäre besser gewesen»
Aktualisiert am 10.02.2012 6 Kommentare
Die ZKB warb nach eigenen Angaben nicht um US-Kunden. (Video: Keystone )
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Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat 2011 ihren Gewinn gesteigert, sieht sich wegen des US-Steuerstreits aber nach wie vor Unsicherheiten ausgesetzt. Laut dem Chef der Staatsbank, Martin Scholl, hätte man das US-Kundengeschäft nach 2008 rascher beenden sollen. 2008, als die ZKB im Zuge des Vertrauensverlusts in andere Banken einen enormen Neugeldzufluss von 16,4 Milliarden Franken verzeichnete, seien auch einige US-Kunden dazu gekommen, sagte Scholl vor den Medien in Zürich. Der US-Anteil am Neugeld habe «im tiefen einstelligen Prozentbereich gelegen.»
Die ZKB ist wie 10 weitere Schweizer Banken zurzeit Gegenstand von Untersuchungen durch amerikanische Behörden, welche Jagd auf US-Steuerflüchtlinge und deren Bankberater machen. Für die ZKB sei es «schwer einschätzbar», wie die US-Behörden die Faktenlage beurteilten.
Das Zürcher Staatsinstitut setzt aber auf Kooperation. «Das heisst, dass wir Informationswünschen der USA nachkommen, sofern sie mit Schweizer Recht vereinbar sind», sagte Scholl. Dazu gehöre, den Amerikanern zu erklären, was die ZKB sei und wie ihr Geschäftsmodell aussehe. Die Frage, ob die ZKB Rückstellungen extra für eine mögliche Strafzahlung in den USA gemacht habe, beantwortete Scholl nicht.
Frage nach Rückstellungen unbeantwortet
Vor zwei Wochen war unter dem Eindruck einer amerikanischen Klage die St. Galler Bank Wegelin zerfallen, indem die Besitzer das Nicht-US-Kundengeschäft überraschend an die Raiffeisengruppe verkauften. Die USA werfen Wegelin vor, nicht deklarierte Vermögen von ehemaligen Kunden der UBS übernommen zu haben.
Die UBS begann sich 2008 von US-Kunden zu trennen, nachdem im Mai gegen die Bank eine Untersuchung bekannt geworden war. Die ZKB habe schon im Juni 2008 ein Moratorium erlassen, wonach mit bestimmen US- Kunden nicht mehr verkehrt werden durfte. Weitere solche Schritte folgten und die Bank könne so dokumentieren, dass sie nicht von der Situation der UBS in den USA habe profitieren wollen, beteuerte Bankchef Scholl.
Im Juni 2009 habe sich die Bank von Wertschriftenkunden aus den USA getrennt, sagte Scholl. Ende 2011 trennte sich die Bank komplett von amerikanischen Kunden. «Rückblickend wäre ein noch schnellerer Ausstieg aus dem US-Geschäft besser gewesen», sagte er.
Zinsgeschäft legt zu
Das Geschäft der Zürcher Staatsbank lief 2011 indessen gut. Der Gewinn stieg verglichen mit 2010 um 5,6 Prozent auf 769 Millionen Franken. Der Gewinnanstieg basiert primär auf dem Zinsgeschäft, das den Ertrag von 1,10 Milliarden auf 1,18 Milliarden Franken steigern konnte. Der Kommissionsertrag fiel leicht von 532 auf 525 Millionen Franken zurück, während der Handelserfolg von 367 auf 356 Millionen Fr. abnahm.
Vom Gewinn überweist die Bank dem Kanton Zürich 220 Millionen Franken und den 171 Zürcher Gemeinden 110 Millionen Franken. Die Ausschüttungen sind somit gleich gross wie im Vorjahr. Dazu wird dem Kanton das Stellen des Dotationskapitals mit 47 Millionen Franken abgegolten.
Auch das Kundenvertrauen ist intakt geblieben. Im Lauf des Jahres 2011 erhielt die ZKB unter dem Strich 12,3 Milliarden Franken Neugeld, in etwa so viel wie im Vorjahr. Mit 176,6 Milliarden Vermögen unter Verwaltung (+7 Prozent) sieht sich die Bank als fünftgrösster Schweizer Vermögensverwalter. (kpn/sda)
Erstellt: 10.02.2012, 12:07 Uhr
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6 Kommentare
Wie naiv ist ein Wirtschaftsjournalist, der die Frage nach einer Rückstellung für eine allfällige Busse aus den USA stellt? Hätte Scholl eine Zahl genannt, wäre sie zwei Minuten im Internet gestanden und die USA hätten dies (zu Unrecht) als Schuldeingeständis gewertet + gewusst, wieviel sie mindestens fordern können! Als Zürcher bin ich stolz auf das Ergebnis meiner Haus- und Staatsbank. Antworten
Man muss die NUR-Amerikaner endlich rausschmeissen.Probleme haben leider auch die Doppelbürger.Viele Schweizer Fachleute sind in den fünfziger Jahren nach USA gegangen.Inzwischen haben sie die AHV-Vollrente, die sie sich für einen lächerlichen Jahresbeitrag von Ffr. 690.- zum Spottpreis sichern konnten.Viel von diesem Geld liegt noch (sicher z.T.unversteuert) hier. Antworten
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