Ein neuer Pharma-Riese entsteht
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Der zweitgrösste deutsche Generikahersteller Ratiopharm geht für 3,625 Milliarden Euro an den israelischen Pharmakonzern Teva. Das teilten Teva und die Merckle-Gruppe heute Donnerstag mit. Die hoch verschuldete Gruppe hatte sich auf Druck ihrer Gläubigerbanken zum Verkauf von Ratiopharm verpflichtet. Durch die Übernahme entsteht den Angaben zufolge der grösste Hersteller billiger Nachahmermedikamente in Europa.
Das Umsatzvolumen von Teva in Europa steigt dadurch von etwa 3,3 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf ein gemeinsames Umsatzvolumen von etwa 5,2 Milliarden Dollar. Ratiopharm erzielte 2009 weltweit einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. Das Produktportfolio von Ratiopharm umfasst 500 Moleküle in über 10'000 Darreichungsformen, die alle wichtigen therapeutischen Bereiche abdecken und in 26 Ländern vermarktet werden.
Auswahl schwierig
Teva plant nach eigenen Angaben, sämtliche Produktionsstätten zu erhalten und Ratiopharm zur Deutschlandzentrale des gemeinsamen Unternehmens zu machen. Geplant sind auch deutliche Produktionserweiterungen. «Neben den fachlichen Fähigkeiten der Belegschaft haben uns bei Ratiopharm insbesondere die Qualität und Effizienz der Produktionsanlagen auch im internationalen Vergleich beeindruckt», erklärte Teva-Chef Shlomo Yanai.
Bis zuletzt waren drei Bieter im Rennen um Ratiopharm gewesen, darunter auch der US-Konzern Pfizer. «Die endgültige Auswahl erwies sich als ausserordentlich schwierig, aber für uns komfortabel», erklärte der mit dem Bieterprozess beauftragte VEM-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems. Neben dem Kaufpreis habe auch das strategische Konzept der Integration von Ratiopharm in das übernehmende Unternehmen eine zentrale Rolle gespielt.
Genehmigung steht noch aus
Sowohl bei den Produkten als auch in den Märkten passten die beiden Unternehmen gut zusammen. Die gute Präsenz von Teva im asiatischen und US-amerikanischen Markt werde durch Ratiopharm mit einer überdurchschnittlichen Abdeckung in Europa und Kanada ergänzt, teilten die Unternehmen mit.
Oliver Windholz, Geschäftsführer der Ratiopharm-Gruppe erklärte: «Mit seiner internationalen Ausrichtung und unserer gemeinsamen Vision für Generika ist Teva der natürliche Partner für Ratiopharm. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam enorme Wachstumsmöglichkeiten in allen Märkten erschliessen können.» Mit der Genehmigung durch die europäische Kartellbehörde wird im dritten Quartal 2010 gerechnet.
(oku/ddp/sda)
Erstellt: 18.03.2010, 15:07 Uhr
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