Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

«2012 begann besser» – Börse straft CS dennoch ab

Aktualisiert am 09.02.2012

Credit Suisse schnitt 2011 unter den Erwartungen ab. Doch dafür gibt es Gründe. Die Geschäftsleitung erklärt den Medien, welche es sind. Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete live.

«Verhaltene Kundenaktivität»: Konzernchef Brady Dougan informiert an der Jahresmedienkonferenz über die Geschäfte der Credit Suisse.

<i>Aus technischen Gründen können wir Ihnen leider keine TV-Bilder von der Medienkonferenz zeigen.</i>

«Verhaltene Kundenaktivität»: Konzernchef Brady Dougan informiert an der Jahresmedienkonferenz über die Geschäfte der Credit Suisse. Aus technischen Gründen können wir Ihnen leider keine TV-Bilder von der Medienkonferenz zeigen.

(ssc)

  • Zusammenfassung und Ausblick  

    Brady Dougan schliesst die Fragerunde ab. 2011 sei ein «Überbrückungsjahr» gewesen, sagt der oberste CS-Chef. Man habe Kostensenkungen vorgenommen und sei daran, die Eigenkapitalanforderungen für die Zukunft bereits früh zu erreichen. Dougan zeigt sich optimistisch in Bezug auf das Jahr 2012.

    Private Banking verbessern

    300 Millionen Franken betrug der Gewinn aus dem Private Banking im jahr 2011. Im aktuellen Jahr strebt CS ein Ziel von 600 Millionen an, 2014 soll aus der Vermögensverwaltung für reiche Kunden 800 Milllionen Gewinn herausspringen.

    Risiko aus dem Investmentbanking nehemen

    Bis zum Ende des Jahres 2012 will CS die risikogewichteten Aktiven um weitere 31 Prozent reduzieren. Im letzten Quartal 2012 konnte bereits eine Reduktion von 22 Prozent vorgenommen werden.

    Marge im Asset Management erhöhen

    Auch der starke Franken hat 2011 das Ergebnis gedrückt. 5,9 Milliarden Franken Gelder sind abgeflossen, weil Geschäftsfelder geschlossen wurden. Dafür sind 12,1 Milliarden Neugelder hinzugekommen. 2012 will Credit Suisse die Profitabilität im Geschäft weiter erhöhen.

    2 Milliarden einsparen

    2011 wurden bei Credit Suisse bereits 1,2 Milliarden eingespart, vor allem das Investmentbanking war von den Massnahmen betroffen. Bis Ende 2013 sollen weitere 800 Millionen Kosten gespart werden, davon 300 Millionen im Private Banking.

    Risikotransfer zu 6'000 Angestellten

    Mit dem «PAF2»-Bonusprogramm der Credit Suisse werden 6'000 Kaderangestellte variabel entschädigt. Der gesamte Bonuspool hat 2011 um 41 Prozent abgenommen, die aufgeschobene (noch nicht ausgezahlte) Vergütung nahm um 37 Prozent ab. Im ersten Quartal 2012 schlägt PAF2 mit 500 Millionen Franken zu Buche. Mit dem Programm werden riskante, aber auch potenziell Ertragsreiche Wertpapiere von der Bank zu den Angestellten verschoben.

  • Enttäuschte Reaktionen  

    Nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen haben die Aktien der Credit Suisse im Minus notiert. Um 11.15 Uhr waren sie 2,1 Prozent weniger wert als zu Handelsbeginn. Credit Suisse zeigte damit das zweitschlechteste Handelsergebnis in einer Grupppe von 43 Banken und Finanzdiensteleistern in Europa. Derweil bewegte sich der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) mit -0,01 Prozent minimal im Minus.

    Die Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen ziemlich enttäuscht - sowohl vom vierten Quartal wie auch vom ganzen Geschäftsjahr 2011. Verschiedene Marktbeobachter bemängelten die deutlich gesunkene Bruttomarge im Private Banking. Mit 109 Basispunkten sei diese so tief wie noch nie in den letzten Jahren, schreibt etwa die ZKB.

    Ein von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragter Analyst spricht von «sehr schwachen Resultaten, an jeglichen Standards gemessen». Angesichts der rapportierten Resultate sei klar, dass es Probleme im gesamten Unternehmen gebe.

    (sda/Bloomberg)

  • Was sind die Perspektiven?  

    UBS habe vor zwei Tagen einen detaillierten Outlook gegeben, sagt ein Journalist. Wie sieht es bei CS aus? Brady Dougan will keine Zahlen nennen und beschränkt sich auf die Aussage, dass das Jahr 2012 im Gegensatz zum Ende des Jahres 2011 gut begonnen habe. In unsicherem Marktumfeld will sich die CS behaupten. Die Renditeerwartungen von 15 Prozent seien bislang erfüllt, sagt Brady Dougan.

  • Wieder Millionenboni?  

    Was beinhaltet das neue Bonusprogramm genau, fragt ein Journalist. Wird Dougan wieder 70 Millionen Bonus verdienen? Mit dem neuen Bonusprogramm PAF 2 werden Riskopapiere an Angestellte ausgegeben, sagt Dougan. Damit erhält die Bank eine erhöhte Sicherheit, gleichzeitig haben die Angestellten, die an diesem Programm teilnehmen, Gewinnchancen.

    Das letzte Programm (PIP), welches zu teilweise hohen sehr Vergütungen geführt hatte, sei ähnlich gelagert gewesen. 2009 wurden auch toxische Papiere in dieses Programm gepackt. Im nachhinein hätten sich die Papiere als gewinnbringend herausgestellt.

  • Wo kommen neue Kunden her?  

    Wie könne man sicher sein, dass die 44 Millionen Neugelder keine unversteuerten Gelder seien, fragt eine Journalistin vom Westschweizer Fernsehen. Brady Dougan sagt, die Regionen Asien-Pazifik und Europa/Nahost seien der grösste Wachstumsmarkt im Private Banking. Credit Suisse könne nie vollständig sicher sein, dass alle Kunden ihre Gelder versteuern würden. Man bemühe sich um Compliance.

  • Immer noch «best in class»?  

    Wie will die Credit Suisse zurück zum «leader of the industry» werden, fragt ein Journalist. CS-Chef Dougan verweist auf die Sparmassnahmen, die im letzten Halbjahr beschlossen wurden, und auf die frühen Anstrengungen der Bank, die Eigenkapitalvorschriften zu erfüllen. Das aktuelle Umfeld sei sehr «verwirrend», sagt Dougan. Credit Suisse sei unter den ersten Banken gewesen, die Coco-Bonds ausgegeben hätten. Vor einem Jahr sei dies ein unsicheres Unterfangen gewesen. Andere Institute hätten sich später der CS angeschlossen. Credit Suisse nehme immer noch eine Führungsrolle in der Bankenindustrie ein.

  • Geldabfluss aus Clariden Leu?  

    Ist ein Abfluss von Kunden und Kundengeldern von Clariden Leu zu befürchten? Private-Banking-Chef Hans-Ulrich Meister hält dies für wenig wahrscheinlich. Die juristische Integration von Clariden Leu finde im April statt, die operationelle Integration im Juni.

  • «Plan B» im Steuerstreit?  

    Journalist Lukas Hässig fragt nach dem «Plan B» der Credit Suisse, falls es zu einer Anklage durch die US-Steuerbehörden kommt. Dougan zufolge wurde stets konstruktiv mit den Schweizer und den US-Behörden gearbeitet. Dass es nicht zu einer Anklage kommt, sei der «Plan A, B und C» von Credit Suisse.

  • Kunden von UBS übernommen?  

    Eine Journalistin verlangt Details zum US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Laut Brady Dougan habe die Credit Suisse seit 2008 die Regel befolgt, dass man keine UBS-Kunden übernehmen wolle. Die Bank bemühe sich, alle Gesetze einzuhalten.

  • Rückstellungen wegen US-Kunden?  

    Reichen die vorgenommenen Rückstellungen aus, will ein Journalist wissen. Und wozu werden die Gelder verwendet? Laut Konzernchef Dougan wurden Gelder auf die Seite gelegt für juristische Kosten, aber auch für mögliche Strafzahlungen. Es sei schwierig, in diesem Bereich Vorhersagen zu treffen, sagt Dougan. Daten seien stets an die Schweizer Behörden geliefert worden, diese müssten entscheiden, was damit weiter zu tun sei.

  • Kunden herausgeworfen?  

    Hat die Credit Suisse Kunden im Asset Management herausgeworfen, oder haben die Kunden Credit Suisse selbst verlassen? Dougan bleibt unklar. Credit Suisse sei an institutionellen Kunden interessiert, aber es gebe Schwankungen im Geschäft.

  • «Fire Sale» von Risikopapieren?  

    Erwartet die Credit Suisse ein schlechteres Geschäftsumfeld, weil sie Risikopapiere so schnell abstösst? Brady Dougan sagt, die Bank strebt die Anforderungen von Basel III möglichst früh an. Gegen Ende 2012 dürften viele Banken versuchen, die risikogewichteten Aktiven zu reduzieren, möglicherweise könnte das Marktumfeld dann ungünstiger sein.

  • Weitere Entlassungen?  

    Ob zu den 3'500 geplanten Entlassungen noch weitere dazukommen, will ein Journalist wissen. Dougan sagt, das 2-Milliarden-Sparprogramm sei bereits gut unterwegs. Rund 1'500 Stellen wurden bereits abgebaut. Zusätzliche Entlassungen hält der Konzernchef für wenig wahrscheinlich, er schliesst sie aber auch nicht aus. Weitere Stellen in der Schweiz würden aber kaum abgebaut werden.

  • Liquidität  

    Credit Suisse erfüllt die kurzfristigen Liquiditätsanforderungen der Schweizer Regulierung mit Bravour – damit beschliesst Finanzchef Mathers seine Präsentation. Nun folgt die Fragerunde der Jouranlisten.

  • Finanzkrise  

    Laut Finanzchef Mathers sind die Spätfolgen der US-Finanzkrise nun beinahe überwunden. Die Bank hat Mittlerweile die grosse Mehrheit der US-Immobilienpapiere abgestossen.

  • Emerging Markets stark  

    CFO David Mathers hebt den Zustrom von Kundengeldern als positiven Aspekt hervor. Das Geschäft in Asien laufe gut. In Japan hat Credit Suisse eine lokale Vermögensverwalterin hinzugekauft.

    4.0 Milliarden Neugelder im Bereich Asset Management: Finanzchef Mathers hebt vor allem das Wachstum in Asia-Pacific hervor. Die Aktivitäten in dieser Region haben um 13 Prozent zugenommen gegenüber dem Vorjahr 2010.

  • Investmentbank  

    Rikikoreduktion

    Laut Finanzchef Mathers hat das Investmentbanking unter anderem gelitten, weil Risiken 2011 signifikant reduziert wurden. Dafür wurden die Eigenkapitalanforderungen unter Basel III neun Monate schneller als erforderlich erfüllt.

  • Kostensenkungen  

    Wirksamkeit bis 2013

    David Mathers, Finanzchef der Credit Suisse, kommentiert die Jahreszahlen. Gründe für den Gewinneinbruch liegen beim Kostensenkungsprogramm, das im november 2011 gestartet wurde. Paradoxerweise verursacht dieses Programm selbst einige Kosten. Bis Ende 2013 sollen aber bis zu 2 Milliarden Franken gespart werden. Das Bonusprogramm «PAF 2» wird im ersten Quartal 2012 ausgezahlt.

  • Steuerstreit  

    «Wir arbeiten an einer Lösung»

    Brady Dougan geht auf das Thema unversteuerter Gelder in den USA ein. Credit Suisse nehme das Thema sehr ernst, so der Konzernchef. Man kooperiere vollständig mit den Behörden in den USA und in der Schweiz. Daten seien aber nur an die Schweizer Behörden geliefert worden.

  • US-Kundengelder  

    Aktie sackt ab

    Die CS-Aktien notieren zu Handelsbeginn mit 3,69 Prozent tief im Minus. Um 9.08 Uhr werden sie mit 24.30 Franken bewertet.

  • Verluste  

    «Klar enttäuschend»

    Beinahe eine Milliarde Franken Verlust im vierten Quartal – Konzernchef Brady Dougan sieht trotzdem zuversichtlich in die Zukunft. Die Bank hat ihre Kapitalanforderungen gemäss den neuen Anforderungen neun Monate im Voraus erfüllt.

  • 09:00 Uhr  

    Beginn der Medienkonferenz

    Der Start der Jahresmedienkonferenz ist auf 9.00 Uhr angesetzt. Um 10.30 Uhr findet eine Konferenz für Analysten statt. Bernerzeitung.ch/Newsnet hält Sie über beide Präsentationen auf dem Laufenden.

  • Ausgangslage  

    In einem Umfeld anhaltender Finanzmarktprobleme sind die Geschäfte der Credit Suisse (CS) im Lauf des Jahres 2011 von Quartal zu Quartal immer mehr erlahmt. Zwischen Oktober und Dezember erlitt die zweitgrösste Schweizer Bank einen Verlust von 637 Millionen Franken.

    Die Kosten für den Konzernumbau mit der Streichung von rund 3500 Stellen, der Rückzug aus Geschäftsfeldern und der Abbau von Risikopapieren kostete die Bank fast eine Milliarde Franken, wie die Bank heute mitteilt. Allerdings läuft auch das Kerngeschäft schlecht.

    Das Investmentbanking bescherte der Bank im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 1,31 Milliarden Franken. Im Vorjahr war die Sparte mit 558 Millionen Franken Gewinn noch profitabel gewesen.

    Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden, das Private Banking, brachte im vierten Quartal 467 Millionen Franken Vorsteuergewinn, etwa die Hälfte des Ergebnisses vom Vorjahr. Der Vermögensverwaltung gelang es aber, über das Jahr hinweg unter dem Strich 44,5 Milliarden Franken Neugelder anzuziehen.

    Nicht nur ist das Geschäft der CS im Laufe des Jahres von Quartal zu Quartal schlechter gelaufen, der Abschluss liegt weit unter den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr 2011 meldet die Bank einen Gewinn von 1,95 Milliarden Franken, weniger als die Hälfte der 5,1 Milliarden Franken von 2010. Die Aktionäre erhalten 0,75 Franken Dividende, nach 1,30 Fr. im Vorjahr.

    Zu spüren bekommen das schlechte Ergebnis auch die Mitarbeiter: Wie die CS ebenfalls am Donnerstag bekanntgab, wird der Bonustopf um 41 Prozent geringer gefüllt sein als im Vorjahr. CS-Chef Brady Dougan bezeichnete die Ergebnisse der Bank in einer Mitteilung als «enttäuschend».

    Auch die Zukunft birgt Unsicherheiten: Die CS gehört zu 11 Schweizer Banken, die derzeit im wieder eskalierenden Steuerkonflikt mit den USA im Visier der amerikanischen Behörden stehen. Für eine mögliche Strafzahlung an die US-Behörden hat die CS im dritten Quartal 295 Millionen Fr. zurückgelegt.

Erstellt: 09.02.2012, 08:52 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.