Ein Konto des Medellin-Kartells bei der UBS?
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 09.11.2009
Die kolumbianische Drogenmafia soll ein Konto über 1,037 Millionen Dollar bei der UBS unterhalten. Das berichtet die Finanzplattform «Finews» mit Bezug auf kolumbianische Medienberichte. Das Konto lautet gemäss dem Magazin «Semana» auf die Namen von Carlos Alberto Gaviria Velez und Jesus Maria Rivero Garcia. Beide standen in Verbindung zu Pablo Escobar, dem 1993 von einer kolumbianischen Spezialeinheit erschossenen Chef des mächtigen Kokainkartells von Medellin.
Carlos Alberto Gaviria Velez ist der Bruder von José Obdulio Gaviria und Cousin von Pablo Escobar. Obdulio Gaviria war auch für den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe als Berater tätig. Laut «Colombia Reports» besteht auch ein Zusammenhang zwischen Carlos und der Ermordung eines Redaktors der Zeitung «El Espectador» im Jahr 1986. Der Journalist hatte über den Einfluss der Drogenhändler in der kolumbianischen Politik berichtet.
Ein Kontoinhaber mittlerweile von der Polizei erschossen
Beim zweiten Inhaber des Kontos bei der UBS, Jesus Maria Rivero Garcia, handelt es sich um einen Decknamen. Diese falsche Identität wurde von Riveros Gustavo de Jesus Gaviria benutzt; einem führenden Mafiosi in Pablo Escobars Imperium. 1990 wurde er von der Polizei erschossen und trug dabei einen Ausweis mit diesem falschen Namen auf sich.
Die Konten bei der UBS wurden gemäss den Quellen seit den 80er Jahren nicht mehr benutzt. Aufgeflogen ist die ganze Sache durch die Untersuchung, die die Behörden der Schweiz und der USA gemeinsam im Zusammenhang mit möglichen Steuerbetrugsdelikten in den USA durchführen. Die UBS selbst nimmt auf Anfrage mit Verweis auf das Bankgeheimnis keine Stellung. Carlos Alberto Velez Gaviria selbst hat erklärt, er und seine Brüder hätten nie etwas mit ihren Cousins vom Medellin-Kartell zu tun gehabt. Die Finma war bis zum Publikationszeitpunkt nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Eine Reihe weitere Konten
Die Behörden haben offenbar eine ganze Reihe weitere Konten auch bei anderen Banken entdeckt, die einstigen Mitgliedern des Medellin-Kartells gehören sollen. Allein auf Carlos Alberto Gaviria Velez lauten neben der UBS zwei weitere Konten: Eins der Credit Lyonnais mit einem Betrag von 1,659 Millionen Dollar und eins bei der Banque Generale de Luxembourg mit 2,037 Millionen Dollar. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.11.2009, 13:52 Uhr
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