Ein Jahr ohne grössere Schäden

2015 war für die Gebäudeversicherung Bern erneut ein armes Schadenjahr – das sechste in Folge. Die diesjährige Präventionskampagne gilt dem Blitz: ­blitzschnell blitzsicher.

Die durchschnittliche Gesamtschadenssumme der letzten 20 Jahre liegt bei 123 Millionen Franken - wegen dreier Ausreisser.


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69,4 Millionen Franken musste die Gebäudeversicherung Bern (GVB) im vergangenen Jahr für Feuer- und Elementarschäden vergüten. Der Betrag liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 123 Millionen Franken. Den grössten Schaden wurde am 6. Juni 2015 vom Hagelzug im Gürbetal verursacht: Knapp 2500 Schadenmeldungen führten zu Schadenersatzzahlungen von 5 Millionen. Allein in Mühlethurnen waren 69 Prozent der Gebäude beschädigt, was die GVB 2,6 Millionen Franken ­kostete.

Diese 2,6 Millionen sind Peanuts. Wäre das Unwetter 16 Kilometer nördlich über die Stadt Bern gezogen, hätte das die GVB hochgerechnet 360 Millionen Franken gekostet, sagte gestern Ueli Winzenried, der Geschäftsleitungsvorsitzende der GVB.

Intakte Reserven

Der Zahlenvergleich zeigt, wie unwägbar Naturereignisse sind. Um aufs Schlimmste vorbereitet zu sein, muss die GVB mit einer maximalen Schadensumme von 1,5 Milliarden Franken rechnen. «Unsere Reserven für zukünftige Grossereignisse sind wieder intakt», so Winzenried an der Bilanzmedienkonferenz.

Stark eingebrochen ist das Kapitalergebnis. Dass es dennoch positiv abschliesst, sei dem hohen Immobilienbestand zu verdanken, hiess es gestern an der Bilanzmedienkonferenz. So liegt der konsolidierte Gewinn mit 7,6 Millionen Franken nur leicht unter dem Vorjahr. Fast die Hälfte des Gewinns, 3,6 Millionen Franken, stammt von der GVB Privatversicherungen. Damit konnte die Tochtergesellschaft, die freiwillige Zusatzversicherungen anbietet, bereits im dritten Jahr ihres Bestehens einen substanziellen Gewinn erzielen und nicht erst im fünften, wie ursprünglich budgetiert.

So kann die GVB auch dieses Jahr den Hauseigentümern 25 Millionen Franken zurückerstatten, entsprechend einer Prämienreduktion von 14 Prozent. In den letzten vier Jahren erhielten die Versicherten durchschnittlich 15,6 Prozent der Prämien beziehungsweise 105 Millionen Franken zurück.

Prävention

Traditionsgemäss stellt die GVB an ihrer Bilanzmedienkonferenz jeweils ihre Präventionskam­pagne vor: Vor zwei Jahren galt sie dem Brandschutz. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es nicht der unachtsame Umgang mit dem Feuer, das zu den meisten Bränden führt. Die häufigste Brandursache ist die Elek­trizität, weshalb die GVB 20'000 Brandschutzmelder zu einem Spezialpreis von 5 Franken abgegeben hatte.

Blitzschnell blitzsicher

Letztes Jahr thematisierte die GVB die unterschätzte Brandgefahr durch Asche. Sie liess durch Künstler abschliessbare Metallkübel gestalten, die an der BEA verteilt und später in Landi-Läden zu einem Spezialpreis zu haben waren. Dieses Jahr gilt die Schwerpunktkampagne dem Blitz. Erstaunlich: Nur 60'000 der insgesamt 400'000 Gebäude im Kanton Bern haben ein Blitzschutzsystem, zum Beispiel in Form eines Blitzableiters. Dabei wird jeder dritte Feuerschaden durch einen Blitz ausgelöst. Meistens verursachen Blitze nur kleinere Schäden, etwa an Elek­trogeräten. Vom Gesamtvolumen an Feuerschäden entfallen 6 Prozent auf einen Blitzeinschlag. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 23.03.2016, 21:33 Uhr)

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