EU-Krisenländer schulden Roche und Novartis Milliarden

Die Spitäler Spaniens und Griechenlands stehen bei den Schweizer Pharmafirmen tief in der Kreide. Bis zu 30 Prozent aller Rechnungen seien unbezahlt.

Griechische Spitäler können ihre Medikamente nicht bezahlen: Das Apostel-Paulus-Krankenhaus in Athen. (16. August 2004)

Griechische Spitäler können ihre Medikamente nicht bezahlen: Das Apostel-Paulus-Krankenhaus in Athen. (16. August 2004) Bild: AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Griechenland, Italien, Spanien und Portugal stecken in einer tiefen Wirtschaftskrise. Das bekommen auch die Schweizer Pharmaunternehmen zu spüren. Die Spitäler der Krisenländer können ihre bestellten Medikamente nicht bezahlen.

Bei Roche (ROG 261.9 1.83%) belaufen sich die Forderungen per Ende Dezember 2011 auf 2,1 Milliarden, sagt ein Sprecher in der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung». In Spanien sei die Zahlungsmoral besonders schlecht: «Wir haben in Spanien mehrere Spitäler, die ihre Rechnungen seit drei Jahren nicht mehr bezahlt haben».

Zahlungsmoral ist Diplomatenthema

Laut dem Branchenverband Farmaindustria schuldet der öffentliche Sektor des Landes internationalen Pharma- und Medizintechnikunternehmen total 12 Milliarden Euro. Rechnungen würden im Durchschnitt erst nach mehr als 500 Tagen beglichen.

Der Schweizer Botschafter in Madrid, Urs Ziswiler, bestätigt gegenüber der «Handelszeitung», dass in den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern die Zahlungsmoral der Spanier gegenüber der Schweizer Pharmaindustrie eines der wichtigsten Themen sei.

Novartis (NOVN 93.4 1.91%) nennt keine exakten Beträge, bestätigt gegenüber der «Handelszeitung» allerdings, dass rund 30 Prozent aller 2010 bei südeuropäischen Ländern gestellten Rechnungen unbezahlt seien.

Griechenland zahlte nur noch mit Schrottpapieren

Bereits im September 2011 hatte Roche die Medikamtenten-Lieferungen an zahlungsunwillige Spitäler in Griechenland gestoppt. Konzernchef Severin Schwan sagte damals, die betroffenen Gesundheitseinrichtungen hätten ihre Rechnungen zum Teil seit vier Jahren nicht mehr beglichen.

Davor wurde bekannt, dass Griechenland seine Schuldner nur noch mit Staatsanleihen bezahlte. Roche gab an, die erhaltenen Titel umgehend verkauft zu haben. (kle)

(Erstellt: 16.02.2012, 11:01 Uhr)

Stichworte

Roche

Novartis

Artikel zum Thema

Roche kauft Firma mit Grossverdiener

Der Basler Pharmakonzern will den US-Gentechnik-Spezialisten Illumina übernehmen. Der Chef dieses Unternehmens verdient mehr als der Durchschnitt der Roche-Konzernleitung. Mehr...

Roche steigert Gewinn trotz Frankenstärke

Trotz deutlich weniger Verkäufen: Der Pharmakonzern Roche hat 2011 mit 9,5 Milliarden Franken 7 Prozent mehr verdient als noch im Vorjahr. Roche-Chef Severin Schwan verdiente 11,3 Millionen Franken. Mehr...

«Grosszügiger Sozialplan» für Novartis-Stellenabbau in Basel

Pharma Die Novartis-Angestellten, die in Basel ihren Arbeitsplatz verlieren, erhalten eine «grosszügige Abgangsentschädigung». Mehr...

[Alt-Text]

Kommentare

Blogs

Blog Mag Mama kocht, Papa wärmt auf
Sweet Home Feigen – ein kleiner Luxus
Outdoor Zwei Höllenritte und eine sanfte Wanderung

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Die Welt in Bildern

Feuer frei: Vorerst brennt lediglich der Sand in den Augen und in der Lunge am jährlichen Burning Man Festival in der Black Rock Wüste von Nevada (2. September 2015).
(Bild: Andy Barron /The Reno Gazette-Journal) Mehr...