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«Diese Aktie hat Schiffbruch erlitten»

Aktualisiert am 22.05.2012 64 Kommentare

Nach dem gestrigen Aktieneinsturz von Facebook machen sich Verunsicherung und Spott breit. Die Schuldigen scheinen bereits ausgemacht: Drei Protagonisten stehen im Fokus.

Viele sehen im Börsenbetreiber Nasdaq einen Mitschuldigen: Schaulustige auf der New Yorker Wall Street. (18. Mai 2012)

Viele sehen im Börsenbetreiber Nasdaq einen Mitschuldigen: Schaulustige auf der New Yorker Wall Street. (18. Mai 2012)
Bild: Keystone

Abwärtstrend hält an: Facebook-Aktie gab in Frankfurt weiter nach. (Video: Reuters)

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Facebook: Das grösste soziale Netz geht an die Börse

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Der Börsengang von Facebook ging am Freitag, 18. Mai 2012 über die Bühne. Es war der zweitgrösste Börsengang aller Zeiten.

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Nun dürfen sich all jene bestätigt fühlen, die den Hype um den Börsengang von Facebook (FB 25.66 -0.38%) von Anfang an nicht verstanden haben: Der Aktienkurs fiel gestern – dem erst zweiten Handelstag – bis zu Börsenschluss um 11 Prozent. Damit lag das Papier gestern Abend bei nur noch 34 Dollar, der ursprüngliche Ausgabepreis lag bei 38 Dollar (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete).

Gestern Morgen kostete die Aktie gar nur noch 33 Dollar. Berücksichtigt man das Zwischenhoch, als das Papier am Freitag an der 45-Dollar-Marke kratzte, so bedeutet dies einen Kursverlust von fast 30 Prozent. Milliarden Dollars lösten sich so in Luft auf. «Diese Aktie hat Schiffbruch erlitten», lässt sich ein New Yorker Hedgefonds-Manager vom «Wall Street Journal» zitieren.

«Wir halten die derzeitige Bewertung von Facebook für unattraktiv»

Die Schuldigen des «Facebook-Fiaskos» wie «Spiegel online» den Börsengang des Sozialen Netzwerks nennt, sind für die Kritiker schnell ausgemacht. Börsen-Analysten und die Presse schiessen sich primär auf drei Gruppen ein:

Die Banken: Grosse Geldinstitute wie Morgan Stanley waren für den Börsengang verantwortlich. Sie legten letztlich auch den Ausgabepreis von 38 Dollar fest, den viele als zu hoch empfinden. US-Analyst Richard Greenfield sagt gegenüber der «Forbes»: «Wir halten die derzeitige Bewertung von Facebook für unattraktiv». Ein anderer Analyst äussert sich gegenüber dem «Wall Street Journal» noch unmissverständlicher: Die Konsortialführer hätten diesen Börsengang völlig vergeigt. «Die ganze Sache hätte nur halb so gross sein dürfen». Um den Aktienkurs zu stützen, haben Geldinstitute am Freitag künstlich eingegriffen und im grossen Stil Aktien gekauft. Am Montag liessen sie «dem Schicksal offenbar freien Lauf», schreibt «Spiegel online».

Nasdaq: Der Börsenstart ist von einem Systemzusammenbruch des Börsenbetreibers Nasdaq überschattet worden. Dies hatte etwa zur Folge, dass Anleger teilweise Stunden lang nicht wussten, ob ihre Kauforder durchgeführt worden waren. Ausserdem hatte sich der Start des Börsengangs am Freitag um rund eine halbe Stunde verspätet. Dies führte bei den Anlegern zu einer Verunsicherung, die offenbar bis jetzt anhält. Auf Twitter kursiert zurzeit ein Witz auf Kosten der elektronischen Börse: «Nun gibt es den Dislike-Button auf Facebook – er nennt sich Nasdaq». Der Börsenbetreiber gab sich nach der Facebook-Panne entsprechend selbstkritisch: Dies war nicht unsere beste Stunde, sagte Nasdaq-Chef Robert Greifeld am Sonntag vor versammelten Medien. Aufgrund der versagenden Elektronik wünschen sich viele zurück in ältere, bessere Zeiten. Jared White – ein Broker von Great Point Capital – sagte gegenüber dem «Wall Street Journal»: «Ich will die Parkett-Broker zurück. Menschen können so was einfach besser».

Facebook: Die Strategie von Facebook schien für viele von Anfang an unklar. Mit was möchte das Portal genau sein Geld verdienen? Vor allem betreffend Werbemöglichkeiten bestehen beim Sozialen Netzwerk noch viele Fragezeichen. Dieser Umstand verunsicherte Grossanleger wie General Motors, die kurz vor dem Börsengang absprangen und ihre 10 Millionen Dollar zurückzogen, weil sie die Investition als wirkungslos betrachteten (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete). 10 Millionen Dollar ist zwar ein verhältnismässig kleiner Betrag, jedoch mit einer grossen Signalwirkung. Manche Börsianer fühlten sich offenbar durch die Abwesenheit der Facebook-Führungsriege verunsichert, als das Börsendebakel seinen Lauf nahm: «Keine Interviews, keine Statements, und auch Zuckerberg verschwand sofort wieder. Das Einzige, was die Welt danach zu sehen bekam, waren die Fotos von seiner Überraschungshochzeit», schreibt «Spiegel online».

(mrs)

Erstellt: 22.05.2012, 10:16 Uhr

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64 Kommentare

Peter Haller

22.05.2012, 10:26 Uhr
Melden 221 Empfehlung 0

Die Milliarden Dollar lösen sich eben nicht in Luft auf, sondern sie waren NIE vorhanden.
Das ist, wie bei einer Ware im Schaufenster, an der man lediglich das Preisschild ändert!
Antworten


salzberg quark

22.05.2012, 10:22 Uhr
Melden 132 Empfehlung 0

der einzige schuldige ist facebook selbst - heisse luft für eine luftibus-idee. keinerlei erhebungen was die werbung auf facebook für die unternehmen effektiv an mehrwert und ertrag effektiv bringt, mit geplänkel und selbstdarstellung von fb-mitgliedern allein lässt sich nichts reales verdienen ausser bei einem hype dabei zu sein. Antworten



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