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«Die haben mich verarscht»

Aktualisiert am 09.09.2011 27 Kommentare

Nach ihrer Entlassung bei Yahoo erzählt die ehemalige Konzernchefin Carol Bartz, wie die Kündigung verlief. Dabei nimmt die 63-Jährige kein Blatt vor den Mund.

Kann mit einer satten Abfindung rechnen: Ex-CEO von Yahoo, Carol Bartz. (Archivbild)

Kann mit einer satten Abfindung rechnen: Ex-CEO von Yahoo, Carol Bartz. (Archivbild)
Bild: Reuters

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Gerade zimperlich geht Carol Bartz mit ihrem einstigen Arbeitgeber nicht um. Wenige Tage nach ihrer Entlassung als CEO von Yahoo (YHOO 15.36 0.07%) gab die 63-Jährige dem US-Magazin «Fortune» ein erstes Interview. In diesem spart sie nicht an Kraftausdrücken: «These people fucked me over», kommentiert Bartz ihre Kündigung. Auf gut Deutsch und etwas abgeschwächt heisst das so viel wie : «Die haben mich verarscht.»

Im Exklusivinterview mit dem Magazin schildert sie, wie die Kündigung vor sich ging. Sie habe sich aufgrund einer Konferenz in New York aufgehalten, von wo aus sie sich am Dienstag telefonisch beim Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock melden sollte. «Kurz nach sechs Uhr rief ich ihn an», so Bartz. Bostock habe sofort begonnen, ihr das Entlassungsschreiben der Anwälte vorzulesen. Darauf habe sie ihm gesagt: «Roy, ich glaube, das ist ein Skript. Weshalb hast Du nicht die Eier, mir das persönlich mitzuteilen?» Bostock habe das Dokument zu Ende gelesen, was sie mit dem Satz kommentiert habe: «Ich dachte, du hättest mehr Klasse».

Ungeduldiger Verwaltungsrat

Mit der Entlassung von Carol Bartz endete eine zweieinhalbjährige Zusammenarbeit zwischen der 63-Jährigen und Yahoo, welche von Turbulenzen bestimmt war. Wie die «Financial Times Deutschland» berichtet, schaffte es Bartz in dieser Zeit trotz eines harten Sparprogramms nicht, den Unternehmenswert des Internetkonzerns zu steigern. Das Unternehmen musste massiv Werbeeinnahmen an die Konkurrenten Google (GOOG 591.53 -2.01%) und Facebook abtreten.

«Ich habe denen gesagt, dass eine Wertsteigerung erst ab 2012 möglich sei», meint Bartz im Interview mit «Fortune». Der Verwaltungsrat sei ungeduldig geworden und habe Angst gekriegt, weil er nach dem ausgeschlagenen Verkaufsdeal mit Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) 2007 als «schlechtestes Aufsichtsgremium des Landes» dagestanden habe. «Nun versuchen sie, nicht ganz als die Vollidioten dazustehen, die sie tatsächlich sind», sagt Carol Bartz unverblümt.

Stolze Abfindung

Auf die Frage, was sie von ihrem Nachfolger, dem interimistisch waltenden Tim Morse halte, antwortet die Ex-Yahoo-Chefin kulant: «Er ist ein super Typ.» Doch was die langfristigen Pläne des Internetkonzerns betrifft, ist der Fall für Bartz klar: «Die sollten mich an Bord holen. Ich weiss, was zu tun ist.»

Den Humor scheint Carol Bartz nicht verloren zu haben. So erklärt sie dem Journalisten des Magazins, sie sei noch immer Mitglied des Yahoo-Ausschusses. Dort wolle sie auch bleiben: «Ich will sicher gehen, dass die Angestellten nicht glauben, ich hätte sie im Stich gelassen. Zudem besitze ich zu viele violette Kleider.» Letzteres in Anlehnung an die Unternehmensfarben gemeint. Witze, die sie sich leisten kann. Laut «Financial Times Deutschland» dürfte Bartz eine Abfindung von rund 10 Million Dollar erhalten. Ihr Vertrag mit Yahoo wäre nämlich noch eineinhalb Jahre weitergelaufen. (kpn)

Erstellt: 09.09.2011, 10:10 Uhr

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27 Kommentare

Geri Mouse

09.09.2011, 10:50 Uhr
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Sie hat die letzten 2 1/2 Jahre je 12 Mio USD je Jahr verdient, mit der Abfindung von 10Mio USD zusammen ergibt das also für 18 Monaten arbeiten USD 28 Millionen. Sie sollte also blos nicht jammern und eher an die Mitarbeiter denken die sie gefeuert hat weil die nicht in ihren Arsch gekrochen sind. Auf youtube findet man genügend Videos über Madam. Von mir definitiv kein Mitleid. Oh no ! Antworten


Marc Peer

09.09.2011, 12:02 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Jö. Am niedlichsten sind diese skruppellosen CEOs, wenn sie Unschuldslämmer und Betrogene spielen.
Bestimmt eine gute Erfahrung für die Dame, wenn sie ihre eigene Geschäftspolitik mal am eigenen Leibe erfährt. Wobei, bei 10 Mio Abfindung sollte sie eigentlich besser die Klappe halten.
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