«Die USA werden versuchen, mit anderen Banken dasselbe zu tun»
«Unversteuerte Vermögen gibt es bei allen Schweizer Banken»: Nikolaus Senn. (Bild: Tom Haller)
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Herr Senn, wie schätzen Sie die Einigung im US-Steuerstreit ein?
Das kann man heute noch nicht sagen. Ich erwarte eine recht vernünftige Lösung, aber sie wird hart ans Bankgeheimnis herangehen.
Befürchten Sie das Ende des Bankgeheimnisses?
Nein. Das wird bleiben. Aber es wird eine deutliche Verwässerung geben. Die Frage ist auch, für wen es bleibt.
Sehen Sie eine Gefahr, dass sich auch andere Länder, etwa Deutschland oder Frankreich, mit ähnlichen Forderungen melden?
Das glaube ich nicht. Die Deutschen etwa haben keine Druckmittel wie die USA.
Was wird die Einigung für andere Schweizer Banken bedeuten?
Sie werden mehr oder weniger ins gleiche Fahrwasser kommen wie die UBS. Wenn sich die Dinge bei der UBS normalisiert haben, werden die Amerikaner versuchen, das mit den anderen Banken auch zu machen. Unversteuerte Vermögen gibt es bei allen Schweizer Vermögensverwaltungsbanken.
Der Bundesrat lässt der UBS freie Hand bei den Boni, was viele ärgert.
Die Bonusdiskussion haben Leute angestossen, die nicht wissen, wie ein Grossunternehmen funktioniert.
Für viele ist es unverständlich, dass Manager so viel verdienen, wenn die Bank Staatshilfe bezieht.
Wenn hier eingegriffen wird, zerstört man die Personalpolitik einer international tätigen Bank. Da kann man darauf wetten, dass Mitarbeiter abgeworben werden, und dann könnte man gleich Konkurs anmelden. Solange es keine internationale Lösung gibt, ist hier nicht viel zu machen.
Und sehen Sie eine internationale Lösung?
Nein. Da sind alle dagegen, die Amerikaner, die Engländer ebenfalls, ich sehe sie nirgends kommen.
Die UBS kämpft immer noch mit einem Neugeldabfluss. Wird das jetzt mit dem Vergleich aufhören?
Ja, das dürfte aufhören, sobald wieder Normalität eingekehrt ist. Die UBS war total blockiert. Sie hat in der Zwischenzeit viel neu geordnet.
Wie schätzen Sie die Arbeit von UBS-Chef Grübel ein?
Er ist auf dem richtigen Weg und hat alte Zöpfe abgeschnitten. Die UBS dürfte sehr bald in eine vernünftige Arbeitssituation kommen. Ich bin froh, dass er das so macht und die UBS hoffentlich noch dieses Jahr wieder in die Gewinnzone bringt. (NEWS)
Erstellt: 14.08.2009, 07:18 Uhr
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