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Die UBS und der Bundesrat wehren sich vehement gegen die USA

Aktualisiert am 01.05.2009 14 Kommentare

Der Bundesrat und die UBS haben Stellung bezogen: Sie fordern die Justiz auf, die Klage der US-Steuerbehörde, welche die Herausgabe von 52'000 UBS-Kundendaten verlangt, nicht weiter zu verfolgen.

1/14 Verschiedene Kundenberater sollen Gelder von der UBS zu anderen Banken gebracht haben, nachdem die USA 2008 gegen die Bank Ermittlungen aufgenommen hatten. (Bild: Banker am Paradeplatz)

   

In einem Brief, welcher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, schreibt der Bundesrat, eine solche Informationspflicht würden die Souveränität der Schweiz und das internationale Recht verletzen.

Das Schweizer Gesetz verbiete die Herausgabe von vertraulichen Informationen an ausländische Regierungen, wenn die Anfrage dafür nicht über die amtlich vorgesehenen Kanäle eingetroffen sei. Das Vorgehen gegen die UBS bezeichnete der Bundesrat als übermässig angelegte «Fisch-Expedition», welche mit der gültigen Rechtsgrundlage unvereinbar sei.

60-Seitige UBS-Stellungnahme

Ähnlich wie der Bundesrat äusserte sich die UBS in ihrer Stellungnahme. Aus Respekt vor der Rechtssprechung und der Souveränität eines anderen Staates solle die Klage fallen gelassen werden.

Im 60-seitigen Schreiben wird dargelegt, wie die UBS und ihr Personal das Schweizer Strafrecht verletzen würden, falls sie Daten, die dem Bankengeheimnis unterliegen, herausrücken würden, ohne dass ein erhärterter Verdacht gegen Kunden vorliegt.

Die Vorladung sei inkompatibel mit dem Steuerabkommen zwischen der Schweiz und den USA, schreibt die UBS in der gerichtlichen Eingabe weiter. Das Abkomen mache spezifische Vorschriften, wie Regierungen in Sachen Informationen über Steuerfragen vorzugehen hätten.

Geständiger UBS-Banker als Hauptzeuge

Im Mai vergangenen Jahres war den US-Behörden ein Fisch ins Netz gegangen, auf den sie lange gewartet hatten: Eine Untersuchung der Steuerbehörde IRS zu den Tätigkeiten des russischen Immobilienhändlers Igor Olenicoff trug den Ermittlern den Namen seines Privatbankiers Bradley Birkenfeld ein.

Dem ehemaligen Direktor der Private-Banking-Abteilung der UBS konnte nachgewiesen werden, im Ausland betrügerische Anlagefonds und Firmen gegründet zu haben, um rund 150 Millionen Dollar an Vermögen reicher Klienten wie Olenicoff zu verbergen.

Birkenfeld gestand und arbeitet seither mit den US-Behörden zusammen. Auf seine Kenntnisse stützt sich die Klage. Im Februar diesen Jahres musste sich die Bank dem Druck der Amerikaner beugen.

Sie überweis die Daten von rund 300 Kunden, die des Steuerbetrugs verdächtigt wurden und zahlte zudem eine Busse von 780 Millionen Dollar. Einen Tag nach dem Vergleich doppelten die US-Behörden aber nach und verlangte die Herausgabe 52'000 weiterer Kontodaten. Die UBS hatte bis am 30. April Zeit, um sich zu den Vorwürfen der US-Steuerbehörde zu äussern. (bru/oku/sda)

Erstellt: 01.05.2009, 07:08 Uhr

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14 Kommentare

oskar bider

30.04.2009, 21:44 Uhr
Melden

ich komme nicht zum staunen heraus. der bundesrat muss, nicht zum ersten mal, geradestehen für eine schweizerische firma die offensichtlich gegen das recht andrer staaten mit system über jahre vorgegangen ist und deren verantwortliche (warum nur wurden sie aus der verantwortung entlassen?) nicht mal eine strafanklage fürchten müssen. wir haben tatsächlich eine systemkrise. Antworten


hans schocher

30.04.2009, 22:29 Uhr
Melden

Es ist klar, dass jetzt der Bundesrat intervenieren möchte, die Felle schwimmen davon - und der BR hat nichts getan - grosse Blamage für Merz und Co. - Antworten



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