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Die UBS lagert weitere Teile der Informatik aus

Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 18.08.2010 37 Kommentare

Unter dem Codenamen «Saturn» läuft ein Projekt zum Outsourcing von Informatik-Dienstleistungen. Laut UBS kommt es zum Stellenabbau.

Ein UBS-Gebäude in Zürich: Vor allem in der Schweiz sind Mitarbeitende von den Massnahmen der Grossbank betroffen.

Ein UBS-Gebäude in Zürich: Vor allem in der Schweiz sind Mitarbeitende von den Massnahmen der Grossbank betroffen.
Bild: Keystone

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Eigentlich ist die Situation paradox: Die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) hat im Internet 160 Informatik-Stellen ausgeschrieben und findet laut eigenen Angaben zu wenig Leute. Und jetzt wird ein immer grösserer Teil der Informatik ausgelagert. Das wiederum führt zum Stellenabbau und möglicherweise sogar zu Entlassungen. Die betroffenen Mitarbeiter sind empört.

120 Mitarbeiter betroffen

«Anfang Juli wurden die Mitarbeiter des Bereichs Group Corporate Systems (GCS) darüber orientiert, dass Teile der bisherigen Leistungen dieser Abteilung innerhalb der nächsten 18 Monate an einen externen Dienstleister ausgelagert werden», bestätigt UBS-Sprecher Andreas Kern entsprechende Informationen.

Betroffen von der Massnahme sind 120 Mitarbeiter, 90 davon in der Schweiz. Wie viele davon innerhalb der UBS eine neue Stelle bekommen, ist unklar. «Wir versuchen – wo immer möglich – Entlassungen zu vermeiden und setzen uns im Projekt aktiv dafür ein, betroffene Mitarbeiter umzuschulen und in anderen Bereichen der IT-Abteilung zu platzieren», sagt Kern. Eine Schätzung zur Anzahl Entlassungen könne deshalb zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vorgenommen werden.

440 Millionen versprochen?

Die Auslagerung des Bereichs GCS ist kein Einzelfall. Bereits letztes Jahr hat die UBS ihr Indian Service Center für 70 Millionen Franken an den IT-Dienstleister Cognizant verkauft. Von dieser Massnahme waren 2000 Mitarbeiter betroffen. Doch auch für die übrigen ITMitarbeiter bleibt der Verkauf nicht ohne Folgen: Im Rahmen des Deals wurden laut Kern «Abmachungen bezüglich Umsätzen» gemacht. Um wie viel es dabei geht, will Kern nicht sagen. Ein UBSMitarbeiter, der anonym bleiben will, spricht von einem Volumen von 440 Millionen Dollar, das versprochen wurde. Um dieses zu erreichen, müssten bei der UBS Stellen wegrationalisiert werden, behauptet der Mitarbeiter weiter. Überhaupt seien die ausgeschriebenen Stellen nur nicht besetzt, weil zu wenig Lohn geboten würde. Er behauptet auch, dass in drei Wellen 2000 bis 3000 Stellen wegfallen werden. Eine erste Welle sei für August geplant, eine zweite im November und eine dritte in einem Jahr. Die Strategie der UBS sei es, billigere Inder einstellen zu können.

Inder über Drittfirmen holen

Das bestreitet UBS-Sprecher Kern vehement. Tatsache ist aber, dass sich die UBS gegen eine Kürzung der Kontingente für ausländische Fachkräfte ausgesprochen hat und dass sie weitere Auslagerungen plant. Zurzeit gibt es bei der UBS rund 9000 IT-Mitarbeiter weltweit, davon rund 3700 Mitarbeiter in der Schweiz, sagt Kern. Wie viele es künftig sein werden, ist unklar. Kern: «Das Kostenmanagement bleibt für die UBS eine Priorität.» Dazu gehörten auch kleinere Restrukturierungen und strategische Überlegungen wie etwa die Verlegung von einzelnen Abteilungen oder Teams an andere Standorte (Offshoring) oder die Beschaffung spezifischer Kompetenzen oder Dienstleistungen bei Dritten (Outsourcing).

Kern bestätigt auch, dass die UBS zur Besetzung ihrer offenen Stellen Informatiker im Ausland rekrutiert: «Da gewisse Profile in der Schweiz oft nicht vorhanden oder passende Kandidaten bereits bei einer anderen Firma angestellt sind, ist die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte weiterhin wichtig für uns. Dabei stehen die umliegenden Länder im Vordergrund, aber auch Drittstaaten, vor allem die USA.» Inder würden von der UBS nur selten in die Schweiz geholt.

Das besorgen die erwähnten Drittfirmen. Eine solche Dienstleistungsfirma, die mit der UBS zusammenarbeitet, ist Wipro Technologies, die vor allem indische IT-Spezialisten vermittelt und in den USA deswegen schon für kritische Schlagzeilen gesorgt hat. Angeblich zahlt Wipro ihren Mitarbeitern, die für die UBS arbeiten, im Schnitt rund 50 000 Dollar Jahressalär. Das ist für einen Inder viel Geld, ein Computerspezialist in den USA wie auch in der Schweiz ist damit aber kaum zu holen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2010, 14:25 Uhr

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37 Kommentare

Bernhard Nater

18.08.2010, 14:39 Uhr
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Wenn die oberste Maxime Gewinnmaximierung heisst, dann ist es mir egal wo ich arbeiten lasse solange nur das Ergebnis stimmt. Unsere Erde ist heute so klein, dass es keine Rolle mehr spielt wo die Leute für mich arbeiten. Das einzige Kriterium ist die Rechtssicherheit. Die Nationalität einer Firma spielt nur noch im "Brand" eine Rolle. Wo CH drauf steht ist heute nicht mehr immer CH drin! Antworten


Roger Pfister

18.08.2010, 15:05 Uhr
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Da muss ich Herrn Spieser rechtgeben. Ich wurde nach 15 Jahre per sofort freigestellt mit der Begründung, die Daten seien heikel. Die Stelle wurde dann nach Indien offgeshort um kurz danach das ganze UBS Service Center in Hyderabad an eine Drittfirma zu outsourcen.... Antworten



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