«Die Tatsache, dass Boni hoch bleiben, macht mich ratlos»
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Trotz grossem Verlust will die UBS vier Milliarden an Bonuszahlungen leisten. Die Finanzmarktaufsicht will aber nur rund drei Milliarden bewilligen. Finden Sie das Vorgehen der Finma gut?
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Die Finanzmarktaufsicht Finma führt derzeit Gespräche mit der UBS über die Bonuszahlungen für 2009. Diese müssen von der Finma jedoch nicht mehr bewilligt werden. Der Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung Peter Siegenthaler hält den Banken immerhin zu Gute, dass sie ihr Entlöhnungssystem verbessert haben. Alain Bichsel, Sprecher der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA, bestätigte zu einem Bericht der «Sonntags Zeitung», dass Gespräche zwischen Vertretern der Grossbank und der Finanzmarktaufsicht im Gang seien.
Es gehe dabei um den Bonuspool, auf den die Finma im Rahmen der Aufsicht über die Kapitalplanung Einfluss nehmen könne. Informationen der «SonntagsZeitung», wonach die FINMA nur bereit sei, der UBS variable Lohnbestandteile von drei Milliarden Franken zu bewilligen, während die Grossbank vier Milliarden ausschütten möchte, wollte Bichsel nicht kommentieren.
Noch keine Entscheidungen gefällt
Gemäss der UBS sind in Bezug auf die variablen Vergütungen für 2009 noch keine Entscheidungen gefällt worden. Die Bank führe mit der Finma Gespräche. Dabei sei auch die variable Vergütung ein Thema. Im Vorjahr hatte die UBS die Höhe des Bonuspools von der Finma noch bewilligen lassen müssen.
Denn mit der Zeichnung der Pflichtwandelanleihe über sechs Milliarden Franken durch den Bund hatte sich die UBS verpflichten müssen, ihr Vergütungssystem und die Gesamtsumme der variablen Entschädigungen durch die Finma genehmigen zu lassen. Diese Klausel ist inzwischen durch den Ausstieg des Bundes im Sommer vergangenen Jahres weggefallen.
Entlöhnungssystem verbessert
Es sei davon auszugehen, dass die Banken auch für das Krisenjahr 2009 hohe Boni auszahlen werden, sagte der zurücktretende Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung Peter Siegenthaler in einem Interview dem «Sonntagsblick». «Die Tatsache, dass Boni hoch bleiben, macht mich ein wenig ratlos.» Er hoffe immer noch, dass die Branche zu normaleren Verhältnissen zurückkehre. Die Banken hätten aber ihr Entlöhnungssystem verbessert, nicht zuletzt infolge der FINMA-Vorschriften.
Sie gewichteten den nachhaltigen Erfolg jetzt stärker und schauten nicht mehr nur auf den kurzfristigen Umsatz, hielt er den Banken zu Gute. Eine staatliche Regelung von Höchstgrenzen bei den Bonuszahlungen ist laut Siegenthaler schwierig. Man könne aber das gesellschaftliche Problem nicht wegdiskutieren, dass ausgerechnet jene Branche, welche die Wirtschaftskrise mitverursacht habe, weiter sehr hohe Boni ausschütte. (tan/ddp)
Erstellt: 17.01.2010, 13:22 Uhr
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