Die Schweiz baut wie wild
Aktualisiert am 30.11.2011 6 Kommentare
Artikel zum Thema
- Flughafen darf Pisten bauen
- Roche weiht in Basel 250-Millionen-Bau ein
- Neue Buslinien in Wetzikon und Effretikon
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Das Baugewerbe hat im dritten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal 1,7 Prozent mehr produziert. Der Umsatz nahm gar um 3,6 Prozent zu. Auf besonders hohen Touren läuft der Hochbau, wo die Umsätze um 7,6 Prozent kletterten, wie aus heute veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht. Der von öffentlichen Aufträgen geprägte Tiefbau legte um 4,3 Prozent zu, im sonstigen Baugewerbe stiegen die Umsätze um 1,9 Prozent.
Hintergrund des Baubooms in weiten Teilen der Schweiz sind die niedrigen Zinsen für Hypothekarkredite, die anhaltende Einwanderung und der steigende Wohnraumbedarf pro Einwohner.
Weniger Wirtschaftsbauten
Allein im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze laut der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Quartalserhebung des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) um 1,7 Prozent auf über 5,6 Milliarden Franken. Wachstumstreiber waren demnach der Tiefbau ( 6,7 Prozent) und der Wohnungsbau ( 2,2 Prozent). Weiterhin stark abgenommen habe der Wirtschaftsbau (-11,5 Prozent).
Die Unterschiede zu den BFS-Ergebnissen begründete Silvan Müggler, Leiter Wirtschaftspolitik beim SBV, auf Anfrage damit, dass der SBV nur das Bauhauptgewerbe auswerte. Dieses profitiere etwa weniger von Renovationen als das Ausbaugewerbe. Zudem bestünden methodische Unterschiede, so verzichte der SBV auf eine Bereinigung nach der Zahl der Arbeitstage und auch Generalunternehmungen seien nicht berücksichtigt.
Auftragsbücher prall gefüllt
Für die nächsten Quartale rechnen die Firmen im Bauhauptgewerbe mit stabilen bis leicht steigenden Umsätzen. Positiv stimmt der weiterhin stark anschwellende Auftragseingang ( 12,8 Prozent) sowie die sehr hohe Zahl der baubewilligten Wohneinheiten (knapp 45'000 bis Oktober).
Trotz der höheren Bautätigkeit sank die Zahl der Festangestellten auch im dritten Quartal. Innert Jahresfrist beträgt der Rückgang knapp 3 Prozent. Darin widerspiegelt sich laut Baumeisterverband der langfristige Trend zu vermehrtem Einsatz von Maschinen, vorgefertigten Bauteilen sowie zu höher qualifiziertem Personal.
Wenig Spielraum
Nicht zuletzt wegen der höheren Produktivität fordern die Gewerkschaften auf dem Bau von den Baumeistern deutliche Lohnerhöhungen. Der Konflikt hat sich in den letzten Monaten zugespitzt, Ende Jahr läuft der Landesmantelvertrag aus und es drohen Kampfmassnahmen.
Die Baumeister sehen wenig Spielraum: Obwohl das BFS steigende Baupreise feststelle, blieben sie pessimistisch und rechnen für das nächste Quartal mit sinkenden Baupreisen. Müggler verwies darauf, dass 2009 die Betriebsgewinn-Marge (EBIT-Marge) im Schnitt bloss 1,3 Prozent betragen habe. Seither hätten die Preise nicht stark angezogen und die Lage sei weiterhin angespannt.
Blasenängste
Zudem bereitet der Bauboom Sorgenfalten: Einige Ökonomen und die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnen schon länger vor einer Immobilienblase. Die SNB muss derzeit im Kampf gegen die Frankenstärke aber eine ultralockere Geldpolitik mit rekordtiefen Zinsen beibehalten.
Gemäss dem jüngsten Immobilienblasenindex der Grossbank UBS besteht derzeit schweizweit kein erhöhtes Überhitzungsrisiko. Am grössten sei die Gefahr für eine Preisblase in den Regionen um Zürich, am Genfersee und in Graubünden. (wid/sda)
Erstellt: 30.11.2011, 15:49 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
6 Kommentare
Wenn ich heute durch die Schweiz reise sehe ich wie alles verbetoniert wird,überall nur noch Baustellen.
In den Kantonen ZH und AG haben wir heute zwischen 600 und 800 E/Km2. Wie weit wollen wir das noch treiben,dafür ist unsere Lebensqulität massiv gesunken .
Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten


