Wirtschaft
Die Schweinegrippe macht ihn mit jedem Tag reicher
Von Marc Brupbacher. Aktualisiert am 27.07.2009 27 Kommentare
Norbert Bischofberger hat einen Wunsch: Die Welt mit wirksamen Medikamenten zum.
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Tamiflu war zuerst ein Flop
Als Tamiflu auf den Markt kam, war es ein Flop. Roche sah sich wegen fehlendem Absatz gezwungen, Lagerbestände zu vernichten. In der Schweiz wurde das Medikament ab Oktober 1999 verkauft. Der Start war harzig. Es folgten Winter, in denen die Grippewellen milde verliefen. Bei Roche fragte man sich, ob man Abermillionen in den Sand gesetzt hatte. Dies umso mehr, als die Produktion von Tamiflu aufwendig ist. Doch dann kam die Vogelgrippe und das Medikament fand vor vier Jahren reissenden Absatz. Die Schweinegrippe macht nun Tamiflu endgültig zum begehrtesten Medikament auf der Welt.
Alle wollen Tamiflu. Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche kann sich vor Aufträgen kaum retten. Es ist zurzeit das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Schweinegrippe, deren Gefährlichkeit man nach wie vor nicht abschätzen kann.
Das Medikament erfunden hat der Österreicher Norbert Bischofberger an Weihnachten 1994. Die Presse in seiner Heimat Mellau nennt ihn Stolz «einer der bedeutendsten Wissenschafter unserer Zeit». Den Doktortitel in organischer Chemie holte sich der 55-jährige Vorarlberger an der ETH Zürich.
1990 wurde er Forschungschef bei der kleinen Firma Gilead, die ihren Sitz bei San Francisco hat und deren Vizepräsident er heute ist. Sie hat sich mittlerweilen zur weltweit drittgrössten Biotech-Firma entwickelt. Das Unternehmen besitzt die Rechte an Tamiflu. Das Pharmaunternehmen Roche, das die Entwicklung mitfinanzierte, fabriziert und vertreibt das Medikament.
«Ich muss immer etwas tun»
Mit seiner Forschung hat er es zu Wohlstand gebracht. Das Hotel Sonne im Bregenzerwald liess er erst kürzlich für 12 Millionen Franken zum Viersterne-Haus mit Wellness-Angebot ausbauen. Wie die britische Zeitung «Daily Mail» schreibt, verdient er im Jahr gut 792'000 Franken. Dazu erhält er Boni in Höhe von Dutzenden Millionen.
Ausserdem wird er mit einem hübschen Prozentanteil an den Profiten der Tamiflu-Verkäufe an Regierungen rund um die Welt beteiligt. In Interviews hört er es aber gar nicht gerne, wenn man ihm sagt, dass er mit der Panik der Menschen vor einer Pandemie Geld mache. Er beteuert dann jeweils, er wolle nur eins: die Welt mit wirksamen Medikamenten zu einem besseren Ort machen.
Auch Reportern der Website «Vorarlberg Online» gibt er zu verstehen, dass ihm Geld nicht viel bedeute. «Arbeit ist ein Lebenssinn. Ich muss immer etwas tun. Ich kann nicht einfach am Strand liegen und in die Luft starren. Ja, ich bin auch sehr diszipliniert. Jeden Morgen stehe ich um halb fünf auf, betreibe Sport. Um sieben Uhr bin ich im Büro.»
Er lagert Tamiflu im Kühlschrank
Die Lust am Forschen zeigte sich beim jungen Bischofberger früh. Auf dem Estrich des Elternhauses richtete er ein Labor ein. Eines Tages stellte er heimlich Schwarzpulver her und sprengte den Briefkasten des Dorfes in die Luft. Danach wusste er, was er will: Chemie studieren. Heute forscht Bischofberger nach Medikamenten gegen Leberentzündungen.
Trotz seinen Bemühungen für eine gesunde Welt, prophezeit Bischofberger düstere Zeiten. Die Wahrscheinlickeit sei hoch, dass sich die Situation verschlimmere und eine Pandemie über die Menschheit hereinbreche. «Die Bedrohung durch neue Bakterien oder Viren ist grösser als durch einen Nuklear-Krieg.» Und er gibt zu, dass er in seinem Kühlschrank für die ganze Familie einige Packungen Tamiflu lagere, wie «Daily Mail» schreibt.
Geringere Empfindlichkeit
«Die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung einer Infektion wie der Grippe kann niemand voraussagen», sagt der Biochemiker gegenüber dem Magazin «Gesundheit-Sprechstunde». Er sagt: «Warnen Gesundheitspolitiker zu aggressiv und es passiert nichts, sind sie Alarmisten. Warnen sie zu spät, werden sie angeklagt, weil sie gefährliche Situationen verschlafen.» Im Gesundheitsmagazin äussert er auch Zweifel an der Restistenz der Viren auf Tamiflu: «Mit Resistenz ist oft eine geringe Empfindlichkeit gegenüber dem Medikament gemeint. Das heisst aber nicht, das Tamiflu nicht mehr wirkt.»
Doch wie lange belibt Tamiflu noch das wirksamste Grippemittel? Hans H. Hirsch, Professor für klinische Virologie an der Universität Basel, weist in der «NZZ am Sonntag» darauf hin, dass diverse Medikamente «in der Pipeline» seien, die ähnlich wirken sollen wie Tamiflu. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.07.2009, 13:59 Uhr
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27 Kommentare
Mich würde interessieren, ob die Leute hier immer noch so grosse Töne von sich geben würden, wenn die aktuelle Pandemie viel stärker wäre und schon viele Todesopfer gefordert hätte. Dieser Wissenschaftler ist ein Held, und dank Leuten wie ihm werden wir heute 80 Jahre alt im Schnitt. Wer es besser kann, soll mal auch was geniales neues erfinden was dem Wohl der Menschheit dient. Sein Lohn ist ok. Antworten
Mich nimmt schon wunder wo denn die vielen Grippefälle sich aufhalten. Ich habe bis jetzt noch nie was gesehen, von Erkrankten oder sogar Toten, geschweige denn in meiner sehr erweiterten Verwandtschaft gehört. Ich vermute dahinter ein riesiges Geschäft. Hoffe aber trotzdem, dass ich nicht recht habe. Antworten
Tamiflu verkürzt die Grippe um 1-2 Tage. Wenn ich Pech habe, bekomme ich durch Tamiflu als UAW gleich nochmals inetwa die gleichen Symptome wie bei der Grippe. Das soll ein wirksames Medikament sein für das Hunderte von Millionen kassiert werden? Was hat sich wohl Thomas Zeltner, BAG, dabei gedacht, als er Millionen von Steuergeldern dafür ausgegeben hat? Antworten
Es gibt Vorsichtsmassnahmen,die man beachten sollte. 1. Körperkontakt beschränken (Küsschen da, Küsschen dort, ist das beste Mittel, die Grippe zun übertragen.2. Händewaschen nach Händedruck,berühren von Türklinken, im Tram nach dem Knopf drücken zum Aussteigen.Bei Niessen u.Husten Papiertaschentuch vor Nase u.Mund halten. 3. Grosse Menschenansammlungen wenn möglich vermeiden! Antworten
1: Influenza(Grippe)Viren verändern ihre Antigen-Oberfläche derart schnell, dass oft die saisonalen Impfungen eine Grippewelle nicht eindämmen können. 2: Wir bekämpfen heute panisch die Schweinegrippe und morgen haben wir bereits die Pferdegrippe ante portas. 3: Die Virulenz ist entscheidend nicht die Ausbreitungsrate. Antworten
Ein Grippemittel tamiflu gibt es nicht erst seit 1994! Unter diesem Namen trat es schon (mindestens!) in den Achziger Jahren an und versuchte das damalige "Sandofebril" ernsthaft zu konkurenzieren. Kann mir jemand erklären, wieso dieses "neue" angebliche Wundermittel als neuer Hit so viel zu reden gibt? Antworten
An alle, die sich über die Schweinegrippe lustig machen: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie ein 6 Monate altes Baby zu Hause hätten? Übersteht dieses das "Grippli" auch einfach so? Um mich habe ich keine Angst, aber um mein Kind. Leider darf man Tamiflu Kinder unter 1 Jahr aber nicht abgeben, d.h. bei Kleinkindern verläuft die Schweinegrippe zwar schlimmer, machen kann man gar nichts.... Antworten
@R. Schumacher! Wer sich nur aus 20Minuten etc. informiert, wird auch kaum differenziert mit der H1N1 Grippe umgehen können. Die übrigen finden sehr wohl korrekte und relativierende Infos über die Kr'heit. Die Gefahr ist nicht das Virus an sich, aber die hohe Übertragungsrate, die sehr wohl dramatisch ist. Antworten
Wenn ich da an die armen Kreaturen, unsere Tiere denke, die unter qualvollen Umständen ihr Leben lassen müssen, dann kommt mir das grosse "Ko...."! Im übrigen könnte es, wie unser Forumsteilnehmer, H. Cartier richtig bemerkt, irgendwann mal so weit kommen, dass unser Immunsystem, wegen der vielen Pfeile von denen es getroffen wird, urplötzlich streikt...ja!...und was dann? Antworten
aus meiner sicht ist das alles von den mulits manipuliert und so gewollt. irgendwie muss ja die menschheit reduziert werden. und die wirtschaft braucht umsatz. die median haben zu berichten und wir haben kommentare zu schreiben. so haben alle was davon. bin für globale panik! Antworten
@Hr. Ernst. Sport ist gesund das wissen wir. Die Bürger sind nicht blöd sie sind bloss verunsichert. Einige Experten (TV-Arzt Stutz), CEO (Ospel, Vasella) und Politiker (Blocher, Berlusc.) hätten die VERANTWORTUNG die Bevölkerung aufzuklären und zu schützen. Statt dessen verängstigen sie die Masse, machen sie abhängig und nehmen die Herde im grossen Stil aus. Das ist dekadent, das darf nicht sein Antworten
Einmal mehr wird mit unserer Gesundheit Geschäft gemacht - Cholesterin beginnt sich auszuflachen, Osteoporose ist auch nicht mehr so populär - die Swineflue-Panik ist dafür umso grösser. haben wir denn aufgehört, auf unseren Körper zu achten und zu hören? Chemie ist auf keinen Fall und in jedem Fall die ultimative Antwort. Es ist unglaublich, wie Schlagzeilen die Werbetrommel anheizen können. Antworten
@ Peter Bachmann. Klar, das Salär von Norbert Bischofberger scheint auf den ersten Blick eher bescheiden. Sie haben jedoch die beiden Folgesätze nicht beachtet: "Dazu erhält er Boni in Höhe von Dutzenden Millionen. Ausserdem wird er mit einem hübschen Prozentanteil an den Profiten der Tamiflu-Verkäufe an Regierungen rund um die Welt beteiligt." Antworten
Eins muss man bei diesen "neuen" Krankheiten wissen - die kommen nicht von irgendwo her. Aids, Vogelgrippe, Schweinegrippe, etc, sind perfekt ausgeklügelte Krankheiten welche in die Welt gesetzt werden. Warum fangen diese Wellen wohl immer in 3.Weltländern an ? Einfache Initierung - schnelle Ausbreitung ! Klar verdient man mit Tamiflu gut - ist ja auch die Idee "der Geister die man rief" ! Antworten
Aus Flopp ein Kassenschlager, nun das ist nicht nur bei Tamilflu so, auch Voltaren war damals schon als nicht erfolgs- und gewinnversprechend abgeschrieben. Irgendwie zufällig wurde dann doch die heilende Wirkung gesehen und es wurde eines der Top-Produkte von CIBA-Geigy. Antworten
Wer wirklich glaubt, dass er mit schlucken von Tamiflu, die Gusigrippe los wird, dem soll man es lassen. Solche Menschen sind nicht bereit ihr eigenes Leben in ihre Hand zu nehmen. Bequemlichkeit ist einfacher als Eigenverantwortung. Wechselwirkung sei dank. Antworten
Was wäre wenn!! All die Wundermedikamente nur unser eigenes Imunsystem davon abhalten, sich immer wieder aufs Neue zu regenerieren und uns auf die neuen Formen von Krankheiten zu schützen, und wir einmal das bestimmte Medikament nicht mehr finden. Dann haben wir eine Pandemie genau mit diesen Medikamenten selbst ausgelöst. so würden nur gerade die selbst gestärkten Menschen überleben. Das verunsic Antworten
Die Schweinegrippehysterie zieht einen ganzen Rattenschwanz mit sich. Momentan kann in der CH nur in Genf der Bluttest gemacht werden, wenn die Hysterie weiter geht, sind die Hausärzte bald genötigt bei jedem Schnupfen einen Test (ca. 200sfr) machen zu lassen. Vielleicht liefert uns Roche Diagnostics bald einen Schnelltest und Vasella die Impfung. Denn ALLE wollen, dass es uns besser? geht. Antworten
Die Wirkung von Tamiflu ist umstritten. Von 30 Studien sind 27 direkt oder indirekt von Roche finanziert. Bei einer normalen Grippe wird die Krankheitsdauer (möglicherweise?) um 1-2 Tage verkürzt. Bei chronisch Kranken und Imunsupprimierten ist diesre Effekt nicht gesichert. Tamiflu nicht Wunderwaffe aber Kassenschlager. Bei dieser Ausgangslage wäre ich als ERFINDER auch gereizt. Antworten







Silvia Burri
Eine Grippe ist eine Grippe, egal ob Vogel, Schweine oder normal. Bis jetzt ist kaum jemand daran gestorben, immer nur aufgrund anderer Krankheiten (Fettsucht, Hepatitis etc.). Der Impfstoff ist nicht getestet und soll über fragwürdige Inhaltsstoffe verfügen. Aber wir wollen ja alle gerne zahlen und die Wirtschaft ankurbeln und statt Getreide Tamiflu einlagern. Totale Verarschung auf allen Kanälen Antworten