Wirtschaft

Die Schonzeit für Banker ist vorbei

Das neue Gesetz zur Finanzmarktreform in den USA und der Vergleich zwischen der Börsenaufsicht und Goldman Sachs sind Anzeichen, dass die Banken nun härter angefasst werden.

Bild: Christo Komarnitski, Bulgarien/Cagle.com

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Das neue Gesetz ist mehr als 2000 Seiten dick. Trotzdem ist es alles andere als umfassend. Banken könnten weiterhin mit komplexen Derivaten handeln, der Eigenhandel sei ungenügend eingedämmt und die «Too Big to Fail»-Problematik damit noch längst nicht im Griff, nörgeln Kritiker. Das stimmt, doch auch in den USA gilt: Politik ist die Kunst des Machbaren. Und bei den gegenwärtigen Machtverhältnissen im Kongress lag nicht mehr drin. Zudem legt das neue Gesetz nur die Rahmenbedingungen fest. Erst bei der konkreten Umsetzung wird sich zeigen, was es wirklich wert ist.

Deshalb ist diese Finanzmarktreform bisher vor allem ein Gradmesser des politischen Klimas. Es zeigt sich, dass für Wallstreet rauere Zeiten anbrechen werden. Das immer wieder gehörte Argument, die Banken würden wieder fröhlich so weiterfahren wie vor der Krise, stimmt nicht. Allein die Tatsachen, dass dieses Gesetz vom Kongress verabschiedet worden ist, macht deutlich, dass auch die Amerikaner wollen, dass die Geldinstitute an die kürzere Leine genommen werden. Und was in den USA geschieht, hat nach wie vor Auswirkungen auf die übrige Welt – auch auf Schweizer Grossbanken.

Aus der Portokasse

Gleichzeitig mit der Verabschiedung des neuen Gesetzes durch den Senat wurde auch der Deal zwischen der US-Börsenaufsicht SEC und Goldman Sachs ( 115.88 -0.23%) bekannt. Die Investmentbank hat einem Vergleich zugestimmt, der sie zu einer Busse von 550 Millionen Dollar verpflichtet. Im Gegenzug stellt das SEC sein Verfahren gegen die Bank ein. Goldman war verdächtigt worden, bei komplexen Derivatgeschäften gegen die Interessen seiner Kunden gehandelt zu haben.

Es ist ein Zufall, dass diese beiden Ereignisse zusammenfallen, aber nicht nur. Die 550 Millionen-Dollar-Busse ist für Goldman Sachs imagemässig eine Niederlage, obwohl sie sie quasi aus der Portokasse zahlen kann. Letztes Jahr hat die Bank einen Gewinn von 13,39 Millliarden Dollar erzielt. Doch der Vergleich zeigt auch, das die Gesetze der Schwerkraft auch für Goldman Sachs wieder gelten, und dass sich die Behören auch gegen die stolzen Elitebanker durchsetzen können. Das und das neue Gesetz zur Finanzmarktreform sind Zeichen, dass die Entwicklung fortschreitet. In kleinen Schritten zwar, aber in die richtige Richtung.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.07.2010, 14:43 Uhr

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12 Kommentare

Ruthild Auf der Maur

17.07.2010, 23:15 Uhr
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Diese Wallstreet-Bande setzt alles daran, um den Rest der Welt in den Würgegriff zu kriegen und zu schädigen. Sie nutzen die Geldgier ihrer Handlager geschickt für ihre eigenen Ziele und Zwecke. Das eigentliche Übel der Wallstreet ist die unermessliche und unersättliche Machtgier. Antworten


Ruthild Auf der Maur

17.07.2010, 22:50 Uhr
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Die Schonzeit ist ganz und gar nicht vorbei - im Gegenteil - jetzt wurden Energien mobilisiert, die das Machtgebaren der Finanzwelt erst recht zum Ausdruck bringen wird. Dies nicht nur in den Staaten, sondern weltweit. Der Finanzwelt ist daran gelegen, die weltweite Macht zu übernehmen und alles unterzuordnen, was sich ihr in die Quere stellt. Die Mittel und die Vernetzung dazu haben sie längst. Antworten


Bruno Rispoli

17.07.2010, 10:16 Uhr
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Von wegen Finanzmarkreform.... la grande Illusion würde ich sagen. Lange schon diktiert die Hochfinanz den Regierungen was zu tun ist. Lange schon kommen die Grossbanken ihrer volkswirtschaftlichen Verpflichtungen nicht mehr nach. Lange schon sind sie zu Kasinos geworden. Munter wird an allen Märkten herumgezockt. Die gigantischen Gewinne gehen doch alle zu Lasten der Volkswirtschaften. Antworten


hans meier

17.07.2010, 00:17 Uhr
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Was für ein Regulierungswahn. 2'000 Seiten neue Gesetzestexte. Wer soll das noch im Griff haben? Als Folge wird es bloss noch mehr Anwälte in dieser Welt geben. Und dies ist definitiv nicht zu unserem Vorteil! Antworten


ruth leemann

16.07.2010, 21:30 Uhr
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Den Amerikanern geht es um Machtverhältnisse die sie nicht mit anderen teilen wollen - das ist der Preis den wir nun für die Finzen -Globalisierung nun bezahlen müssen - ein schhäbiger USA - Akt.. Antworten


Marc Raggenbass

16.07.2010, 19:30 Uhr
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2. Teil: Auch wenn die Banken in den letzten Jahren Verluste schrieben haben sie doch viel mehr Werte geschaffen als die Politik in den letzten Jahrzehnten. An die Leine gehoeren deshalb in erster Linie die Politiker und nicht die Wirtschaft, denn die Wirtschaft (Industrie und Finanz) verdienen das Geld, was die Politik wieder ausgibt und vernichtet. Antworten


marc raggenbass

16.07.2010, 19:26 Uhr
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Die Banken haben auch in den letzten Jahren sehr viel mehr erreicht als die Politik. Politiker haben 3 Kantonalbanken ruiniert (Berner Kantonalbank vor 20 Jahren kostete Berner Steuerzahler CHF 3 Mia.; dasselbe Bild bei der Solothurner und Appenzeller und vor Kurzem bei der Glarner Kantonalbank). SBB Pensionskasse und BVK, IV weitere Sozialwerke mit Milliardenverlust. Antworten


Carlo Schnydrig

16.07.2010, 17:34 Uhr
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Bezüglich Schonzeit für Banken sollte sich die CH von den USA ein Beispiel nehmen. Die USA hat gelernt und umgesetzt, was der CH abgeht. Solange jedoch die Lobyisten Zutritt zum Bundeshaus haben, ist die Schonzeit der CH-Banken samt FINMA auf ewig gepachtet! Falls dennoch eine Wende eintritt, sollte auch die Schonzeit für die FINMA und einiger Pseudo-Politiker vorbei sein. Aufräumen ist gefragt!!! Antworten


Patrick Ryf

16.07.2010, 17:32 Uhr
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Am Ende werden die Verursacher der Krise, die FED und ihre Besitzer wie Goldman Sachs, JP Morgan Chase usw. mit diktatorischer Macht ausgestattet sein, um sich die kleineren gesunden Banken einzuverleiben. Die Schonzeit für die kleinen ehrlichen Geschäfts-Banken wird schon bald vorbei sein. Intelligente Menschen beurteilen Politiker an ihren Taten und nicht an ihren Worten. Antworten


Armin Baur

16.07.2010, 15:54 Uhr
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Die Finanzreform aendert nichts fuer die Wall Street und die Anleger. Senator Dood war Vorsitzender der Bankenkommission die fuer die Ueberwachung der Banken zustaendig war. Nichts hat er unternommen. Jetzt soll ein neues Gesetz fuer Ordnung im Finanzsektor sorgen. Die Poliker aendern nichts sie vertuschen nur die Wahrheit. Antworten


Reto Huber

16.07.2010, 15:53 Uhr
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Wers glaubt soll sich freuen... Antworten


Max Meier

16.07.2010, 15:10 Uhr
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Die Schonzeit ist für alle ausser Politiker vorbei, dabei sollten gerade die am Dringensten "gejagt" werden, die haben den ganzen Schlamassel ja verursacht. Leider sind die in all den Pseudodemokratien an der Macht und der Mächtige macht selten jagd auf sich selbst. Die Jagd nach Geld um politisch zu überleben wird also weitergehen und die Rechstsstaatlichkeit wird mehr und mehr vergessen werden. Antworten




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