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Nutella-Besitzer überholt Berlusconi
Auch der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bekommt die Krise zu spüren. Der Premierminister und Medienzar ist nicht mehr der reichste Unternehmer Italiens. Mit einem Vermögen von neun Milliarden Dollar ist der Mailänder TV- König laut der vom amerikanischen Wirtschaftsmagazin «Forbes» jährlich verfassten Liste der Superreichen auf Platz drei im Ranking der wohlhabendsten Italiener gelandet. Im weltweit Ranking besetzt Berlusconi Platz 74.
Überholt wurde der Mailänder TV-Tycoon vom Lebensmittelunternehmer Michele Ferrero, Besitzer der Schoko-Marken Nutella und Kinder Ferrero, der ein Vermögen von 17 Milliarden Dollar vorweisen kann. Ferrero eroberte Platz 28 im Ranking der reichsten Unternehmer der Welt.
Auf Platz zwei in der Liste der reichsten Italiener landete der Gründer des weltweit grössten Brillenkonzerns Luxottica, Leonardo Del Vecchio, mit 10,5 Milliarden Dollar Vermögen. Auf Platz vier in der Liste der reichsten italienischen Personen rangiert der Modepapst Giorgio Armani (5,3 Milliarden Dollar) gefolgt vom Schuhproduzent Mario Moretti Polegato, Gründer der börsennotierten Gruppe Geox mit 2,4 Milliarden Dollar.
Mit dem mexikanischen Telekommunikations-Magnaten Carlos Slim steht ein Bürger aus einem Schwellenland auf dem ersten Platz. Mit einem Vermögen von 53,5 Milliarden Dollar überflügelte Slim die US-Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet.
«Die Spannweite ist grösser geworden, das ist schön», sagte «Forbes»-Journalistin Keren Blankfeld nach der Veröffentlichung am Mittwoch. Lange sei die Liste von US-Amerikanern und Europäern dominiert worden. Unter den zehn reichsten Menschen finden sich nun auch zwei Milliardäre aus Indien und einer aus Brasilien.
Auch auf den nachfolgenden Rängen wird die Verschiebung der weltweiten Wirtschaftsverhältnisse deutlich. Aus Taiwan kommen nun 18 der aufgeführten Milliardäre, drei Mal so viel wie bei der vergangenen Wertung. Aus der Türkei sind es mit 28 mehr als doppelt so viele. Auch Brasilien mit 18 und Russland mit 62 Milliardären unterstreichen ihr gewachsenes ökonomisches Gewicht.
Rund jeder zweite Mexikaner gilt als arm
Angeführt wird die Liste ausgerechnet von dem Mexikaner Slim. Rund die Hälfte der 107 Millionen Mexikaner lebt in Armut, knapp 20 Millionen können nicht mal genug Essen kaufen. Slim kam zugute, dass sich die Aktienkurse seiner Telekommunikationsunternehmen nach der Finanzkrise rasch erholten. Um 500 Millionen Dollar überflügelte er Bill Gates. Ein Grund dafür ist, dass der Microsoft-Gründer ebenso wie der Finanzinvestor Warren Buffet einen deutlich grösseren Teil seines Geldes für gute Zwecke spendete.
Das Erfolgsrezept des reichsten Mannes der Welt: Er kaufte angeschlagene und staatseigene Unternehmen, sanierte sie und verkaufte sie mit grossem Gewinn. «In Krisenzeiten hat er immer investiert, jetzt sehen wir die Früchte davon», sagte Slims Schwiegersohn Arturo Elias Ayub. Die Platzierung sei ein Zeichen des Vertrauens in Mexiko. Dennoch werde der 70-Jährige nicht die Sektkorken knallen lassen, denn schliesslich handele es sich lediglich um die Rangliste einer Zeitschrift, sagte Ayub. Die Familie mache sich darüber keine grossen Gedanken.
Slim ist dafür bekannt, preisgünstige Anzüge zu tragen und nur selten die Computer zu benutzen, die sein Unternehmen verkauft. Seine Büros verströmen den Charme der 70er Jahre, zugleich besitzt Slim aber eine bedeutende Kunstsammlung. Ausserdem hat der Sohn eines eingewanderten Ladenbesitzers eine Vorliebe für Baseball, Zigarren und Light-Getränke.
Aldi-Gründer Karl Albrecht ist reichster Deutscher
Reichster Deutscher ist laut «Forbes» Aldi-Gründer weiterhin Karl Albrecht, dem ein Vermögen von 23,5 Milliarden Dollar zugeschrieben wird und der damit Platz zehn auf der Liste einnimmt. Insgesamt führt das Magazin 1011 Menschen auf, die ein persönliches Vermögen von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar angehäuft haben. Diktatoren und Angehörige von Königshäusern sind ausgeschlossen.
Die wirtschaftliche Verschiebung zugunsten der Schwellen- und Entwicklungsländer bedeutet nicht, dass die USA keine Rolle mehr spielen: Auf der neuen Liste finden sich 403 US-Bürger, 40 mehr als auf der vergangenen. Mit grossem Abstand folgt China auf Platz zwei, dort gibt es 64 Milliardäre.
| Rang | Name | Land | Vermögen (in Mia $) |
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(jak/ddp/)
Erstellt: 11.03.2010, 15:55 Uhr
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