Die Frankenkrise verschärft die Lohnrunde
Von Andreas Flütsch. Aktualisiert am 27.08.2011 4 Kommentare
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Für Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, ist klar: Die Währungshüter der Nationalbank können und müssen den überhöhten Franken schwächen. «Die Nationalbank dreht an der wichtigsten Stellschraube: dem Wechselkurs.»
Ob der Franken so nachhaltig schwächen kann, dass das massive Kostenproblem der Schweizer Exporteure damit gelöst ist, daran zweifelt Bührer. «Die Frankenstärke wird ein längerfristiges Problem bleiben», warnte er gestern am Tag der Wirtschaft in Zürich. Betroffene Unternehmen müssten temporär verlängerte Arbeitszeiten prüfen dürfen: «Zwei zusätzliche Wochenstunden bringen dort, wo genügend Aufträge vorhanden sind, rund 5 Prozent Einsparung bei den Arbeitskosten.»
Gehe die Führung mit gutem Beispiel voran, dürften auch «vorübergehende Lohnkürzungen» kein Tabu sein. «Ich möchte an das Beispiel Georg Fischer erinnern, wo der Konzernleiter und der Verwaltungsrat 2009 in der Finanzkrise vorübergehend auf 20 Prozent ihrer Bezüge verzichteten, und den Kaderleuten die Löhne um 10 Prozent gekürzt wurden», sagte Bührer dem TA.
Verzicht nur unter Bedingungen
Bei den Grossbanken, die ebenfalls unter hohen Schweizer Kosten leiden und im Grossraum Zürich 900 Jobs abbauen, sei dieser Mechanismus teilweise bereits eingebaut. «Manager und Kader in der Finanzindustrie erhalten bedeutende Bestandteile ihrer Entschädigung in variabler Form», sagte Economiesuisse-Präsident Bührer, «diese werden überall dort, wo sich die Kennzahlen verschlechtern, zurückgehen.»
Lohnverzicht mache nur Sinn, wenn eine Reihe von Bedingungen erfüllt sei, schränkt Martin Eichler vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel ein: «Die Lohnreduktion darf nicht dauerhaft sein. Und sie muss unumgänglich sein, um die Arbeitsplätze zu schützen, und sollte nicht einfach die Gewinne steigern.» Das unternehmerische Risiko, beispielsweise die Wechselkursentwicklung, liege beim Arbeitgeber. «Übernehmen Arbeitnehmer freiwillig einen Teil des Risikos, darf dies nicht nur für schlechte Zeiten gelten», betont Eichler, «in guten Zeiten müssen sie dafür auch entsprechend am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden – beispielsweise in Form von Bonuszahlungen.»
Neues zum Milliardenpaket
Die Gewerkschaften sind in Sorge. Gestern verordnete nach Lonza, Bucher und anderen Industriefirmen auch Bühler in Uzwil 2500 Mitarbeitern 2,5 Stunden längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn. «Es zeichnet sich ab, dass es nach der Forderung nach längeren Arbeitszeiten jetzt direkten Druck auf die Löhne gibt», sagt Daniel Lampart, Chefökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Auch Lampart ist überzeugt: «Das Problem mit dem harten Franken kann nur die Nationalbank lösen.» Wenn der starke Franken zunehmend für Lohnkürzungen missbraucht werde, müsse die Schweiz flächendeckend Mindestlöhne einführen (siehe Bericht rechts).
Bewegung kommt in die Debatte um das 2-Milliarden-Hilfspaket. Statt Rabatten auf Sozialversicherungsbeiträgen prüfe der Bundesrat jetzt einen Ausbau der Kurzarbeit für exportorientierte Firmen – und wolle dafür mindestens 500 Millionen Franken bereitstellen, berichtete Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Ob sich das Gremium einig wird, bleibt aber offen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.08.2011, 22:26 Uhr
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4 Kommentare
man könnte ja die Löhne vorübrgehend 10 jahre zurücksetzen das wären dann bei kaderlöhnen zwischen 20-50%und beim Fussvolk 2%. Einfach mal etwas nachdenken Herr Bührer. Das man jetzt gerade Mitleid bekommt mit den geplagten Unternehmern dazu fehlt der Wille. Lernen sie einmal ehrlich teilen wenn sie überhaupt wissen was das ist, sonst fragen sie ein Kind.. Antworten
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