Die Finma veranlasste Marcel Ospels Rücktritt
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 14.09.2009 8 Kommentare
Hatte sein ganzes Berufsleben bei der Bank verbracht: Marcel Ospel bei seinem Rücktritt an der Generalversammlung vom 23. April 2008. (Bild: Keystone)
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«Marcel Ospel, Verwaltungsratspräsident von UBS, hat sich dazu entschlossen, auf die Kandidatur für eine Wiederwahl an der kommenden ordentlichen Generalversammlung vom 23. April 2008 zu verzichten.» So stand es in einer Medienmitteilung der Grossbank, am 1. April 2008.
Jetzt wird klar: Nicht Ospel hat sich entschlossen, sondern die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma. Diese beobachtete seit dem Ausbruch der amerikanischen Immobilienkrise im August 2007 mit Argusaugen die «Eigenmittelausstattung» und die «Liquiditätsvorsorge» der Bank, wie sie in ihrem heute veröffentlichten Bericht zur Finanzmarktkrise schreibt.
Zwei dringende Kapitalerhöhungen
Schliesslich zwang sie die UBS, zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen: 13 Milliarden Franken am 10. Dezember 2007 und 17 Milliarden Franken am 1. April 2008. An diesem Punkt sah die Finma (damals Eidgenössische Bankenkommission EBK) offenbar die Zeit gekommen, Ospel abzusetzen: «In diesem Zusammenhang veranlasste die EBK Marcel Ospel am 20. März 2008, auf die ordentliche Generalversammlung vom 23. April 2008 hin vom Verwaltungsratspräsidium der UBS zurückzutreten», schreibt die Finma weiter.
Ein halbes Jahr später, am 16. Oktober 2008 musste die UBS jene 6 Milliarden Franken Bundesgeld aufnehmen, die im Land für so viel Aufregung sorgten. Kein privater Investor wollte zu jenem Zeitpunkt noch Geld in die UBS einschiessen.
«Beitrag erfüllt», sagte Ospel
Weder die UBS als Unternehmen noch Marcel Ospel persönlich gestanden in der Folge, dass dem Präsidenten der Rücktritt nahegelegt worden war. Ospel, der sich stets als «Teil der Lösung» sah, lässt sich in der oben genannten Medienmitteilung zu seinem Abgang zitieren: «Ich habe immer gesagt, dass ich Verantwortung für die Situation der Bank übernehme. Mit den bereits getroffenen Massnahmen, den entscheidungsreifen Vorlagen zu Handen der Generalversammlung und der Umsetzung der Lehren, die wir aufgrund der Erfahrungen gemacht haben, betrachte ich meinen Beitrag als erfüllt und bin sehr zuversichtlich für die künftige Entwicklung der UBS.» Noch im Februar 2008 hatte sich Ospel beharrlich als Präsident bestätigen lassen – jetzt hatte er, so seine Ansicht, seinen Beitrag geleistet.
Die EBK liess damals die wirkliche Sachlage subtil durchschimmern: Dass die UBS rechtzeitig für frisches Geld gesorgt habe, liege am Druck, den sie, die EBK, auf Marcel Ospel ausgeübt habe, sagte Direktor Daniel Zuberbühler am 1. April an einer Medienkonferenz. Kommissionspräsident Eugen Haltiner wählte zu Ospels Abgang noch deutlichere Worte: «Ich bin sicher, dass das ein Schritt zur Vertrauensbildung ist.»
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.09.2009, 22:09 Uhr
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8 Kommentare
Es wurde gelogen und gebogen.Hr.Ospel wurde also gegangen und übernahm die Verantwortung.Sehr nobel von ihm! Eine Sprechblase,welche Politiker,Wirtschaftskapitäne & Bankmanager gerne verwenden.Heisst ein Rücktritt und Verantwotung übernehmen nicht auch den Schaden zu beheben & zu ersetzen?Oder gelten für diese Herren andere Regeln gegenüber den Normalbürgern,ist man etwa doch gleicher als gleich. Antworten
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