Die Axpo fragt sich: Wie konnte es so weit kommen?

Geld verdienen könne man mit der Wasserkraft nur noch im Winter, wenn der Stromverbrauch hoch sei, sagt der Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini. Der Stromkonzern ist alarmiert – und steckt in einer Zwickmühle.

Gigantisches Projekt: Pumpspeicherwerk Linth-Limmern im Kanton Glarus.

Gigantisches Projekt: Pumpspeicherwerk Linth-Limmern im Kanton Glarus. Bild: Keystone

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Für Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini ist die aktuelle Lage in der Strombranche alarmierend. Wenn es keine Änderung gebe, so könne die Axpo bis zu einer Milliarde Franken verlieren, sagte Lombardini in einem Interview der «Südostschweiz».

Die Situation sei alarmierend, weil in den nächsten drei bis fünf, wenn nicht gar zehn Jahren keine Änderung des Ist-Zustandes zu sehen sei. Er frage sich, wie es so weit habe kommen können, dass die Wasserkraft plötzlich nicht mehr im Geld beziehungsweise nicht mehr rentabel sei, sagte Lombardini.

Axpo investiere derzeit kaum noch

Geld verdienen könne man mit der Wasserkraft nur noch im Winter, wenn der Stromverbrauch hoch sei. «Im Sommer wird es angesichts der verfügbaren Strommenge in Europa hingegen bald so weit sein, dass wir das Wasser ungenutzt neben den Turbinen vorbeifliessen lassen», sagte Lombardini weiter. «Andernfalls werden wir über die Tiefstpreise noch finanziell dafür bestraft, dass wir Energie ins Netz einleiten.»

Axpo investiere derzeit kaum noch in neue Anlagen. Und er glaube auch nicht, dass das Pumpspeicherwerk der Kraftwerke Linth-Limmern AG im Kanton Glarus im heutigen Umfeld noch gebaut würde. Momentan werde nur dort investiert, wo es dringend notwendig sei.

«Wir stecken in der Zwickmühle»

«Unser Ziel ist, den Hydro-Kraftwerkspark mit möglichst wenig Aufwand sicher am Netz zu halten.» sagte Lombardini. «Wir stecken wegen der Ertragsausfälle und der ungewissen Zukunft in der Zwickmühle: zwischen Aufrechterhalten und Erneuerung der Anlagen.»

Der Axpo-Chef hat laut eigenen Aussagen auch den Eindruck, dass die Axpo in letzter Zeit zu eine Art Milchkuh geworden sei, die vom Staat und anderen gemolken werde. Er verwies unter anderem darauf, dass dem Energiekonzern Teile des Stromnetzes weggenommen und unter dem tatsächlichen Wert der Netzgesellschaft Swissgrid abgetreten worden seien. (bru/sda)

(Erstellt: 07.06.2014, 09:52 Uhr)

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«Wir stecken wegen der Ertragsausfälle und der ungewissen Zukunft in der Zwickmühle»: Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini.

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