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Die Aufholjagd der Migros

Von Rahel Koerfgen und Ruedi Mäder. Aktualisiert am 22.04.2012 45 Kommentare

Konzernchef Herbert Bolliger über die Zukunft des Grossverteilers, Alkoholverkauf und Stellenabbau. Zum Einkaufstourismus sagt er, die Konsumenten müssten frei sein – sich der Folgen aber bewusst sein.

«Arbeitsplätze wandern ins Ausland ab»: Herbert Bolliger, hier an einer Medienkonferenz zum Geschäftsjahr 2011 in Zürich. (28. März 2012)

«Arbeitsplätze wandern ins Ausland ab»: Herbert Bolliger, hier an einer Medienkonferenz zum Geschäftsjahr 2011 in Zürich. (28. März 2012)
Bild: Keystone

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Nach dem leichten Rückschlag im Vorjahr hat die Migros 2012 im laufenden Jahr auf den Wachstumskurs zurückgefunden: Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Detailhandel um ein Prozent, wie Konzernchef Herbert Bolliger im Interview mit der «Basler Zeitung» (BaZ) sagte. Rechnet man die neuen Preissenkungen mit ein, so resultierte eine reale Steigerung der Verkäufe um drei Prozent.

Überdurchschnittlich zugelegt hat der Grossverteiler bei Sportartikeln und im Gartengeschäft. Im Vorjahr bescherte der Einkaufstourismus den Schweizer Detailhändlern eine Umsatzeinbusse von insgesamt rund fünf Milliarden Franken.

Kein Stellenabbau geplant

Bolliger sieht nun aber Anzeichen einer Stabilisierung. Unter anderem, weil das Benzin teurer geworden sei. Er räumt aber ein, die Konsumenten sollten dort einkaufen können, wo sie möchten. Aber sie müssten sich der langfristigen Folgen bewusst sein: «Arbeitsplätze wandern ins Ausland ab.» In den Migros-Filialen sei der Abbau von Arbeitsplätzen jedoch kein Thema. Die Umsatzeinbussen würden über die natürliche Fluktuation von bis zu 15 Prozent aufgefangen.

Zuoberst auf der politischen Agenda von Bolliger steht die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Der Migros-Chef bekräftigte die Forderung nach gleich langen Spiessen. Insbesondere für grenznahe Filialen wie jene im Einkaufszentrum Stücki in Basel ist eine Liberalisierung matchentscheidend, um der Konkurrenz im Ausland die Stirn bieten zu können. Derzeit sieht Bolliger keinen Anlass, der Stücki den Rücken zu kehren: «Es braucht ein paar Jahre, bis sich ein Einkaufszentrum etabliert.» In diesem Zusammenhang kritisiert er offen die Basler Behörden: Man sei nicht davon ausgegangen, dass der Bau einer Zufahrt zum Einkaufszentrum «eine solch langwierige Sache» wird.

Alkohol wäre mehrheitsfähig

Im Unterschied zum bald abtretenden Genfer Präsidenten der Migros-Verwaltung, Claude Hauser, lehnt Bolliger den Verkauf von Alkohol in Migros-Märkten ab. Dies, obwohl er glaubt, dass die erforderliche Änderung der Genossenschaftsstatuten heute mehrheitsfähig wäre. Aber wegen Alkohol, betonte er im Gespräch mit der BaZ, werde er keinen Glaubenskrieg mit den Traditionalisten unter den Genossenschaftern provozieren: «Das ist es mir nicht wert. Wir würden viele Leute verärgern, sie würden von Verrat am Migros-Gedankengut sprechen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.04.2012, 17:22 Uhr

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45 Kommentare

Karl Winter

22.04.2012, 17:39 Uhr
Melden 10 Empfehlung 0

Migros kommt für mich erst wieder als Einkaufsdestination in Frage wenn die schleichende Qualitätsminderung endlich aufhört. Die Produkte, welche ich über Jahre hinweg dort gekauft habe, haben sich qualitativ stetig verschlechtert. Ganz vorne: Brot und Backwaren. Ein Brot frisch gekauft kann man bereits am nächsten Tag nicht mehr brauchen. Nach 2 Tagen kann man sie nutzen um Nägel einzuschlagen. Antworten


Carlo Schnydrig

22.04.2012, 19:21 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Wenn Herr Bolliger sagt, dass die Konsumenten frei sein müssen, ist das richtig. Wenn er aber mit dem Bewusstsein der Folgen Angst schühren will, ist das arrogant und föllig falsch. Mit dem Ablassen von "Dampf" liegt er jedoch eher auf der Erfolgslinie. "Die Konsumenten sind frei und kaufen dort ein, wo das Preis-Leistungsverhältnis eben stimmt, was man in der Schweiz eben nicht behaupten kann!" Antworten



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