Deutsches Staatsgeld verdirbt Opel-Verkauf
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Seit Monaten ringen eine Handvoll Akteure auf internationaler Bühne um den Verkauf von Opel. Anfang September hatte man jubiliert, man habe sich endlich entschieden – die kanadische Magna und die russische Sberbank würden Opel bekommen, mit einer 4,5-Milliarden-Bürgschaft der deutschen Regierung.
Jetzt, so schreiben «Spiegel Online», «Handelsblatt» und die Nachrichtenagentur dpa, ist offenbar doch wieder alles anders. Die neuste Episode in dem Bühnenstück: General Motors verweigere die Unterschrift unter dem hart erkämpften Vertrag. Wichtige Mitglieder des Verwaltungsrates, so «Spiegel Online», «sind gegen den Deal».
Die Bürgschaft müssten alle bekommen
Ausgerechnet die EU-Kommission hat GM offenbar ihre Meinung ändern lassen. Denn diese verlangte letzte Woche eine offizielle Erklärung des Unternehmens, dass seine Entscheidung für Magna/Sberbank nicht auf politischen Druck aus Deutschland hin gefallen ist. Die Kommission argwöhnt nämlich, dass die deutsche Regierung ihre Bürgschaft an einen Verkauf an Magna geknüpft haben könnte, um so deutsche Opel-Standorte zu retten. Dies wäre ein klarer Verstoss gegen die Wettbewerbsfairness.
Der Druck aus Brüssel zwang Deutschland zu dem Bekenntnis, dass die Staatshilfen selbstverständlich auch jedem anderen Käufer gewährt worden wären. Das macht die GM-Oberen hellhörig: Also, so scheinen sie nun zu kalkulieren, müsste das Geld auch dem Mutterhaus zufliessen. «Nachdem die Bundesregierung versicherte, dass sie die versprochenen Kreditbürgschaften (...) auch anderen Bietern gewährt hätte, wollen Topmanager von GM die Europa-Tochter nun behalten», schreibt «Spiegel Online» mit Verweis auf Quellen seiner Printausgabe. Offiziell liess General Motors heute Freitag verlauten, man werde am 3. November in einer Sitzung des Verwaltungsrates definitiv über den Verkauf entscheiden. (oku)
Erstellt: 23.10.2009, 16:36 Uhr
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