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Der überraschende Autoboom

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 30.06.2010 17 Kommentare

Ob VW, BMW oder Daimler, die deutschen Autohersteller kommen mit liefern nicht mehr nach. Schuld daran ist der schwache Euro. Ist das eine letzte Zuckung oder das Anzeichen einer nachhaltigen Erholung?

Die sind erschwinglich, auch ohne Abwarckprämie: Vone inem Künstler verzierte Modell-BMWs.

afp

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Letztes Jahr noch musste die deutsche Autoindustrie mit der Abwrackprämie künstlich am Leben erhalten werden. Der Einbruch werde dafür im Folgejahr umso schärfer ausfallen, meinten damals die Kritiker. Das Gegenteil ist eingetroffen: Ob in Wolfsburg, Dingolfing oder Sindelfingen, überall reichen Sonderschichten nicht mehr aus, um die Nachfrage nach deutschen Luxusautos zu befriedigen. Es werden händeringend Fachkräfte gesucht und auch wieder angestellt. In der deutschen Bundesagentur für Arbeit rechnet man deshalb nun damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bis Ende Jahr unter drei Millionen sinken könnte.

Der Ursache am unerwarteten Boom ist der Einbruch des Euro. Die «Financial Times Deutschland» spricht von einem «überraschend starken Kaufinteresse aus den USA sowie aus China». Vor allem die Asiaten sind nicht nur grosse Fans deutscher Autos, sie können sie sich jetzt dank dem billigen Euro auch leisten.

Private Nachfrage bereits erstarkt?

Wie nachhaltig dieser Boom sein wird, ist allerdings fraglich. Die Weltwirtschaft ist im Begriff, sich in ein sehr gefährliches Experiment einzulassen. Gerade in den reichen Ländern geht man nun davon aus, dass die private Nachfrage bereits wieder genügend erstarkt ist, um staatlich Hilfe überflüssig zu machen. Statt die Wirtschaft mit staatlicher Hilfe anzukurbeln, wird deshalb an der Sparschraube gedreht. Der Autoboom könnte die Politiker darin bestärken.

Die neue Sparwut könnte jedoch ins Gegenteil umschlagen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Erstens haben sich plötzlich alle Industriestaaten aufs Sparen festgelegt, was die Gefahr eines neuen Einbruchs, eines so genannten «Double Dips» erhöht. Zweitens ist bei den Industriestaaten keine neue Konjunkturlokomotive in Sicht. Die Schuldenlast der privaten Haushalte der USA ist für einen neuen Konsumboom immer noch viel zu hoch. Zudem ist nach wie vor jeder zehnte Amerikaner ohne Job und die Immobilienpreise fallen wieder. In Deutschland stagniert die Nachfrage seit einem Jahrzehnt, und ob die Nachfrage aus der neuen asiatischen Mittelschicht nachhaltig sein wird, ist zumindest fraglich.

Doch eher eine «Todesblüte»?

Die Ursache des deutschen Autobooms ist ebenfalls kein Grund zur Freude. Der Euro ist abgesackt, weil das Vertrauen in das europäische Bankensystem erschüttert ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss in die Lücke springen und wird unfreiwillig zum Nothelfer von angeschlagenen Banken. Solange das Finanzsystem auf so wackligen Füssen steht, kann auch die reale Wirtschaft nicht nachhaltig gesunden. Der deutsche Autoboom könnte sich so gesehen auch als eine «Todesblüte» erweisen, als ein letztes Aufbäumen vor dem Kollaps. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.06.2010, 12:47 Uhr

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17 Kommentare

rainer raschle

30.06.2010, 12:54 Uhr
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Die meisten deutschen Automarken sind in Deutschland massiv billiger als in der Schweiz. VW's oder Audis biespielsweise sind nach Rückerstattung der deutschen MWST und nach Bezahlen der CH-MWST, des Zolls und der Einfuhrgebühren 25%!!! günstiger als in der Schweiz (und der Eurokurs sinkt weiter). Die Schweizer sollten aufwachen und Preisanpassungen verlangen - oder direkt in D bestellen. Antworten


Peter Hüppi

30.06.2010, 12:56 Uhr
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Trotz des billigen Euros sind deutsche Autos noch immer überbewertet und haben weltweit das schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis! Antworten



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