Der folgenschwere Tipp der CS mit den Kantonalbanken
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 12.12.2011 77 Kommentare
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Es wurde gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Doch nun wird es publik: das Amtshilfegesuch der USA in Sachen amerikanische Bankkunden der Credit Suisse. (CSGN 19.09 -1.39%) Unterzeichnet ist das Ersuchen mit Datum vom 26. September 2011 von Michael Danilack, Vizekommissär bei den US-Steuerbehörden (IRS). Adressat ist Jürg Giraudi, Chef der Abteilung für Internationales in der Eidgenössischen Steuerverwaltung.
Auf zwölf Seiten werden einerseits die Kriterien aufgelistet, aufgrund derer die Grossbank Kundendaten liefern soll. Gefragt wird nicht nach namentlich bekannten Kunden, sondern nach Gruppen von Amerikanern, die zwischen 2002 und 2009 über 50'000 Franken auf Konten der CS hatten und mithilfe der Banker Scheingesellschaften gegründet oder bestimmte Formulare nicht eingereicht haben. Interessant ist, dass bei jeder Gruppe der explizite Hinweis steht, die Credit Suisse selber habe Informationen geliefert, die besagten, dass Kunden der genannten Kategorie existierten.
Unversteuertes Geld, Schmuggelgeld
Aufschlussreich ist das Sündenregister, das die Amerikaner auflisten können. Gemäss IRS-Vizekommissär Danilack nutzte die CS ihre US-Niederlassungen in New York, Kalifornien, Houston und Miami für Transaktionen mit unversteuerten Geldern von US-Bürgern, was klar gegen die US-Bestimmungen verstossen habe. Zudem hätten CS-Banker Bargeld in die USA geschmuggelt.
Weiter behaupten die Amerikaner, gestützt auf Aussagen von reuigen Steuersündern, die CS habe US-Schweizer Doppelbürgern geraten, bei der Kontoeröffnung jeweils nur ihr Schweizer Bürgerrecht anzugeben. Überdies haben im Juli 2008 nicht wenige amerikanische UBS-Kunden ihr Konto zur CS verschoben. Es kamen auch UBS-Kundenberater zur CS, unter ihnen Christos Bagios, der Anfang dieses Jahres in den USA verhaftet wurde. Offenbar brachten die UBS-Leute auch ihre Kunden mit. Laut IRS hat die CS 2008 und 2009 Kunden von der UBS akquiriert.
Als dann klar wurde, dass die CS ebenfalls ins Visier der amerikanischen Steuerfahndung geriet, und als klar wurde, dass sie wegen ihrer grossen US-Präsenz die Kunden nicht halten könnte, meldeten sich 939 CS-Kunden freiwillig bei der Steuerbehörde.
Der Tipp mit den Kantonalbanken
Die CS riet ihren Kunden aber mindestens in einigen Fällen nicht etwa dazu, ihre Vermögensverhältnisse den amerikanischen Steuerbehörden gegenüber offenzulegen, sondern empfahl ihnen, zu anderen Banken zu gehen. In einigen Fällen rieten die CS-Berater ihren Kunden sogar ganz offen, sie sollten zu Kantonalbanken gehen. Grund: Diese Banken seien schliesslich überhaupt nicht präsent in den USA.
Damit, und das ist das Folgenschwere an diesem Ratschlag, wurde die Affäre zur Staatsaffäre. Sie dürfte auch den Steuerzahler belasten, wenn bekannt wird, wie hoch die Bussen der involvierten Kantonalbanken sind. Genannt wurden bisher die Zürcher und die Basler Kantonalbank. Die Credit Suisse wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.12.2011, 07:52 Uhr
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77 Kommentare
Geschätzter Brady dougan, was ist bloss aus den viel besagten Legal+Compliance Checks geworden, welche jedes Jahr stattfinden? Wenn ich das hier lese scheint mir das alles ist und war nur eine Farce! Es tut weh zusehen zu müssen wie ein Ami eine gute Bank demontiert, weil er nicht hinsieht was im Betrieb geschieht. Antworten
WIE LANGE NOCH…….Sie bescheissen, lügen, entlassen massenhaft Leute, riskieren gewissenlos das Wohl ganzer Volkswirtschaften nur bei ihrem eigenen Salär kennen sie keine Grenzen und füllen ihre Taschen mit Löhnen und Boni ohne den geringsten Scham.......soviel zu den "modernen" Bangstern von heute…..!!! Antworten
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