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Der bessere Warren Buffett

Aktualisiert am 08.12.2009 8 Kommentare

Weil Paul Desmarais sein Wirtschaftsimperium aus dem Hintergrund leitet, kennt ihn kaum einer. Eigentlich erstaunlich: Denn an die Performance des Kanadiers kommt selbst Warren Buffett nicht heran.

Scheues Unternehmensgenie: Die wenigen Fotos, die von Paul Desmarais existieren, zeigen ihn auf Hauptversammlungen oder wie er die Firmenzentrale verlässt.

Scheues Unternehmensgenie: Die wenigen Fotos, die von Paul Desmarais existieren, zeigen ihn auf Hauptversammlungen oder wie er die Firmenzentrale verlässt.

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Die Wirtschafslegenden Jack Welch und Warren Buffett sind den meisten bekannt. Der Name Paul Desmarais hingegen ist vielen Börsianern nicht einmal geläufig. Dabei ist der Kanadier erfolgreicher als die anderen zwei. Die Öffentlichkeit scheut er wie der Teufel das Weihwasser. Er gibt keine Interviews und führt ein zurückgezogenes Leben auf einem ländlichen Anwesen, das grösser ist als Manhattan.

Die Strippen seines Finanzimperiums Power Corporation ( 22.65 -1.39%) (Marktkapitalisierung: 19 Milliarden Dollar) zieht er im Hintergrund. Und das sehr erfolgreich. Das zahlt sich auch für die Anleger aus. Die «Financial Times Deutschland» rechnet vor: In den vergangenen 15 Jahren erzielten Aktionäre der Power Corporation ein besseres Ergebnis als die Jünger Warren Buffetts: Berkshire Hathaway erwirtschaftete von 1993 bis Ende 2008 im Durchschnitt 14,1 Prozent Rendite pro Jahr. Dagegen erzielte die Power Corporation einen jährlichen Ertrag von 14,5 Prozent.

Fokus auf dem Versicherungsgeschäft

Mit einem geschätzten Vermögen von 2,6 Milliarden Dollar ist der 82-Jährige der achtreichste Kanadier. Der Milliardär aus Québec startete seine Karriere indem er seinem Vater 1951 eine alte und bankrotte Buslinie für einen Dollar abkaufte, wie die Onlineausgabe der «Financial Times Deutschland» in einem Porträt schreibt. Der damals 24-Jährige machte das Unternehmen wieder fit und expandierte. Ab 1960 streckte er seine Fühler in die Geschäftsbereiche Versicherungen, Asset-Management und Zeitungen aus. Er bündelte alles zur Power Corporation und wurde Vorstandschef des fusionierten Unternehmens.

Ende der 80er- und 90er-Jahre strukturierte Desmarais sein Imperium um. Er verkaufte viele Geschäftsbereiche und konzentrierte sich auf Finanzunternehmen und das Versicherungsgeschäft. «Pauls grosses Talent ist es zu erkennen, wo in der Welt die grossen Entwicklungen stattfinden werden», so Paul Martin, der Kanada von 2003 bis 2006 regierte.

Freund von Nicolas Sarkozy

Kaum ein anderer Unternehmer ist so gut vernetzt wie Desmarais: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy verlieh ihm das höchste französische Verdienstkreuz. Sarkozy sagt: «Dass ich heute Präsident bin, verdanke ich zum Teil dem Rat, der Freundschaft und der Loyalität von Paul Desmarais.»

Auf seinen Partys auf einem Grundstück mit fünf Seen in der Nähe des Flusses Saguenay sind Felipe, Prinz von Spanien, Leonardo DiCaprio und Sarah Ferguson gern gesehene Gäste. «Die Familie Desmarais gehört zu den besten und grosszügigsten Gastgebern der Welt», sagte Brian Mulroney, der frühere kanadische Premierminister, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

«Die Power Corporation ist wie ein Eisberg»

Die Geschäfte von Desmarais sind allerdings nicht leicht zu durchschauen. «Die Power Corporation ist wie ein Eisberg», sagt Wirtschaftsprofessor David Beatty, «sie ist riesig und weitgehend unsichtbar.» So gibt es keine Marketing- oder Kommunikationsabteilung, das höhere Management spricht nicht mit Analysten.

«Sie sagen, wir stehen zu unseren Ergebnissen – wenn du uns magst, gut, wenn nicht, dann kaufe uns nicht», sagt Analyst John Aiken von Dundee Securities in Toronto.

Offiziell ging der 82-jährige Desmarais 1996 in Rente und überliess das Tagesgeschäft seinen Söhnen Paul junior und André. Doch obwohl ihn mehrere Herzoperationen bremsen, ist er weiter der eigentliche Chef des Imperiums. (bru)

Erstellt: 08.12.2009, 14:58 Uhr

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8 Kommentare

Alfonso Bianco

08.12.2009, 14:34 Uhr
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"So gibt es keine Marketing- oder Kommunikationsabteilung, das höhere Management spricht nicht mit Analysten. " Das sagt alles......Grosses Kompliment Herr Desmarais. Ehrliche Grosszügigkeit und keine Analysen sind das Erfolgrezept...alles andere sind nur Zahlen und Luftblasen, oder nur mit Luft aufgeblasene. Antworten


Mario Monaro

08.12.2009, 14:45 Uhr
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Und warum ist Paul Desmarais jetzt besser als Warren Buffet? Nur wegen der besseren Performance? Eine angesichts der momentanen Krise unachtsame Headline... Antworten



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