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«Der Steuerstreit bindet Management-Kapazität»

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 09.02.2012

Gewinneinbruch, hohe Kosten, Steuerstreit mit den USA: Die Credit Suisse muss derzeit unten durch. Was die Zahlen bedeuten und wann es für Brady Dougan heikel wird.

Kein guter Tag für den CS-Chef: Brady Dougan.

Kein guter Tag für den CS-Chef: Brady Dougan.
Bild: Keystone

Brady Dougan will Kundenberater der Claridan Leu halten. (Video: Keystone )

Credit Suisse verdient 2011 deutlich weniger

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als noch ein Jahr zuvor. Der Gewinn nach Steuern fiel um 62 Prozent auf 1,95 Milliarden Franken. Im letzten Quartal 2011 fuhr die Bank sogar einen Verlust von 637 Millionen Franken ein. Zu schaffen machten der zweitgrößten Schweizer Bank unter anderem ein Sparprogramm und die Risikovorsorge, die zusammen mit 981 Millionen Franken zu Buche schlugen. (afp)

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Brady Dougan: Haben Daten ans EFD geliefert. (Video: Keystone )

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Mit einem unerwarteten Verlust von über 600 Millionen Franken im vierten Quartal lässt heute die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) aufhorchen. Auch das Jahresergebnis fällt mit knapp zwei Milliarden Franken Reingewinn weitaus tiefer aus als von Analysten erwartet. «Diese Zahlen sind sehr enttäuschend», sagt Arno Endres, Chef Research der Luzerner Kantonalbank. Sie seien noch tiefer, als man aufgrund des verhaltenen Resultats der UBS erwarten durfte.

Zwar sei das Marktumfeld tatsächlich schwierig, und die neuen Regulierungen würden den Banken einiges abverlangen. Aber auch unter Berücksichtigung dieser Faktoren sei das CS-Ergebnis enttäuschend. Zudem seien die Kosten weniger gesunken, als erwartet.

Baustelle CS

«Die Credit Suisse ist eine permanente Baustelle», so Endres. Das würde sich auch mit der im laufenden Jahr zu integrierenden Privatbank Clariden Leu fortsetzen. «Und mich würde es nicht verwundern, wenn wegen dieser anhaltenden Unsicherheiten in diesem Zusammenhang Kundengelder abfliessen würden.»

Positiv sticht für Endres heraus, «dass es immer noch möglich ist, Neugelder zu akquirieren». Zwar sei das etwas weniger als erwartet, aber dennoch «bemerkenswert». Was für die UBS gilt, scheint auch bei der Credit Suisse zu spielen. International geniesst die Schweizer Bank im Bereich Vermögensverwaltung für reiche Kundschaft noch immer einen guten Ruf.

Kann Dougan in den USA vermitteln?

Nicht in Zahlen auszudrücken, aber dennoch von Belang für die Bank, dürfte laut Endres die Tatsache sein, dass man auf der Liste der elf Banken figuriert, die von den US-Behörden im Steuerstreit ins Visier genommen wurden. «Das bindet Management-Kapazität.» Und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Und im Steuerstreit sieht Endres denn auch ein Problem für CS-Chef Brady Dougan. Zwar sitze der CEO trotz der schlechten Zahlen fest im Sattel. «Sollte der Steuerstreit mit den USA aber eskalieren, würde es für Dougan schwierig.» Dies wegen seines amerikanischen Passes. «Als Amerikaner die Interessen einer Schweizer Bank im Streit mit den USA wahrzunehmen, dürfte seine Tücken haben.»

UBS schaut vorwärts

Die Bank rühmt sich im Jahresbericht damit, dass sie Risiken heruntergefahren und die Kapitalbasis gestärkt habe. «Tatsächlich hat die Bank hier einiges gemacht», so Endres. Die CS habe schon in der Bankenkrise von 2008 bewiesen, dass sie frühzeitig ihre Risiken reduziert habe.

Im Vergleich mit der zweiten Schweizer Grossbank sieht Endres derzeit die UBS im Vorteil. Dies mitunter, weil die CS noch immer in Steuerstreitigkeiten in den USA verwickelt sei. Die UBS kann vorwärts schauen, die CS muss sich noch immer mit der Vergangenheit beschäftigen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2012, 09:06 Uhr

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