Der Patron hat vorgesorgt
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 29.06.2010 4 Kommentare
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Der Tod von Nicolas Hayek ist auch für sein Unternehmen Swatch ein schwerer Schlag. Auf den ersten Blick könnte man sogar die Reaktion des Aktienmarkts als Ausdruck einer erhöhten Sorge um die Zukunft des Unternehmens interpretieren: Die Swatch-Inhaberaktie hat bis zum Mittag rund 3 Prozent verloren, am Vormittag zeitweilig sogar 4 Prozent. Viel spricht allerdings dafür, dass dieser Kurseinbruch weniger mit dem Tod des erfolgreichen Patrons zu tun hat, sondern auf Konjunktursorgen im wichtigen Absatzmarkt China zurückgeht, die die ganze Luxusgüterbranche treffen. So sind denn auch die Titel von Richemont in der Schweiz oder jene des Luxusgiganten LVMH in Paris heute ähnlich stark eingebrochen wie Swatch.
Nicolas Hayek hat sein Unternehmen zwar geprägt, aber er hat es auch gut für die Zeit nach seinem Ableben vorbereitet, vor allem indem er Mitglieder seiner Familie in strategische Positionen gehievt hat. Sein Sohn Nick ist bereits seit 2003 CEO der Swatch Gruppe und sitzt seit der letzten Generalversammlung im Mai auch im Verwaltungsrat. Seit längerem befindet sich dort bereits seine Schwester Nayla, die an der letzten Generalversammlung zur Vizepräsidentin ernannt wurde. Auf dem Präsidiumssessel sass Nicolas Hayek Senior selbst.
Die nachrückenden Generation
Analysten erwarten, dass Nick Hayek neu Verwaltungsratspräsident von Swatch wird. Konzernchef dürfte sein Neffe Marc Alexander Hayek werden, der Sohn von Nayla Hayek. Nach deren Scheidung wurde Marc von Grossvater Nicolas Senior adoptiert, so dass Marc und Nick Junior wie Brüder gemeinsam aufwuchsen. Wenn sie jetzt gemeinsam das Amt des Präsidiums und des Konzernchef besetzen, bleibt das Unternehmen fest in der Hand der Hayek-Familie. Allerdings besitzt diese nicht die Mehrheit am Konzern. Der Hayek-Pool – bei dem auch Johann Schneider-Ammann beteiligt ist – besitzt rund 41 Prozent am Kapital der Gruppe. Als weitere Grossaktionärin tritt mit einem Anteil von 7,5 Prozent Esther Greter auf, Leiterin der Doetsch-Greter Gruppe. Die übrigen Aktien verteilen sich auf das breite Publikum. Neben Esther Greter, Johann Schneider-Ammann und den Hayek-Geschwistern sind im Swatch-Verwaltungsrat auch der der Chef von Linth & Sprüngli Ernst Tanner, der einstige Astronaut Claude Nicollier, der ehemalige Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth und der Anwalt und Ex-Banker Peter Gross, der schon bei den Vorgängergesellschaften von Swatch im Verwaltungsrat sass.
Nicht nur für Kontinuität ist gesorgt, das Unternehmen steht auch äusserst gesund da. Allein die Bilanz des Unternehmens strotzt vor einer Stärke, von der andere Unternehmen nur träumen können: Der Anteil des Eigenkapitals beläuft sich auf 77,6 Prozent, das kurzfristige Fremdkapital ist durch den Cash-Bestand fast vollständig gedeckt. Aber auch die operative Leistungsfähigkeit kann sich sehen lassen. Die Finanzkrise hat das Unternehmen relativ gut überstanden. Nur im vergangenen Jahr ist der Gesamtumsatz um 8,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken eingebrochen. Von 2006 bis 2008 ist er sogar jährlich zweistellig angestiegen, 2008 dann krisenbedingt nur noch magere 0,4 Prozent. Im vergangenen Jahr belief sich die Gewinnmarge (vor Zinsen und Steuern, Ebit) auf 16,7 Prozent. Analysten gehen davon aus, dass diese Marge im laufenden und in den nächsten Jahren deutlich ansteigt. Das Brokerhaus Helvea zum Beispiel erwartet schon im Jahr 2012 eine Marge von beinahe 23 Prozent.
Analysten bleiben voller Zuversicht
Die Zuversicht zur weiteren Entwicklung von Swatch spiegelt sich auch in der Erwartung der Analysten zum weiteren Verlauf der Aktienkurse. Das bestätigen auch zwei aktuelle Berichte von heute: Der Analyst von Helvea setzt das Kursziel für den Titel auf 350 Franken, jener der Bank Vontobel auf einen Wert von 400 Franken. Momentan notiert die Swatch-Inhaberkatie bei rund 313 Franken. Auch die meisten anderen Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Wie alle Luxusunternehmen profitiert die Swatch-Gruppe vom spriessenden Reichtum vor allem in Fernost. Kein Wunder daher, dass immer dann, wenn an der konjunkturellen Entwicklung Chinas Zweifel aufkommen, auch die Swatch-Aktie unter Druck gerät. Der Tod des grossen Patrons hingegen wird das Unternehmen zumindest wirtschaftlich kaum belasten. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.06.2010, 14:46 Uhr
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4 Kommentare
Die Schweiz benötigt dringend mehr solche ausserordentliche Persönlichkeiten und erfolgreiche Unternehmer, die unseren höchsten Respekt verdienen. Ein begeisterter Macher voller kreativer Ideen, ein Vorbild eines glaubwürdigen Entrepreneurs und Chefs. Er hat seine Meinung frei geäussert, auch wenn er sich damit auch Feinde geschaffen hat. Danke Herr Hayek!, wir werden Sie in Erinnerung behalten. Antworten
Wenn ich mir Hayek so ansehe und seine Leistungen betrachte, dann komme ich unweigerlich zum Schluss, dass Herren wie Grübel, Dougan, Ospel und andere sogenannte Topmanager im Vergleich zu Hayek ein erbärmliches Licht abgeben. Top ist bei denen nur das Gehalt. Antworten
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