Der Hälfte der Schweizer Banken soll der Absturz drohen

Aktualisiert am 22.02.2010

Laut einer Studie der Beratungsfirma Deloitte steigt der Druck auf die Vermögensverwalter im Land: Sie kämpfen mit labilen Märkten – und mit der Unsicherheit um das Bankgeheimnis.

Der Druck wächst: Bild vom Paradeplatz.

Der Druck wächst: Bild vom Paradeplatz. (Bild: Keystone)

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Unter den Vermögensverwaltern in der Schweiz öffnet sich eine Schere zwischen anhaltend profitablen Instituten und solchen, die zusehends unter Druck geraten. Das stellt eine Studie der Beratungsfirma Deloitte fest.

Rund die Hälfte der Privatbanken und Vermögensverwalter sei gut positioniert, hält die am Montag präsentierte Studie fest. Die andere Hälfte muss sich laut den Deloitte-Analysten Gedanken um ihre Profitabilität machen.

Kunden stellen kritische Fragen

Grosse Banken könnten spezialisierte Anlagen wie Fonds und strukturierte Produkte gewinnbringender vertreiben als kleinere Vermögensverwalter. «Allerdings gibt es auch kleine Institute, die sehr profitabel sind», sagte Deloitte-Berater Daniel Kobler.

Stark schwankende Kapitalmärkte, regulatorischer Druck und die Steuerdebatten bis zum Datenklau stellen die Institute vor immer neue Herausforderungen, wie es in der Studie heisst, die auf einer Befragung von 103 in der Schweiz tätigen Vermögensverwaltern basiert. Dazu kommt, dass Kunden immer kritischere Fragen stellen und bei Risiken im Moment zurückhaltend sind.

Gefragt sind massgeschneiderte Produkte

Messbaren Einfluss habe die Kundenstruktur: Mit vermögenden bis sehr reichen Kunden sowie institutionellen Kunden lasse sich gutes Geld verdienen. «Die Neudefinition der Betreuung von ausländischen Kunden im Inland - Offshore-Banking - ist eines der heissesten Themen derzeit», sagte Kobler. Niederlassungen im Ausland vergrössern daher den Handlungsspielraum der Vermögensverwalter.

Über massgeschneiderte Finanzprodukte und Dienstleistungen könnten die Vermögensverwalter ihren Platz behaupten. Mit traditionellen wie auch spezialisierten Bankprodukten sei es schwieriger, Geld zu verdienen: Einen Vorsprung haben grosse Banken dabei insofern, als Fonds und strukturierte Produkte am meisten Profit abwerfen.

Das Angebot dieser Investment-Produkte erfordert teure Spezialisten und eine aufwändige technische Infrastruktur. Mit ihrem eigenen Handelsbuch in Verbindung mit dem Privatbankengeschäft hätten in den vergangenen Jahren viele Vermögensverwalter Verluste geschrieben. (oku/sda)

Erstellt: 22.02.2010, 16:51 Uhr

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