Wirtschaft

Der Bund steigt bei der UBS aus

Die Eidgenossenschaft verkauft ihre 6-Milliarden-Beteiligung an der UBS an Investoren. Die Bank wertet dies als Anerkennung für ihre Arbeit – und die Finma bezeichnet die UBS als «solide».

Krisensitzungen zeigen Wirkung: Bundesrat Hans-Rudolf Merz, UBS-Generalsekretär Luzius Cameron und UBS-VR-Präsident Kaspar Villiger vor einem Treffen im Mai.

Krisensitzungen zeigen Wirkung: Bundesrat Hans-Rudolf Merz, UBS-Generalsekretär Luzius Cameron und UBS-VR-Präsident Kaspar Villiger vor einem Treffen im Mai.
Bild: Keystone

Der Bund wird die von ihm gehaltene Pflichtwandelanleihe im Umfang von 6 Milliarden Franken in UBS-Aktien tauschen und diese bei institutionellen Investoren platzieren, wie die Bank am Abend mitteilte. Die Umwandlung soll am 25. August stattfinden.

Ingesamt werden gut 332 Millionen Aktien zu einem jeweiligen Nominalwert von 0,10 Franken platziert. Zum heutigen Kurs haben diese neuen Aktien einen Wert von 5,56 Milliarden Franken. Das Eigenkapital der UBS steigt durch die Ausgabe der Aktien um den Gesamt-Nominalwert von 33 Millionen Franken auf 355 Millionen Franken.

Gewinn noch offen

Was für den Bund beim Verkauf tatsächlich herausschaut, ist noch unklar. Derzeit würden die Offerten entgegengenommen, sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, am späten Mittwochabend auf Anfrage. Im Laufe des Donnerstag soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann werde auch klar sein, welchen Preis der Bund für das Paket gelöst habe, sagte Siegenthaler.

Daneben verzichtet der Bund auf einen Zins auf die gewandelte Anleihe, bekommt von der Bank aber 1,8 Milliarden Franken, was dem Wert der künftigen Zinsszahlungen entspricht.

Die UBS wertet den Entscheid des Bundesrates «als Anerkennung für die eingeleiteten Massnahmen zur Gesundung der Bank», wie die UBS weiter schreibt. VR-Präsident Kaspar Villiger dankt dem Bund für seinen Einsatz von Oktober 2008 bis heute.

Finma und Nationalbank sehen Verkauf positiv

Die Finanzaufsicht Finma begrüsst in einem Communiqué den Beschluss des Bundesrates. Die Mittel seien vom Bund zur Verfügung gestellt worden, da im Herbst keine privaten Investoren gefunden werden konnten. Heute verfüge die UBS über eine stabile und solide Kapitalbasis.

Auch die Nationalbank bezeichnet die Wandlung der Plichtwandelanleihe in Aktien als ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen des Marktes in die Widerstandsfähigkeit der Bank weiter zugenommen habe.

Im Herbst eingestiegen

Mit Verkauf des Pakets mach der Bund das Versprechen wahr, so rasch wie möglich bei der UBS wieder auszusteigen. Diese Möglichkeit sah er mit der Beilegung des UBS-Steuerstreits mit den USA offenbar gekommen.

Der Bund hatte im Oktober eine Pflichtwandelanleihe im Umfang von 6 Milliarden Franken gezeichnet, um die UBS zu stabilisieren. Sie ermächtigt ihn, UBS-Aktien zu beziehen. Der Bund hatte das Engagement von Anfang an als Überbrückungsmassnahme bezeichnet und stets betont, Ziel sei eine Platzierung bei Investoren. Zur gleichen Zeit hatte die Nationalbank 60 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, um faule Kredite der UBS abzusichern. Dieser Fonds bleibt bestehen. (oku/sda/)

Erstellt: 19.08.2009, 23:39 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

23 Kommentare

Martin Bürger

21.08.2009, 09:26 Uhr
Melden

1.2 Mrd. SFR Gewinn aus der Wandelanleihe für den Staat und hier wird weiter gemotzt. Das war ja zu erwarten. Die Notleidenden Papiere, welche von der Nationalbank in einem Fond übernommen wurden waren letztlich nicht wie hier kommuniziert 60 Mrd. SFR sondern lediglich etwa 40 Mrd. SFR. Sollte hier letztlich für die Nationalbank auch noch ein Gewinn erzielt werden, wird hier trotzdem weitergemotzt. Man merke sich: beiss nie die Hand, welche Dich füttert! Antworten


Harry Schenk

20.08.2009, 20:03 Uhr
Melden

Schön wenn der Bund mit dem Verkauf der UBS-Aktien Kohle verdient, dann können wir im September getrost die Vorlage zur Erhöhung der Mehrwertsteuer ablehnen. Antworten


König Reto

20.08.2009, 18:29 Uhr
Melden

@bernhard berger: Ich verstehe Ihre Logik nicht. Auch wenn die 60 Mia kein Steuergeld sind, sie waren UNSER Geld! Damit hätte man locker die IV sanieren, die Gesamtwirtschaft nachhaltiger als mit den aktiven "Konjunkturprogrammen" stützen und gar ein allgemeines Grundeinkommen auf Jahre hinaus finsnazieren können. Aber Hauptsache der UBS ist gedient..... Antworten


Martin Waeber

20.08.2009, 15:48 Uhr
Melden

Der Bund ist kein Unternehmer und ob er VIELLEICHT in Zukunft mehr Gewinn macht steht nicht zur Diskussion. Die Aufgabe des Bundes war ein Zusammenbrechen des Finanzsystems zu verhindern und das Darlehen ist eine win-win Situation für Bund und UBS. Statt zu klönen sollten alle Steuerzahler froh sein, dass der Bund mit einem anständigen Gewinn aussteigen kann. Das ewige Nörgeln ist einfach mühsam. Antworten


Markus Winzenried

20.08.2009, 12:45 Uhr
Melden

Bund verzichtet auf Zins, erhält aber trotzdem 1.8 Milliarden an zukünftigen Zinszahlungen aus der Wandelanleihe? Oeffentlicher Insiderhandel mit UBS Aktien durch den Bund! Goldman Sachs wird wohl bald den Gesamtbundesrat als Top-Investment Banking Team abwerben - genau solche Dealmakers braucht das moderne Banking..... Antworten


Peter Broger

20.08.2009, 09:57 Uhr
Melden

@Andy Dreyer. Die Idee von der Staatsholding ist gut. Wäre schon lange an der Zeit. Viele Staaten kennen dies und es ist heute sogar ein Steuerungselement für den Markt. Würde extreme Schwankungen ausgleichen. Wichtig ist nur, dass diese Staatholding ebenso unabhängig ist wie die SNB und nicht von den Politkern missbraucht wird. Antworten


bernhard berger

20.08.2009, 08:48 Uhr
Melden

Das eine müssen wir hier klar stellen. Die Ramschpapiere wurden nicht mit STEUERGELDER finanziert. Ich bin froh das nun der Bund das eingesetzte Kapital mit Gewinn zürückbekommt. Hoffe nun, das alle sprüche wie:"was ist mit unserem Steuergelder" nun endlich mal verschwinden werden. Ich bin überzeugt, das diese Bank wieder auf Kurs ist. Antworten


hans thomann

20.08.2009, 08:16 Uhr
Melden

Der Bund steigt aus ? Wirklich ? Wir sollten nicht überrascht sein, wenn grosse Pakete dieser UBS AKTIEN am Schluss wieder in den BUNDES- EIGENEN PENSIONSKASSEN auftauchen würden !! Antworten


Urs Nager

20.08.2009, 06:38 Uhr
Melden

1.8 Mia Zins ist ein happiger Betrag. Wenn das die Banken von all ihren Kunden bekommen würden, ginge es bald wieder steil nach oben. Der Bund weiss was verlangt werden kann - genau wie die Banker ! Antworten


Georg Kundert

20.08.2009, 05:59 Uhr
Melden

Erstaunliche Bundespolitik. Auf der einen Seite wird der UBS von der Nationalbank 60 Milliarden Dollar für faule Kredite zur Verfügung gestellt, dieser Fonds bleibt bestehen. Auf der andern Seite wird zur heutigen Zeit eine Pflichtwandelanleihe im Umfang von 6 Milliarden an Investoren veräussert. Steuerstreit und Finanzkrise haben nichts miteinander zutun. Risiko bleibt ,und der Gewinn ? Antworten


Andy Dreyer

20.08.2009, 05:21 Uhr
Melden

Finde die CH sollte die UBS Aktien in einen unabhaengigen Staatsfond leiten, aehnlich wie Norwegen oder Singapur das haben. Dabei koennen weitere Investitionen getaetigt werden, wobei dann Gewinne fuer die AHV oder andere Vorhaben des Bundes genutzt werden koennten. Antworten


Ruedi Kramer

20.08.2009, 04:38 Uhr
Melden

@ Fritz Grunder: Genau! Der Aktienkurs wird nach einer Gewinnmitnahme (und damit zuerst sinkenden Kursen) privater Inveestoren wieder in die Höhe schnellen. Damit dann skrupellose "Investoren" das Geld von uns Steuerzahlern erneut einkassieren. Ich hoffe, dass dabei die Rolle der ehemaligen Pleitiers auch strafrechtlich nicht vergessen gehen. Diese haben nähmlich das ganze Schlamassel verursacht! Antworten


Jürg Bühler

20.08.2009, 03:42 Uhr
Melden

Interessanter wäre zu erfahren wie es mit unserem (der CH Bürger) Profit und Loss of den 60 Mrd. steht... auf der Wandelanleihe wurde also ca. 1 Mrd. verdient, wenn es jetzt nicht gleich runtergeht mit der UBS Aktie.. Antworten


Nadine Binsberger

20.08.2009, 03:04 Uhr
Melden

Der kleine Mann reicht die heiße Kartoffel weiter - von seiner linken Hand (Staatskaße) in seine rechte Hand (Pensionskaße, Krankenkaße, etc.). Wo tut's wohl weniger weh? V.a.: wo bleiben die sonst so fleißigen privaten Anleger? Antworten


Otto Kunz-Torres

20.08.2009, 01:08 Uhr
Melden

Mit der vorzeitigen Wandlung und dem schnellen Verkauf der UBS-Aktien schöpft der Bund das bis zum Ende der Laufzeit im Juni 2011 mögliche Kurspotenzial nicht aus. Es ist wie immer: Die Gewinne privat, die Kosten dem Staat! Antworten


Michael Müller

20.08.2009, 00:51 Uhr
Melden

Die Gewinnbringende Anleihe wird so schnell wie möglich verkauft. Der Bund will da ja keinen oder nur kleinen Gewinn machen. Die Schrottpapiere der UBS kann die Nationalbank aber behalten. Das ist doch wieder mal ein super Deal für uns Steuerzahler. Antworten


Patrick Tigri

19.08.2009, 23:45 Uhr
Melden

Aeh, wieso kann der Bund die Aktien nicht einfach behalten? Ich wäre gern ein bisschen Bankbesitzer. Antworten


Thomas Stäubli

19.08.2009, 23:42 Uhr
Melden

Herr Grunder, warum soll der Aktienkurs rauf, wenn es immer mehr Aktien gibt??? Mit der Wandlung der Anleihe kommen 332 Millionen neue Aktien auf den Markt. Fazit: Heute gibt es fast doppelt so viele Aktien wie vor 2 Jahren, und die UBS steht nicht halb so gut da vie vor dieser Zeit. Kein Wunder also, steht der Kurs gut 80% unter Allzeithoch und die Aktie erscheint mir so immer noch überteuert. Antworten


Marina Müller

19.08.2009, 23:39 Uhr
Melden

Super-Idee!!! Endlich müssen sich die armen Politiker nicht mehr winden. Jetzt können wir keinen Einfluss mehr nehmen. So entlastend! And the show must go on! Mit vollem Tempo in den Abgrund! Wer glaubt die Aussage: "Heute verfüge die UBS über eine stabile und solide Kapitalbasis"? Antworten


Hans Widmer

19.08.2009, 23:36 Uhr
Melden

Tolle Nachricht, dass die faulen UBS-Aktien jetzt bei einem institutionellen Anleger sind. Wer musste denn auf politischen Druck daran glauben? Der AHV-Fonds? Grosse PKs? Lebensversicherungen? Das ist ja wirklich toll! Antworten


Hedvika Post

19.08.2009, 23:08 Uhr
Melden

Und jetzt nur noch Gras drüber wachsen lassen...mit Ignoranz und Arroganz zum Tagesgeschäft über gehen... Antworten


Peter Broger

19.08.2009, 23:01 Uhr
Melden

Also eins und eins gibt immer noch zwei. War ja klar, dass dies jetzt kommt. Nächster Schritt wird wohl in der Finma sein. Wenn ich die Aussagen von Merz von heute Nachmittag überdenke, uups. Aber wie sagt das Sprichwort: Mit der Wahrheit muss man vorsichtig umgehen. Antworten


Fritz Grunder

19.08.2009, 22:59 Uhr
Melden

Sehr gut! Das wird der UBS helfen. Das ist die zweite gute Neuigkeit betreffend der UBS. Der Aktienkurs wird in die Höhe schnellen. Antworten




Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.