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Demonstranten drohen mit Kampfmassnahmen gegen Novartis

Aktualisiert am 29.10.2011 27 Kommentare

In Basel sind am Samstag rund 1000 Personen gegen den Stellenabbau bei Novartis auf die Strasse gegangen. Bei Novartis sollen Entlassungen wenn nötig mit Kampfmassnahmen verhindert werden.

1/14 Gegen den Stellenabbau: Die Demonstranten zogen von der Claramatte zum Theaterplatz. Laut Organisatoren sollen rund 1000 Personen teilgenommen haben, die Polizei spricht gegenüber Radio Basel von 600 Demonstranten.
Bild: Keystone

   

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In der Pharmaindustrie sei der Arbeitsfrieden bisher tabu gewesen, sagte Unia-Geschäftsleitungsmitglied und SP-Nationalrat Corrado Pardini an der Kundgebung auf dem Basler Theaterplatz. Der von Novartis (NOVN 49.1 -0.28%) am Dienstag angekündigte Stellenabbau sei jedoch ein «inakzeptabler Skandal», weshalb dieses Tabu nun gebrochen werde.

Novartis will in Basel 760 und in Nyon 320 Stellen streichen. Schon nächste Woche wolle man in Nyon versuchen, die Konzernleitung mit Protestpausen während der Arbeitszeit unter Druck zu setzen, sagte Pardini. Kampfmassnahmen werden auch in Basel geprüft. Die Unia rechnet mit harten Auseinandersetzungen in den nächsten Wochen und Monaten.

Kein Verständnis für Abbau

Dass Novartis trotz Milliardengewinnen und Millionen-Boni der Manager tausende von Arbeitsplätzen abbauen will, wurde in diversen Voten scharf kritisiert. Dafür habe kein Mensch Verständnis, sagte Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Novartis müsse den angekündigten Stellenabbau zurücknehmen, forderte Lampart. Statt Abzockern, die die Wirtschaft verderben, brauche es Chefs, die mit vernünftigen Löhnen eine vernünftige Politik betreiben. Novartis foutiere sich dagegen um die soziale Verantwortung.

Den Abbau-Entscheid von Novartis könne auch die Basler Regierung nicht verstehen, sagte SP-Finanzdirektorin Eva Herzog. Ihr wurde an der Kundgebung eine Resolution übergeben. Neben dem Verzicht auf Entlassungen und einem echten Konsultationsverfahren wird darin auch gefordert, dass sich die Regierungen von Basel-Stadt und Waadt gemeinsam gegen den Stellenabbau einsetzen.

Chemie-GAV gekündigt

Druck aufsetzen will die Unia nicht nur gegen den Stellenabbau, sondern auch für einen neuen und verbesserten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Basler Pharma-, Chemie- und Dienstleistungsunternehmen. Der geltende GAV wurde per 30. April 2012 gekündigt, wie an der Kundgebung bekanntgegeben wurde. Die Unia will den Geltungsbereich des neuen GAV auf sämtliche Angestellte ausweiteten. Verlangt werden auch ein besserer Kündigungsschutz und mehr Gewerkschafstrechte am Arbeitsplätze. Diese Forderungen will die Gewerkschaft nötigenfalls mit Kampfmassnahmen durchsetzen.

Den Aufmarsch von gemäss Unia rund 1000 Personen nach nur viertägiger Mobilisierung beurteilte ein Unia-Funktionär als «sensationell» (die Polizei spricht von rund 600 Teilnehmern). Nach Basel gereist waren auch rund 100 Personen aus Nyon, wo ein ganzes Novartis-Werk geschlossen werden soll. Der Kundgebung auf dem Theaterplatz war ein Demonstrationszug vom Kleinbasel durch die Innenstadt vorausgegangen. Rund 50 Personen satteten am Samstag auch Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella an seinem Wohnort in Risch (ZG) einen Besuch ab. Sie überreichten ihm einen grossen «Entlassungsbrief». Darin werden Vasella «Massenentlassungen trotz Milliardengewinnen», «Unstatthafte Steueroptimierung» und «Selbstbereicherung» vorgeworfen. Zur Aktion aufgerufen hatten die Jungsozialisten (JUSO) Schweiz.

Der Protest richtete sich nicht nur gegen Novartis. Demonstriert wurde auch gegen Firmen wie Huntsman, Clariant, Swissmetal oder Harlan, die in der Region Basel ebenfalls Arbeitsplätze gestrichen haben oder abbauen wollen. (jg/sda)

Erstellt: 29.10.2011, 18:02 Uhr

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27 Kommentare

Marc Peer

29.10.2011, 18:25 Uhr
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Weshalb eigentlich setzen sich immer bloss die Unia, die SP und linke Politiker für die Sache der Arbeitnehmer ein? Weshalb hört man nie was von der SVP? Das wäre doch eigentlich die Volkspartei? Ist diese Partei zu fest mit dem Steuersenken für Leute wie Vasella beschäftigt, um noch Zeit für das ehrlich arbeitende Volk zu haben? Antworten


Fridolin Zweifel

29.10.2011, 18:20 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Endlich stehen die Leute auf und gehen auf die Strasse. Vesella + Co muss Druck gemacht werden. Die weltweite Bewegung der jungen Leute muss dazu führen das eine neue Weltwirtschaftsordung Einzug findet. Das Raubrittertum der Abzocker muss eliminiert werden. Wenn diese Machthaber nicht einlenken muss mit weltweiten Streiks alles lahm gelegt werden. Die Reichen verlieren dabei sehr viel Geld! Antworten



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