Daten-CD wechselt dieses Wochenende die Hand

Aktualisiert am 06.02.2010

Die deutschen Steuerfahnder sind laut einem Medienbericht unterwegs nach Frankreich – um die gekauften Bankdaten abzuholen. Derweil werden deutschen Ämtern immer mehr Daten angeboten.

Unterwegs nach Frankreich: Ermittler der Steuerbehörden von Nordrhein-Westfalen.

Unterwegs nach Frankreich: Ermittler der Steuerbehörden von Nordrhein-Westfalen.
Bild: Keystone

Vier Ermittler der Wuppertaler Steuerfahndung seien auf dem Weg nach Frankreich, meldete das Nachrichtenmagazin «Focus» in einer Vorabmeldung unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der bislang unbekannte Anbieter solle ein Treffen im Ausland verlangt haben, weil er bei einer Einreise nach Deutschland eine Verhaftung befürchte.

Eine Sprecherin des Düsseldorfer Finanzministers Helmut Linssen (CDU) sagte der Nachrichtenagentur DAPD zu dem «Focus»-Bericht am Samstag auf Anfrage, man nehme zu Details keine Stellung.

Der Anbieter der Steuer-CD hatte sich dem Magazin zufolge zunächst an die Wuppertaler Finanzbehörde gewandt. Per E-Mail soll er angefragt haben, ob Interesse an sensiblen Daten deutscher Kunden einer Schweizer Bank bestehe. Da der Absender für die Fahnder nicht identifizierbar gewesen sei, seien Spezialisten vom BND um Amtshilfe gebeten worden. Die Geheimdienst-Kollegen sollten demnach den Weg der E-Mail zurückverfolgen und den Verfasser enttarnen. Doch der Versuch sei misslungen.

«Kein Deal mit Ganoven»

Nach Nordrhein-Westfalen wird auch die baden-württembergische Landesregierung über den Kauf von Daten über mögliche deutsche Steuersünder beraten, wie am Freitag bekannt wurde. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) setzte für Montagnachmittag (17 Uhr) eine ausserordentliche Kabinettssitzung an, wie das Staatsministerium am Samstag mitteilte.

Nach «Spiegel»-Informationen werden derzeit mehr Datenpakete möglicher deutscher Steuersünder angeboten als bislang bekannt. So sollen dem Magazin zufolge beispielsweise Steuerfahnder in München gleich Kunden zweier Banken auf der Spur sein. Dabei handele es sich offenbar um eine kleine Schweizer Bank und ein Geldinstitut in Luxemburg. Allein von dort sollen Daten von mehr als 1000 deutschen Kunden angeboten worden sein. Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums äusserte sich dazu auf DAPD-Anfrage nicht. Die bayerischen Behörden gehen nach seinen Worten aber allen Anzeigen nach. (oku/ddp)

Erstellt: 06.02.2010, 15:36 Uhr

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