«Dass man Lofts versetzt hat, hat damals alle extrem überrascht»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 01.12.2011 4 Kommentare
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Als die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) im Oktober 2010 Maureen Miskovic zur neuen Risikomanagerin ernannte, war die Grossbank voller Vorfreude: «Dank ihrer umfassenden Erfahrung im Risikomanagement» werde Miskovic «die soliden Grundlagen der neuen Risikoorganisation von UBS weiter festigen und optimieren», liess sich der damalige Chef Oswald Grübel zitieren. Die neue Risikochefin werde «intelligent, umsichtig und proaktiv» handeln.
Jetzt, nur elf Monate nach ihrem Amtsantritt im Januar, ist Miskovics Zeit bei der UBS bereits wieder abgelaufen. Der Abgang war in der Branche erwartet worden, nachdem der Händler Kweku Adoboli der Bank einen Milliardenverlust beschert hatte. Doch die UBS dementiert, dass der Betrugsfall in London der Grund für Miskovics Abgang sei. «Es gibt keinen Zusammenhang zum Betrugsfall in London», sagt Kommunikationschefin Tatiana Togni. Mehr ist von der UBS nicht zu erfahren.
«Zu weit weg von allem»
Brancheninsider halten diese Aussage für glaubwürdig. «Dass man Miskovic ernannt und Lofts versetzt hat, hat damals alle extrem überrascht», sagt ein UBS-Insider. Miskovic gilt zwar als ausgezeichnete Generalistin, nicht aber als Risikospezialistin. Bevor sie nach Zürich kam, arbeitete sie als Risikochefin für die kleinere US-Bank State Street sowie für Lehman Brothers. Dazwischen wirkte sie für Eurasia, ein auf politische Risiken spezialisiertes Beratungsunternehmen. «Miskovic war zu weit weg von allem», sagt der Insider. «Das sieht man schon alleine dadurch, dass sie in Zürich positioniert war und nicht in London oder New York, wo die Händler sitzen.»
Mit Philip Lofts übernimmt nun ein Mann, der das Risikomanagement der UBS wesentlich länger geprägt hat als Miskovic. Lofts begann 1994 als Kreditanalyst bei der UBS und stieg anschliessend als Kreditrisiko-Chef innerhalb der Investmentbank auf. Lofts hat also die Hypothekenkrise in den USA und die anschliessenden Milliardenabschreiber der UBS hautnah mitbekommen.
Im November 2008, noch unter Konzernchef Marcel Rohner, wurde Lofts zum obersten Risikochef der UBS ernannt – und hatte viel damit zu tun, die Bilanzen von den toxischen Papieren zu befreien. Oswald Grübel, der im April 2009 übernahm, machte ihn schliesslich im Herbst 2010 zum Leiter des Amerika-Geschäfts – ein Posten mit deutlich weniger Verantwortung. «In der Branche rätselt man immer noch, was damals vorgefallen ist», sagt der Insider. Lofts gelte bis heute als ausgezeichneter Risikoexperte. Das sieht die UBS offenbar auch so. «Philip Lofts kennt die Bank sehr gut», sagt Sprecherin Togni. «Er war der offensichtliche Kandidat für diese Stelle.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.12.2011, 14:25 Uhr
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4 Kommentare
Loft war Risikomanager währeden der Zeit als Ospel-Kurer-Rohner-Spuhler 60 Milliarden in den Sand setzten. Lofts hätte als America und UK Insider und amtierender UBS-Risikomanager Alarm schlagen müssen. Weil er dies nicht tat, hat ihn Grübel mir recht abgeschossen. Komisch aber dass Lofts trotzdem im VR des Nationalbankenfunds sass(bis 2011), der die 60 Milliarden USB-Schrottpapiere verwaltete. Antworten
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