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«Das wäre äusserst gefährlich»

Aktualisiert am 15.01.2012 29 Kommentare

Seco-Chef Aymo Brunetti sieht die Unabhängigkeit der SNB in Gefahr. Er warnt vor einer stärkeren Regulierung und politischer Einflussnahme bei der Notenbank.

Potenzieller Hildebrand-Nachfolger: Aymo Brunetti. (9. Februar 2009)

Potenzieller Hildebrand-Nachfolger: Aymo Brunetti. (9. Februar 2009)
Bild: Keystone

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Der abtretende Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Aymo Brunetti, sieht die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Gefahr. Er warnte davor, dass nach den jüngsten Turbulenzen die Unabhängigkeit der Notenbank Schritt für Schritt untergraben werden könnte.

«Es ist meine tiefe Überzeugung, dass es ausgesprochen gefährlich wäre, der Nationalbank vonseiten der Regierung oder der Verwaltung öffentlich eine Empfehlung zu geben», sagte Brunetti in einem Interview im heutigen «SonntagsBlick».

Er warnte vor der Vorstellung, dass man die SNB nach der Affäre um den zurückgetretenen Präsidenten Philipp Hildebrand stärker regulieren und mehr Einflussmöglichkeiten schaffen wolle. Wenn die Unabhängigkeit der SNB in Frage gestellt werde, führe dies zu «grundlegenden Problemen».

Kandidat fürs Direktorium

Brunetti, der per 1. Februar an die Universität Bern wechselt, wird als Kandidat für die Wahl ins Direktorium der SNB gehandelt. Im Interview wollte er sich dazu nicht äussern.

Der gegenwärtige Frankenkurs sei für viele Unternehmen ein Problem, sagte Brunetti weiter. Er hoffe, dass sich der Wechselkurs normalisieren werde, wenn sich die internationale Situation weiter beruhige.

Gefahr der Bankenkrise

Positiv sei, dass es in den vergangenen Wochen im Euro-Raum keine neuen Turbulenzen gegeben habe. Zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit einiger Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Freitag sagte Brunetti, diese habe sich bereits seit längerer Zeit abgezeichnet und ändere wenig an der grundsätzlichen Einschätzung.

Die grösste Gefahr besteht gemäss Brunetti darin, dass sich die Schuldenkrise in der Euro-Zone zu einer Bankenkrise ausweitet. Unter der Annahme, dass eine solche abgewendet werden könne, habe sich an der Konjunkturprognose des Seco vom Dezember grundsätzlich nichts geändert. «Gewisse Indikatoren haben sich sogar positiv entwickelt», so Brunetti.

Bei ihrer letzten Einschätzung waren die Ökonomen des Bundes Anfang Dezember von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,5 Prozent für 2012 ausgegangen.

(kle/sda)

Erstellt: 15.01.2012, 17:10 Uhr

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29 Kommentare

Ronnie König

15.01.2012, 18:22 Uhr
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Was Brunetti sagt entspricht zu grossen Teilen meiner Meinung. Aber nicht dem was Blocher vorschwebt. Herrliberg muss aufpassen, dass nicht ein Grossteil der 99% ausrastet. Das könnte teurer werden als regulierte Banken und EU-Beitritt zusammen! Um das geht es letztlich: Einige Milliardäre wollen mit ihrem Geld sich ein Land, eine Nation, nach ihrem Gusto kaufen und einrichten. Passt auf. Antworten


Fredy Saxer

15.01.2012, 18:04 Uhr
Melden 38 Empfehlung

Da hat A. Brunetti absolut recht. Der Erfolg der SNB ist die Unabhängigkeit und das soll auch so bleiben.
Wo kämen wir da hin, wenn jeder Parteipräsident seinen Senf dazu gibt, die ja wie in verschiedenen Diskussionen festgestellt, nichts vom Bankwesen verstehen. Wir brauche keine Polemiker sondern Macher und SNB Verantwortliche die sauber sind.
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